Den Garten winterfest machen

Stand: 24.09.2021 11:21 Uhr

Im Winter benötigen empfindliche Pflanzen Schutz vor der Kälte. Laub schützt Gewächse im Beet, Tannen- oder Fichtenreisig die Rosen. Einige Pflanzen müssen von Schneelast befreit werden.

Wenn die ersten Nachtfröste kommen, müssen empfindliche Pflanzen auf dem Balkon und im Garten vor Kälte geschützt werden. Wer wissen möchte, wie viel Frost seine Pflanzen vertragen, kann sich an den sogenannten USDA-Klimazonen orientieren. In Norddeutschland können Pflanzen mit einer Frostverträglichkeit von 7a (bis minus 17,7 Grad) und 8b (minus 9,4 Grad) im Freien überleben. Die Frostverträglichkeit - auch Winterhärtegrad genannt - steht meist auf dem Pflanzetikett.

Sonnenschein und Frost lassen Pflanzen vertrocknen

Schnee bedeckt einige Blätter eines Rhododendrons. © NDR Foto: Udo Tanske
Bei Wassermangel rollen Rhododendren ihre Blätter ein.

Ob ein Gehölz bereits frostgeschädigt ist, zeigt der Rindentest. Einfach mit einem scharfen Messer die Rinde anritzen. Ist darunter kein Grün mehr zu erkennen, ist die Pflanze eingegangen und wird sich nicht wieder erholen. Das passiert meist, wenn bei Frost über einen längeren Zeitraum die Sonne scheint: Die Blätter verdunsten Wasser, die Wurzeln können jedoch aus der gefrorenen Erde kein Wasser nachliefern.

Diese sogenannte Frosttrockenheit kommt oft bei immergrünen Pflanzen vor. Als Sonnenschutz dienen im Handel erhältliche Reet- oder Weidematten, die um die Pflanze herumgestellt und mit Bambusstäben stabil gehalten werden. Wenn dort hinein noch Laub gefüllt wird, können Frost und Sonne der Pflanze nichts mehr anhaben.

Beete vor Kälte schützen

Auch auf Beeten schützt Laub vor Frost. Die Schicht darf jedoch nicht zu dick sein, höchstens etwa fünf Zentimeter - sonst fault es schnell darunter. Wer vermeiden will, dass Herbststürme das Laub wieder durch den Garten wehen, beschwert es mit ein wenig Kompost. Auf der Rasenfläche muss das Laub dagegen abgeharkt werden. Hier entsteht sonst Fäulnis, die den Graspflanzen schaden kann. Überschüssiges Laub landet auf Beeten oder im Kompost.

Rosen: Triebe und Veredelungsstelle schützen

Rosen im Beet sollten spätestens im Dezember auf den Winter vorbereitet werden. Dazu abgeknickte oder kranke Triebe wegschneiden und alle anderen Triebe um maximal ein Drittel kürzen. Eine Abdeckung mit Tannen- oder Fichtenreisig schützt nicht nur vor Frost und Wind, sondern beschattet die empfindlichen Pflanzenteile. Denn scheint die Sonne bei Frost auf die Rosentriebe, kann die Rinde wegen des Temperaturunterschieds aufplatzen. Um die Veredelungsstelle zu schützen, häufelt man Gartenerde oder Rindenhumus an. Bei Rosen mit hohem Stamm werden Veredelungsstellen mit einem leeren Papiersack geschützt - einfach über die Krone stülpen, am Stamm zusammenraffen und befestigen.

Ein Tipp für zusätzlichen Schutz für die Zeit nach Weihnachten: einfach die Zweige des ausgedienten Weihnachtsbaums abschneiden und damit das Rosenbeet bedecken.

Stauden: Laub und Schilfmatte gegen Frost

Viele schneiden im Herbst ihre Stauden radikal zurück. Das ist in den meisten Fällen jedoch nicht nötig. Sie überdauern den Winter ohne Frostschäden. Außerdem sehen die meisten Pflanzen, obwohl sie verblüht sind, trotzdem noch schön aus. Die vertrockneten Pflanzenteile sind außerdem ein guter Winterschutz und bieten nützlichen Insekten eine Möglichkeit zum Überwintern.

Einige empfindliche Stauden benötigen jedoch Frostschutz, zum Beispiel Montbretien, Riesenblattlilien, Riesenschaublatt und Jungpflanzen wie Scheinhasel, Taschentuchbaum, Duftesche, Strauchpfingstrosen und Kamelien. Hier sind zwei Maßnahmen empfehlenswert:

  • Laubpackung im Wurzelbereich: Am besten mit Bambusstäben und Kükendraht einen Zaun um die Pflanzen bauen und den Innenbereich in lockeren Schichten mit Laub füllen. Das Laub sollte so hoch liegen, dass der überwiegende Teil der Pflanzen noch zu sehen ist.
  • Schilfmatte: In sehr kalten Wintern oder bei zusätzlichem Wind sollte man sie wie ein Indianerzelt um die Pflanze aufstellen. Dabei auf ausreichenden Abstand zur Pflanze achten. Wichtig: Am Ende des Winters ist eine Schilfmatte bei Kamelien eher schädlich, weil sie dadurch zu früh austreiben können.

Knollen kühl lagern

Begonien- und Dahlienknollen sollten vor dem ersten Frost aus dem Beet genommen werden. Nach dem Ausgraben die Stängel knapp zehn Zentimeter über dem Ballen abschneiden. Die Erde am Wurzelballen möglichst komplett entfernen und die Knollen bis zum nächsten Frühjahr in einer trockenen, mit Stroh oder Zeitungspapier ausgelegten Kiste an einem dunklen, kühlen Ort lagern. In Ampeln oder Töpfen gesetzte Knollenpflanzen können darin bleiben - man entfernt höchstens das Grün und stellt das Gefäß ebenfalls an einen dunklen, kühlen Ort. Das Gießen auf ein Mindestmaß beschränken, da die Knollen in der zu feuchten Erde sonst anfangen zu faulen.

Pflanzen von Schnee befreien

Ein Buchsbaum ist schneebedeckt. © NDR Foto: Udo Tanske
Schwerer, nasser Schnee kann zum Bruch von Ästen führen.

Das Gewicht von Schnee kann Pflanzen niederdrücken und dazu führen, dass Äste abbrechen. Deswegen ist es wichtig, besonders nassen und schweren Schnee von Ästen und Blättern abzuklopfen. Dabei ganz vorsichtig sein, da manche Pflanzen bei Frost brechen wie Glas. Gerade bei immergrünen Pflanzen wie Kirschlorbeer oder Buchsbaum ist es notwendig, die Schneelast ein wenig zu entfernen. Auch Christrosen am besten vorsichtig vom Schnee befreien.

Schnee kann auch zu einer gefährlichen Last für Gewächshäuser werden. Wenn sich darauf viel nasser und schwerer Schnee ansammelt, kann es zu Glasbruch kommen. Den Schnee rechtzeitig zu entfernen, beugt dieser Gefahr vor.

Verschneiten Rasen schonen

Wer im Frühjahr einen schönen, gleichmäßigen Rasen haben möchte, sollte ihn bei Schnee besser nicht betreten, denn die Halme können abknicken. Der Rasen ist auch kein geeigneter Ort, um dorthin größere Mengen Schnee nach dem Räumen von Wegen zu schaufeln. Die Schneehaufen tauen ungleichmäßig weg und hinterlassen den Rasen in keinem schönen Zustand.

Winterschutz
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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 27.09.2021 | 21:00 Uhr

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