Stand: 13.10.2015 12:59 Uhr  | Archiv

Ostfriesland - Türme, Tee und Orgeln

Wattenmeer: Ein einzigartiger Lebensraum

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Leben im Watt: Zweimal am Tag fällt der Meeresboden trocken.

Von Den Helder in den Niederlanden bis Esbjerg in Dänemark reicht das Wattenmeer der Nordsee und ist damit die größte zusammenhängende Wattenlandschaft der Welt. Mittendrin liegt das Niedersächsische Wattenmeer mit den Ostfriesischen Inseln. Im Wechsel der Gezeiten zieht sich das Wasser zweimal am Tag zurück, sodass der Meeresboden trocken fällt. Dabei offenbart sich ein einzigartiger Lebensraum, der außerordentlich reich an Lebewesen ist.

Die meisten von ihnen, wie Wattwürmer, Krebse oder Schnecken, leben im Boden und bieten je nach Wasserstand ein reiches Angebot für Vögel und Plattfische. Auch zahlreiche Pflanzen gedeihen im Watt. Allein 250 Arten wachsen ausschließlich hier. Kundige Wattführer begleiten Besucher sicher über das Watt und verraten dabei eine Menge über den einzigartigen Lebensraum und seine Bewohner. Als Nationalpark und UNESCO-Weltnaturerbe steht das Wattenmeer unter einem besonderen Schutz.

Land für Radfahrer und Spaziergänger

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Flache Strecken, weiter Blick: Ostfriesland eignet sich gut zum Radfahren, es gibt zahlreiche ausgeschilderte Routen.

Ob mit dem Fahrrad oder zu Fuß - die weite Ostfrieslands lässt sich besonders gut auf die langsame Art erfahren. Einige Fernradwege wie die Internationale Dollartroute, die Deutsche Fehnroute oder der Nordseeküstenradweg führen durch Ostfriesland. Darüber hinaus gibt es zahlreiche ausgeschilderte Routen, die sich für Tages- oder Mehrtagestouren anbieten.

Noch gemächlicher können Touristen die weite Landschaft und die typischen, auf künstlichen Hügeln errichteten Warftendörfer bei ausgedehnten Spaziergängen erleben. Wer dabei noch einen typischen Friesensport kennen lernen möchte, kann sein Geschick beim Boßeln versuchen. Dabei wird eine etwa handgroße Holz- oder Gummikugel die Straße entlang geworfen. Die Mannschaften, die gegeneinander antreten, legen bei Wettkämpfen bis zu zehn Kilometer zurück.

Kulinarisches Ostfriesland

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Typisch für die Region: schwarzer Tee mit Milch und Kandis.

Snirrtjebraa, Smoortaal und natürlich kräftiger Schwarztee sind einige der typischen Köstlichkeiten aus Ostfriesland. Die Ostfriesenmischung besteht meist aus mehr als zehn unterschiedlichen Teesorten. Kräftige Assams sorgen für den würzigen Geschmack. Echter Ostfriesentee wird sehr stark gekocht und meist mit Milch oder Sahne und Kluntjes (Kandiszucker) genossen. Snirrtjebraa ist ein frischer Schweinebraten, der - in kleine Stücke geschnitten - kurz angebraten und dann zum Beispiel mit Zwiebeln, Wacholder, Lorbeer und Nelken geschmort wird.

Eine andere Spezialität stammt aus dem Ammerland: der Smoortaal - ein Räucheraal, der früher aus dem Zwischenahner Meer stammte und nach traditioneller Art mit den Fingern gegessen wird. Dazu wird der "Löffeltrunk" gereicht. Dieser Schnaps wird begleitet von Trinksprüchen aus einem Löffel getrunken. Seine erste Erwähnung findet der Smoortaal im Jahre 1108, als das Kloster Iburg regelmäßig mit der Spezialität beliefert wurde.

Karte: Ostfriesland auf einen Blick
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Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 06.11.2016 | 20:15 Uhr

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