Ein Kind greift mit einer Hand in eine Kiste mit bunten Lego-Steinen. © picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB Foto: Patrick Pleul

90 Jahre Lego: Nicht barfuß drauftreten!

Stand: 10.08.2022 08:19 Uhr

Die Geschichte von Lego beginnt laut dem Unternehmen am 10. August 1932: Der Däne Ole Kirk Kristiansen stellte seine Produktion auf Holzspielzeug um. Die Idee der bunten Plastiksteine folgt später.

von Sofie Donges

Eine Kiste voller Plastiksteine - damit beginnt die Legogeschichte nicht. Stattdessen konzentrierte sich der dänische Gründer und Tischler Ole Kirk Kristiansen zunächst auf die Produktion von Holzspielzeug: Boote, Züge und Flugzeuge.

Idee für Lego Plastiksteine: Erst zehn Jahre nach Firmengründung

Der Name Lego entstand erst einige Jahre später und auch da dachte Kristiansen noch nicht an kleine, bunte Plastiksteine. Die Idee hat er sich stattdessen rund zehn Jahre nach Firmengründung abgeschaut, so Casper Schrøder, Journalist vom Dänischen Radio, der das Unternehmen seit Jahren begleitet.

Seiten eines Kalenders © Fotolia_80740401_Igor Negovelov
AUDIO: Lego: Ein Welterfolg aus Plastik (15 Min)

"Als Lego in den 40er-Jahren begann, Plastikbausteine herzustellen, kam die Inspiration dazu von einer britischen Firma namens Kiddicraft, die offiziell Teil der Firmengeschichte ist. Also nein, Lego hat den Legostein nicht erfunden. Sie haben sich einfach nur inspirieren lassen. Und das machen sie nun schon seit Jahrzehnten sehr gut", findet Schrøder.

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Lego in Dänemark: Noch heute ein Familienunternehmen

Gemessen am Umsatz ist Lego das größte Spielzeugunternehmen der Welt, größer als Marken wie Hasbro oder Mattel, der Barbiehersteller. Auch heute noch ist Lego in der Hand der Nachkommen von Ole Kirk Kristiansen. Und die Zahlen sehen gut aus - das Familienunternehmen gilt als Pandemie-Gewinner: Denn als viele Menschen zu Hause saßen, brauchten sie Beschäftigung für sich und ihre Kinder. Doch die Unternehmensgeschichte ist bei Weitem nicht nur eine Erfolgsgeschichte, sagt der dänische Journalist Casper Schrøder.

"In den Neunzigern wurden Computerspiele plötzlich sehr populär und haben den Kindern Zeit gestohlen. Die Kinder konnten nicht mehr so viel Lego spielen. Wenn man dann ein Unternehmen ist, ohne konkrete Ausrichtung und ohne die Erfahrung, sich selbst neu zu denken, weil der Erfolg einfach immer da war - dann wird das zu einem Problem. Mitte der 90er-Jahre schrieb Lego zum ersten Mal rote Zahlen. Das war ein großer Schock."

Rettung vor der Insolvenz im Jahr 2004

Im Jahr 2004 stand Lego kurz vor der Insolvenz und holte einen externen Manager, zum ersten Mal in der Geschichte des Familienunternehmens. Der hatte einen einfachen, aber effektiven Plan: Volle Konzentration auf das Geschäft mit den Steinen - und sich nicht noch zusätzlich mit Uhren, Klamotten oder Freizeitparks verzetteln.

Stattdessen weniger, das aber gut machen und auf große Marken setzen wie Star Wars oder Harry Potter. Der Plan ging auf - der Umsatz stieg wieder.

Pandemiegewinner Lego will ab 2030 nachhaltiger arbeiten

Nun gilt es, das Unternehmen zukunftssicher zu machen - also auch nachhaltiger. Lego arbeitet an seinem Image, nämlich sauberes Plastik-Spielzeug herzustellen. Doch die Umstellung sei keine einfache Sache, sagt Journalist Schrøder: "Lego hat in den letzten zehn Jahren sehr viel Geld investiert, um grünere, nachhaltigere Steine zu entwickeln. So weit sind sie aber noch nicht. Es ist sehr, sehr schwierig, das zu erreichen. Steine sollen lange halten, die gleiche Qualität haben und mit alten Steinen kompatibel sein. Das alles mit der Verwendung nachhaltiger Materialien." Spätestens 2030 sollen diese neuen Steine in die Produktion gehen, schreibt Lego auf seiner Internetseite.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 10.08.2022 | 06:20 Uhr

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Zeitgeschichte

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