Stand: 08.04.2016 15:20 Uhr  - Hallo Niedersachsen  | Archiv

Unterwegs auf der Boxenstopp-Route

Essen/Oldenburg - Damme (45 Kilometer)

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Ein Ort der Einkehr an der Route: Kloster Burg Dinklage.

Von Essen/Oldenburg verläuft die vierte Etappe der Boxenstopp-Route durch das Artland, eine einmalige Kulturlandschaft mit mehr als 600 traditionsreichen Giebelbauernhöfen. Durch den Dinklager Burgwald, ein großes, zusammenhängendes Waldgebiet, geht es weiter vorbei am Kloster Burg Dinklage, der ältesten Wasserburg im Oldenburger Münsterland. Die Burganlage ist heute eine Benediktinnerinnenabtei, die zu Gottesdiensten und einer Kaffeepause einlädt. Es folgt ein Abschnitt mit schönen Fachwerkhäusern und Obstplantagen in das Erholungsgebiet Dammer Berge. Der Zielort Damme besticht durch die Pfarrkirche St. Viktor mit ihrem Turm aus dem 13. Jahrhundert sowie dem Stadtmuseum in der Lindenstraße. Mit rund 15.000 Einwohnern ist er der größte Ort des Erholungsgebietes Dammer Berge und aufgrund seiner langen Karnevalstradition, die bis ins Jahr 1614 zurückreicht, auch überregional bekannt.

Damme - Vechta (50 Kilometer)

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Die Radroute streift den Dümmer im Nordwesten.

Von Damme aus wendet sich die Boxenstopp-Route ostwärts zum Dümmer See. Der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens zieht Wassersportler und Naturfreunde gleichermaßen an. Das Westufer des Dümmer Sees ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Hier werden Führungen angeboten und Besucher haben die Möglichkeit, Rohrdommel, Fischreiher oder Sumpfhuhn zu beobachten.

Auf dem sogenannten Pickerweg geht es anschließend wieder Richtung Norden. Die ehemalige Handelsstraße verband im Mittelalter die Hansestädte Hamburg und Bremen mit dem Westen Deutschlands. Vorbei am Diepholzer Moor führt der Weg durch kleine Dörfer und Forststraßen nach Steinfeld. Der Ort wurde durch die Erfolge der Brüder Schockemöhle im Springreiten bekannt. Entlang des Lohner Moores führt die Boxenstopp-Route nach Lohne, die "Stadt der Spezialindustrien". Dort wurden einst Schreibfedern, Pinsel oder Korken produziert, heute überwiegend Kunststoffteile. Das Industriemuseum Lohne bietet ein umfassendes Bild der Industriegeschichte der Region. Die Vorführung einer echten Dampfmaschine ist nur eine der Attraktionen.

Zum Stoppelmarkt nach Vechta

Das nächste Etappenziel ist die bekannte Reiterstadt Vechta. Die Kreis- und Universitätsstadt lockt im August mit dem Volksfest Stoppelmarkt alljährlich eine halbe Million Besucher an. Im Museum im Zeughaus gibt es nicht nur Interessantes über das Mittelalter zu erfahren, sondern auch eine Menge zu erleben. In der Museumsschmiede dürfen Kinder selbst schmieden sowie Schwerter und Helme anfassen und aufsetzen.

Vechta - Cloppenburg (50 Kilometer)

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Noch heute wird in der Region, wie hier bei Goldenstedt, Torf abgebaut.

Die letzte Etappe der Tour führt zunächst in die Ausflugsregion Nordkreis Vechta, in Richtung Goldenstedt. Das Goldenstedter Moor ist Teil der Diepholzer Moorniederung und gehört zu den wertvollsten Moorlandschaften in Deutschland. Neben seltenen Pflanzen wie Sonnentau oder Wollgras sind im Moorgebiet auch verschiedene Vögel wie Kranich oder Schnepfenarten anzutreffen. Umfangreiche Informationen über das Gebiet mit seiner spezifischen Fauna und Flora erhalten Interessierte bei einem Abstecher in das Naturschutz Informationszentrum Goldenstedter Moor. Dort gibt es auch den sogenannten Moortunnel, in dem Besucher die "Unterwelt" des Moores entdecken können. Eine weitere Möglichkeit das Moor zu erkunden ist eine Fahrt mit der Moorbahn, die von März bis Oktober regelmäßig im Einsatz ist. Die Tour dauert circa eineinhalb Stunden und zeigt neben unberührten Moorflächen auch die Folgen durch Eingriffe der Menschen.

Visbeks historische Funde

Von Goldenstedt sind es gut zehn Kilometer nach Visbek. Umgeben von weiten Wäldern, Wiesen und verschlungenen Bachläufen ist Visbek mit seinen 13 Bauernschaften ein typischer Ort der Region. 819 erstmals als "Fisbechi" - also "Fischbach" - erwähnt, trägt er einen Fisch und einen Bach im Wappen. Die Gegend ist für die zahlreichen Steindenkmäler und historischen Funde bekannt. Sie weisen auf eine noch frühere Besiedlung hin und gelten als bedeutendste archäologische Stätten der norddeutschen Vorgeschichte. Imposant sind die Großsteingräber, auch Hünengräber genannt. 104 Meter lang und neun Meter breit ist zum Beispiel das "Bräutigamsgrab": Der Legende nach soll die gesamte Verwandtschaft des Bräutigams zu Stein erstarrt sein, als die zukünftige Braut einen Fluch aussprach, weil sie einen anderen liebte.

Abstecher in den Krattwald

Über die Autobahn 1 hinweg und durch die Emsteker Ortsteile Garthe, Halen und Höltinghausen geht es zurück nach Cloppenburg. Im Norden von Emstek, an der B 213, lohnt sich ein Abstecher in den Forst-Urwald Baumweg. Das große Waldgebiet wurde im Mittelalter intensiv genutzt. Weidetiere nagten an den Bäumen und sorgten so für eigenwillig gewachsene Bäume - einen sogenannten Krattwald.

Weitere Informationen zur Boxenstopp-Route bietet die Website des Oldenburger Münsterlandes.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 31.07.2010 | 19:30 Uhr

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