Stand: 18.02.2018 08:00 Uhr

Bewegungstherapie bei Kopfschmerzen

Durch sitzende Tätigkeit, vorgebeugte Haltung und neuerdings auch durch die Handynutzung kann es zu muskulären Verspannungen und faszialen Verklebungen im Schulter-Nacken-Bereich kommen. Untersuchungen zeigen, dass bei der gebeugten Kopfhaltung die Schwerkraft fünfmal so stark an den Nackenmuskeln zieht und sie überlastet. Die Muskulatur drückt dann auf bestimmte Nerven und reizt sie. So können Nervenschmerzen (Neuralgien) entstehen.

Wie Bewegung die Kopfschmerzen verbessert

Gezielte Bewegung löst die muskulären Verhärtungen und nimmt so den Druck vom Nerv. Ziel ist neben der Lockerung auch die Wiederherstellung einer gesunden Haltung und der muskulären Balance.

Physiotherapeutin Svea Köhlmoos zeigt passende Übungen
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Die Bewegungs-Docs

Dehnung des Brustmuskels

Die Bewegungs-Docs
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Die Bewegungs-Docs

Das optimale Training

Zunächst gilt es die verkürzte Schulter- und Brustmuskulatur zu dehnen und zu lockern, wie in den Videos gezeigt.

Wenn die Muskulatur - möglicherweise auch mithilfe von manueller Therapie, Massagen - ausreichend gelockert ist, folgt Stufe zwei: die Kräftigung der Rückenmuskeln. Vor allem der breite Rückenmuskel, der die Schultern nach hinten ziehen soll, muss gestärkt werden, damit die Haltung besser in Balance kommt. Jeden beanspruchten Muskel dann nach dem Training wieder lockern und dehnen - sonst drohen neue Verspannungen und damit wieder Kopfschmerzen.

Weitere Tipps

  • Schreibtisch gegen Stehpult austauschen oder höhenverstellbaren Schreibtisch kaufen.
  • Smartphone höher halten, das reduziert die Belastung.
  • Monitor/Bildschirm höher stellen oder an der Wand anbringen.
  • Alle 50-60 Minuten für wenige Minuten die Bildschirmarbeit unterbrechen, dehnen und rekeln, Schultern kreisen lassen. Ein Wecker hilft dabei - zudem stehen zahllose Programme oder kostenlose Apps zur Verfügung, die Bildschirmarbeiter an gesunde Lockerungseinheiten erinnern.

Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 19.02.2018 | 21:00 Uhr

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