Stand: 18.10.2018 09:13 Uhr

Bad Essen: Fachwerkidyll im Osnabrücker Land

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Fachwerkhäuser prägen das Zentrum des Kurortes mit rund 3.500 Einwohnern.

Ein malerischer Kirchplatz, umgeben von Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, hundertjährigen Linden und der 500 Jahre alten Kirche St. Nikolai: In Bad Essen wird Historie lebendig. Ein Bummel durch das Zentrum des Ortes im Südwesten Niedersachsens führt zur Alten Apotheke in einem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert. Die komplette historische Inneneinrichtung des Geschäfts ist erhalten, obwohl das Haus inzwischen als Hotel genutzt wird.

Bad Essen

Bad Essen entdeckt die Langsamkeit

die nordstory -

Cittaslow heißt das neue Konzept des kleinen Kurorts Bad Essen im Osnabrücker Land. Dahinter steckt ein Netzwerk von Orten, die Bürgern und Gästen mehr Lebensqualität bieten wollen.

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Kurangebote mit Sole

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Moderne Architektur im Kurpark: die Sole-Arena.

Eine lange Tradition hat der Kurbetrieb in Bad Essen. Bereits seit 1902 trägt der Ort den Beinamen Bad, 1977 wurde er als Heilbad staatlich anerkannt. Der Schwerpunkt der Kurbehandlungen liegt auf Anwendungen mit natürlichem Salzwasser aus der Tiefe. Diese Sole nutzen mehrere Gesundheitszentren, um Rheuma- und Hautleiden zu lindern. Im Kurpark können Besucher in der Sole-Arena, einem modern gestalteten Gradierwerk, gesunde, salzhaltige Luft atmen. Auf dem Weg zum benachbarten Familienpark mit Sport- und Spielgeräten lohnt ein Stopp im "Erfahrungslabyrinth". In dem Heckenlabyrinth aus 1.200 Buchen finden sich einzelne Höfe, die die Sinne spielerisch schärfen sollen und jeweils dem Sehen, Riechen, Schmecken, Hören oder Tasten gewidmet sind.

Cittaslow: Entschleunigung als Konzept

Seit 2016 gehört Bad Essen zum Netzwerk der Cittaslow-Orte. Ihre Ziele sind es, regionale Besonderheiten zu betonen und die Lebensqualität zu verbessern. So bieten Bad Essens Gastronomen verstärkt heimische Spezialitäten an, es gibt einen Landmarkt mit regionalen Produkten, im Kurpark wurden heimische Obstbäume gepflanzt und traditionelles Handwerk wird gepflegt. In Deutschland gibt es etwa 15 Cittaslow-Gemeinden, darunter im Norden neben Bad Essen auch Schneverdingen in der Lüneburger Heide, Penzlin in Mecklenburg-Vorpommern und Meldorf in Schleswig-Holstein.

Traditionsreiches Handwerk neu erleben

Traditionelles Handwerk können Besucher in Bad Essen an verschiedenen Orten erleben. Die historische Wassermühle, ein Wahrzeichen des Ortes, ist von April bis Oktober jeweils sonntags in Betrieb. Im Hüseder Backhaus aus dem 18. Jahrhundert wird im Sommer an jedem zweiten Sonntag im Monat der alte Steinofen angeheizt, um Brote und Kuchen nach überlieferter Art wie vor 200 Jahren zu backen. In der Harpenfelder Dorfschmiede können Besucher von März bis November erleben, wie in Handarbeit Eisen bearbeitet wurde.

Jeweils am letzten August-Wochenende lädt Bad Essen zum Historischen Markt ein. Dann verwandeln sich Kirchplatz und Lindenstraße in Werkstätten von Korbflechtern, Scherenschleifern und vielen anderen Handwerkern, deren Kunst fast ausgestorben ist.

Wandern und Radfahren rund um Bad Essen

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Schloss Ippenburg öffnet mehrmals im Jahr seinen Garten für Besucher.

Das Umland von Bad Essen eignet sich gut für Ausflüge, Wanderungen und Radtouren. Beliebtes Ziel ist Schloss Ippenburg, ein neugotisches Gebäude mit mehr als 100 Räumen. Der Adelssitz gehört seit über 600 Jahren der Familie von dem Bussche-Ippenburg. Für verschiedene Gartenfestivals sowie an allen Sonntagen im Juni und Juli öffnet sie ihren weitläufigen Schlossgarten. Interessant ist auch ein Besuch auf Schloss Hünnefeld. Die Anlage liegt nur zwei Kilometer vom Ortskern entfernt und bietet ein Museum, einen englischen Landschaftspark und ein Café. Der sogenannte Schlösserrundweg verbindet beide Ziele. Er ist acht Kilometer lang und startet und endet im Ortsteil Harpenfeld. Südlich von Bad Essen finden Wanderer im Wiehengebirge zahlreiche ausgeschilderte Wege, per Rad lässt sich die Region unter anderem auf einer Tour entlang des Mittellandkanals erkunden, der direkt durch den Kurort verläuft. Wer mag, kann auf der Wasserstraße zu einer Rundfahrt mit einem Ausflugsschiff starten.

Ausflug zu den Dinosauriern

Eine Expedition auf den Spuren der Saurier führt südöstlich von Bad Essen nach Barkhausen. Bodenverwerfungen haben dort in einem Waldstück Saurierfährten an die Oberfläche getragen. Neben echten Fußspuren an einer Steilwand vermitteln Kunststoff-Dinos einen Eindruck von den Urzeit-Tieren. Die Funde gehören zum Natur- und Geopark Terra.vita, einem ausgedehnten Naturpark mit mehr als 100 Naturdenkmälern, der sich vom Teutoburger Wald und Wiehengebirge bis zu den Ankumer Höhen nordwestlich von Osnabrück erstreckt. Sein Anliegen ist es, viele Millionen Jahre Erdgeschichte anschaulich zu vermitteln.

Kalkriese erinnert an die Varusschlacht

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Museum und Park Kalkriese erinnern an die Varusschlacht vor mehr 2.000 Jahren.

Knapp 20 Kilometer nordwestlich von Bad Essen liegt das geschichtsträchtige Kalkriese, ein Ortsteil von Bramsche. Dort soll um das Jahr 9 vor Christus die legendäre Schlacht im Teutoburger Wald zwischen Römern und Germanen stattgefunden haben. Ausgrabungen stärken diese These, die unter Historikern allerdings umstritten ist. Seit 1987 erste römische Münzen entdeckt wurden, fanden sich dort immer wieder Teile militärischer Ausrüstung, Knochen und schließlich ein Wall aus grauer Vorzeit. Die Anlage Museum und Park Kalkriese erinnert an die Varusschlacht vor mehr als 2.000 Jahren und bietet Einblicke in die Welt der Germanen.

Karte: Bad Essen
Weitere Informationen

Kalkriese: Auf den Spuren der Varusschlacht

Vor mehr als 2.000 Jahren lieferten sich Germanen und Römer im Osnabrücker Land ein blutiges Gemetzel. Die Forschungsstätte Museum und Park Kalkriese sammelt Spuren der Varusschlacht. mehr

Osnabrück: Buntes Zentrum mit Tradition

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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 17.10.2018 | 14:15 Uhr

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