Stand: 08.06.2018 09:13 Uhr

Pflanzen natürlich vor Schädlingen schützen

Gefräßige Tiere wie Dickmaulrüssler, saugende Insekten wie Blattläuse oder Pilzkrankheiten - viele Gartenbesitzer verzweifeln, wenn ihre Pflanzen von Tieren oder Krankheiten befallen werden. Die chemische Keule wollen aber immer weniger einsetzen, denn viele Mittel schädigen auch Nützlinge wie Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Insbesondere Gemüse, das noch verzehrt werden soll, sollte nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden. Als Alternative bieten sich verschiedene natürliche Methoden an.

Ein kleines Päckchen mit der Aufschrift "Brennessel". Im Hintergrund sind Brennessel zu sehen.

Ein Erste-Hilfe-Kasten gegen Gartenschädlinge

Nordmagazin -

Um Mehltau, Blattläuse und Co bekämpfen zu können, empfiehlt es sich, getrocknete Wildkräuter vorrätig zu haben - denn damit lässt sich eine wirksame Jauche anrühren.

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Echten Mehltau erkennen

Zu den häufigsten Schädlingen im Garten zählen Mehltau und Blattläuse. Echter Mehltau kommt überwiegend an Rosen und anderen Zierpflanzen wie Begonien oder Astern vor, aber auch an Stachelbeeren, Apfelbäumen, Schwarzwurzeln, Gewächshausgurken und Karotten. Den Echten Mehltau erkennt man an einem weißen, mehligen Belag auf der Oberseite der Blätter. Auch an Knospen und Blüten kann er auftreten. Bei starkem Befall sterben die Blätter der Pflanze ab. Den Falschen Mehltau findet man im Gegensatz zum Echten Mehltau auf der Blattunterseite.

Frische Milch statt Fungizide gegen Echten Mehltau verwenden

Als umweltschonendes Mittel gegen den Echten Mehltau eignet sich Milch. Die darin enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Mehltau-Pilz. Das enthaltene Natriumphosphat stärkt zudem die Abwehrkräfte der Pflanze und beugt somit einer erneuten Erkrankung durch den Echten Mehltau vor. Zweimal wöchentlich ein Gemisch von Milch und Wasser im Verhältnis 1:8 herstellen und die befallenen Pflanzen damit ordentlich einsprühen. Diese Methode ist inzwischen erprobt. Man hat sogar herausgefunden, dass Milch oft wirksamer ist als handelsübliche Fungizide.

Wichtig: Verwenden Sie möglichst frische Milch, denn die Mikroorganismen machen ja die Arbeit und sollten in der Milch noch "am Leben" sein. Am besten geeignet ist Rohmilch direkt vom Bauern, die gibt es im Bioladen oder von der Milchtankstelle.

Bereits von Mehltau befallene Blätter abschneiden und auch vom Boden absammeln, damit der Pilz nicht erneut in den natürlichen Kreislauf gelangt. Befallene Blätter gehören in die Restmülltonne - nicht auf den Kompost.

Pflanzensud wirkt gegen Schädlinge und stärkt

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Ackerschachtelhalm wirkt auf vielfältige Weise.

Um Schädlingen vorzubeugen und Krankheiten zu bekämpfen, haben sich verschiedene Pflanzenbrühen bewährt. Entweder man verwendet die verschiedenen Wildkräuter frisch oder legt sich einen Vorrat an und trocknet sie. Zum Ansetzen eines Suds je 10 Gramm Pflanzen auf einen Liter Wasser geben und das Ganze einen Tag lang stehen lassen, Ackerschachtelhalm zusätzlich 30 Minuten lang köcheln lassen. Zur Anwendung den Sud im Verhältnis 1:10 verdünnen. Die wichtigsten Helfer sind:

  • Ackerschachtelhalm hilft gegen Sternrußtau, Mehltau, Spinnmilben und Schorf.
  • Farnkraut wird gegen Kaliummangel, Schnecken und Blattläuse verwendet.
  • Brennnesseln können gegen Blattläuse und Spinnmilben eingesetzt werden, sie sind zudem ein ideales Pflanzenstärkungsmittel.
  • Ein Sud aus Holunderblättern wirkt vorbeugend gegen den Kohlweißling. Wenn man ihn in die Gänge von Wühlmaus und Maulwurf gibt, vertreibt er die ungeliebten Gartenbesucher. Er wirkt auch gegen Ameisen.

Diese Wildkräuter schützen und stärken Pflanzen

Blattläuse mit der Waschnuss bekämpfen

Auch Blattläuse sind jedes Jahr wieder da. Ist der Schaden an der Pflanze gering und hält sich der Lausbefall in Grenzen, reicht es schon, die gefräßigen Tierchen mit einem harten Wasserstrahl abzuspritzen oder abzusammeln und zu zerquetschen.

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Waschnüsse einfach mit Wasser auskochen - fertig ist ein natürliches Mittel gegen Schädlinge.

Viele Gärtner kennen bereits den Trick mit dem Spülmittel (Pflanze mit einer Mischung aus Wasser und etwas Spülmittel und Spiritus besprühen) - aber auch das ist Chemie und das Ergebnis nicht immer zufriedenstellend. Es geht aber auch rein biologisch. Die Schale der Waschnuss (Sapindus mukorossi) hat eine natürliche schädlingsbekämpfende Wirkung. Ihre Schalen enthalten Saponin, eine natürliche seifenähnliche Substanz. Daraus lässt sich ganz einfach ein günstiges, geruchloses und ungiftiges Mittel gegen Blattläuse herstellen.

Kochen Sie zehn Waschnüsse in einem Liter Wasser aus. Den abgekühlten Sud einfach in eine Sprühflasche füllen und die befallenen Blätter damit besprühen. Oft reicht eine Behandlung. Sind die Läuse sehr hartnäckig, den Sprühvorgang wiederholen. Waschnüsse bekommen Sie in guten Drogeriemärkten oder im Bioladen. Es gibt auch Waschnusskonzentrat in Flaschen.

Mit nährstoffreichem Gartenboden vorbeugen

Statt Schädlinge zu bekämpfen, kann man auch gezielt die Gesundheit von Pflanzen fördern, sodass sie weniger anfällig sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Gartenboden, denn ein gut funktionierendes Bodenleben ist eine Voraussetzung für gesunde Pflanzen. Vielen Gartenböden fehlt es an Nährstoffen - auch, weil viele Gärtner das Herbstlaub, das zugleich als Winterschutz dient, frühzeitig komplett entfernen und sich kein Humus mehr bilden kann. Wer keinen oder kaum eigenen Kompost hat, kann dieses Defizit mit einem sogenannten Bodenaktivator ausgleichen. Bodenaktivatoren enthalten verschiedene Gesteinsmehle und sind im Fachhandel erhältlich. Effektive Mikroorganismen verbessern den Gartenboden ebenfalls auf natürliche Weise.

Wichtig ist auch eine ausreichende Düngung der Pflanzen, denn kräftige Pflanzen werden nicht so schnell von Schädlingen oder Krankheiten befallen. Gärtner Ole Beeker empfiehlt, Kalium-betonten Dünger zu verwenden statt Blaudünger mit hohem Stickstoffanteil. Denn zu viel Stickstoff führt zur vorübergehenden Anreicherung von Eiweißen, die eine Nahrungsquelle für Pilze und Schädlinge sind. Auf jeder Düngepackung ist der Gehalt für Stickstoff mit "N" und der für Kalium mit "K" oder "K2O" aufgeführt.

Auf den Standort kommt es an

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Rosenblätter sollten möglichst nicht lange nass sein, sonst besteht die Gefahr einer Pilzerkrankung.

Auch der richtige Standort trägt zur Gesundheit von Pflanzen bei. Rosen sollten beispielsweise nicht zu geschützt und eng stehen, sonst können die Blätter nach Regen nicht gut trocknen und sind anfälliger für Mehltau. Beim Bewässern sollte man die Pflanze nur über den Boden mit Wasser versorgen und nicht die Blätter besprengen, denn das kann zur Entstehung von Sternrußtau, einer hartnäckigen Rosenkrankheit, führen. Wer neue Pflanzen kauft, sollte außerdem auf deren Widerstandsfähigkeit achten. Einige Sorten sind besonders robust und werden nicht so leicht von Schädlingen und Pilzen befallen.

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