Stand: 27.05.2018 07:31 Uhr

Kafka-Handschrift bringt 150.000 Euro ein

Der Schatz besteht aus sechs Seiten schwungvoller Handschrift, aus einem Notizbuch herausgerissen: Am Sonnabend ist in Hamburg der Entwurf eines Romanprojekts von Franz Kafka versteigert worden. Das Manuskript von 1911, das in einer Schweizer Privatsammlung auftauchte, erzielte beim Auktionshaus Christian Hesse 150.000 Euro. Auf 60.000 Euro war der Preis vorher geschätzt worden.

Käufer will anonym bleiben

Die Gebote im Auktionssaal in Barmbek-Süd liefen auch per Internet und Telefon ein, bis der Hammer gegen 14 Uhr fiel - und 90.000 Euro mehr einbrachte. Wer der Käufer ist, bleibt wie häufig bei Handschriften-Versteigerungen geheim. "Es handelt sich um eine private Sammlung", sagte Auktionator Christian Hesse.

Kafka hatte den Entwurf zu einem Roman im Alter von 28 Jahren verfasst - als er noch völlig unbekannt war. Der Schriftsteller hatte zwar zu Lebzeiten verfügt, dass nach seinem Tod alle seine Handschriften zerstört werden sollten. Doch sein Freund und Nachlassverwalter Max Brod hielt sich nicht daran. 1988 war das Manuskript zu Kafkas Roman "Der Prozess" für knapp 1,8 Millionen Euro versteigert worden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 26.05.2018 | 19:30 Uhr

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