Frau besprüht eine Rose im Garten © fotolia Foto: pete pahham

Mehltau erkennen, natürlich bekämpfen und vorbeugen

Stand: 20.06.2022 14:44 Uhr

Weißer Belag auf der Oberseite von Blättern oder Verfärbungen und Flecken sind Anzeichen für einen Befall mit Echtem oder Falschem Mehltau. Wie lässt sich der Pilz natürlich behandeln?

Mehltau ist eine weit verbreitete Pilzerkrankung bei Nutz- und Zierpflanzen, die in mehr als 100 verschiedenen Arten auftritt. Einige Arten wie zum Beispiel der Apfelmehltau befallen nur bestimmte Pflanzen. Man unterscheidet generell zwischen dem Echten und dem Falschen Mehltau. Den Unterschied zu erkennen ist wichtig, denn die beiden Formen haben verschiedene Ursachen und werden auch unterschiedlich bekämpft.

Der Schönwetterpilz: Echter Mehltau

Echter Mehltau auf einem Hartriegel-Blatt © fotolia Foto: 7monarda
Ein mehliger weißer Belag auf den Blattoberseiten ist das typische Schadbild des Echten Mehltaus.

Echter Mehltau ist ein sogenannter Schönwetterpilz, das heißt, er bildet sich bei Wärme und Trockenheit. Zu erkennen ist er als abwischbarer, weißer, später schmutzig-bräunlicher Belag auf den Blattoberseiten und den Blüten. Die Blätter werden braun und vertrocknen, die Blüten verkümmern. Bei starkem Befall können ganze Teile der Pflanze absterben. Echter Mehltau kommt hauptsächlich an Rosen, Astern sowie an Gurken, Möhren und Stachelbeeren vor.

Pflanzen schneiden und mit Milch behandeln

Befallene Pflanzenteile müssen entfernt und entsorgt werden. Anschließend empfiehlt sich eine Behandlung mit Milch. Dafür Frischmilch (am besten Rohmilch, keine H-Milch) im Verhältnis 1:8 mit Wasser mischen und die Pflanze damit alle paar Tage besprühen. Die in der Milch enthaltenen Mikroorganismen bekämpfen den Pilz effektiv und auf natürlich Art und Weise. Außerdem stärken sie die Pflanze.

Der Schlechtwetterpilz: Falscher Mehltau

Ein Weinblatt mit gelben und braunen Flecken. © mfg film
Beim Falschen Mehltau zeigen sich auf der Blattoberseite bräunlich-gelbe Flecken.

Falscher Mehltau ist ein "Schlechtwetterpilz", er liebt Feuchtigkeit und befällt Zierpflanzen sowie zahlreiche Nutzpflanzen wie beispielsweise Erbsen, Feldsalat, Kopfsalat, Kohl, Radieschen, Rettich, Schwarzwurzeln, Spinat, Zwiebeln und Weinreben. Das Schadbild unterscheidet sich von dem des Echten Mehltaus: Beide Blattseiten werden befallen. Der weiße Belag zeigt sich auf der Blattunterseite, außerdem bildet sich dort meist ein grauer oder grauvioletter Pilzrasen. Auf der Blattoberseite sind Aufhellungen oder gelbliche Flecken zu erkennen. Das Blatt stirbt ab. Wird der Pilz nicht behandelt, kann die ganze Pflanze absterben.

Pflanzensud gegen Falschem Mehltau

Auch beim Falschen Mehltau gilt: Befallene Blätter entfernen. Der Pilz selbst lässt sich gut natürlich mit verschiedenen Pflanzenbrühen bekämpfen. Bewährt hat sich etwa der Einsatz von Ackerschachtelhalmsud. Er ist leicht herzustellen, wird mit Wasser verdünnt und regelmäßig auf die befallene Pflanze gesprüht. Alternativ kann man einen Sud aus Rainfarn oder aus Knoblauch verwenden. Für Letzteren vier Knoblauchzehen zerkleinern und mit einem Liter kochenden Wasser übergießen.

Befall mit Mehltau vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn Pflanzen gar nicht erst von Mehltau befallen werden. Folgende Tipps können bei der Vorbeugung helfen:

  • Bei der Neupflanzung oder Aussaat resistente Sorten wählen.
  • Überdüngung, insbesondere mit Stickstoff, vermeiden.
  • Darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu eng stehen und ausreichend Luft und Sonne haben.
  • Zwischen die Pflanzen Kräuter wie Basilikum, Kerbel oder Schnittlauch setzen. Sie meidet der Mehltau.
  • Blätter vor Nässe schützen, Pflanzen nur von unten gießen, möglichst morgens oder nachmittags.
  • Unkraut entfernen, denn es wird oft befallen, der Pilz kann sich von dort weiterverbreiten.
  • Pflanzen gezielt stärken, dann sind die weniger anfällig. Zur Stärkung besonders gut geeignet ist Ackerschachtelhalmsud.
  • Ist eine Pflanze befallen, die betroffenen Blätter und Blüten sofort entfernen und verbrennen oder im Hausmüll entsorgen, auf keinen Fall kompostieren!

Weitere Informationen
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