Stand: 08.02.2011 11:20 Uhr

Bad Bodenteich: Beschaulicher Heide-Kurort

Kirchturm in Bad Bodenteich © Kurverwaltung Bad Bodenteich
Der 28 Hektar große Seepark südlich des Zentrums bietet viele Freizeitmöglichkeiten.

Bad Bodenteich ist überschaubar: Rund 4.400 Menschen leben dort. Es geht also beschaulich zu in dem Kurort ganz im Osten der Lüneburger Heide. Charakteristisch für die ländlich geprägte Gegend mit Mooren, Wäldern und Heideflächen sind ein mildes Reizklima und die gesunde Luft. Mehrere Naturerlebnispfade wie "Bodenteicher Heide" und "Seewiesen" sorgen für interessante Einblicke in die Landschaften. Im Ortszentrum von Bad Bodenteich erstreckt sich der etwa 28 Hektar große Seepark, ein Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Mit acht Hektar Wasserfläche, Minigolfanlage, Tretbootverleih und Cross-Golf-Gelände, Kneipp-Tretanlage und Rodelberg bietet er ein breites Freizeitangebot. Von Juli bis September gibt es an jedem Sonntagvormittag ein Kurkonzert. Bodenteich trägt seit 1973 den Titel staatlich anerkannter Luftkurort, seit 1985 Kneipp-Kurort; 1998 kam die Bezeichnung Bad dazu.

VIDEO: Silberschmiedekunst auf der Burg Bodenteich (4 Min)

Wanderungen und Kutschfahrten in die Heide

Heidelandschaft in Bad Bodenteich © Kurverwaltung Bad Bodenteich
Zur Heideblüte Ende August zeigt sich die waldreiche Landschaft um den Kurort in zartem Lila.

Im Mittelpunkt des kulturellen Lebens steht Burg Bodenteich mit einer traditionsreichen Konzertreihe in den Sommermonaten, Vorträgen und dem jährlichen Burgspektakel. Auf dem Außengelände lockt das Robin-Hood-Castell, ein Spielplatz für Kinder und Erwachsene in Form einer mittelalterlichen Festung aus Holz. Hier backen Besucher am offenen Feuer Stockbrot oder schießen mit Pfeil und Bogen. Der Weg zum Castell führt über einen 400 Meter langen Barfuß-Pfad mit unterschiedlichen Bodenbelägen. Von der einstigen Wasserburg auf einem Hügel sind nur noch Reste vorhanden. Ein Museum im ehemaligen Amtshaus zeigt die Geschichte der Anlage, die etwa aus dem 10. Jahrhundert stammt. Im ehemaligen Rittersaal können sich Paare das Ja-Wort geben und das Brauhaus gegenüber steht für stilvolle Feiern bereit. Von der Ruine des Burgturms bietet eine Aussichtsplattform einen schönen Blick über die naturbelassene Landschaft der Seewiesen. Wer die Natur intensiver erleben möchte, kann auf mehr als 60 Kilometern ausgeschilderter Wege rund um Bad Bodenteich wandern, Rad fahren oder auf dem Pferdewagen durch die Heide rollen.

Blütezeit im 18. Jahrhundert

Die Ursprünge des Ortes Bodenteich sind nicht eindeutig geklärt. Einige Historiker gehen davon aus, dass bereits 200 vor Christus an der Stelle eine langobardische Siedlung existierte. Andere datieren die Anfänge auf das 10. Jahrhundert nach Christus, als sich im Schutz der Burg Handwerker und Bauern niedergelassen haben könnten. Eindeutig belegt ist, dass Anfang des 17. Jahrhunderts 159 Dörfer und "eigenständige Höfe" zum Amt Bodenteich gehörten. Der gleichnamige Ort war Mittelpunkt, Marktplatz, Sitz der Verwaltung und des Amtsgerichts. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich stetig zu einem belebten Städtchen. Erst zwei Justizreformen 1852 und 1859 beendeten die Blütezeit: Bodenteich verlor seinen Status als Amt und Verwaltungssitz. Seit 2011 gehört Bad Bodenteich zur Samtgemeinde Aue, einem Zusammenschluss des Fleckens Bad Bodenteich mit den Gemeinden Lüder, Soltendieck und Wrestedt.

Karte: Bad Bodenteich

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 14.03.2020 | 18:00 Uhr

Blühende Landschaft in der Lüneburger Heide. © Picture-Alliance / Bildagentur Huber Foto: F. Damm

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