Stand: 05.01.2018 14:28 Uhr

Energiebunker: Neues Leben für ein Mahnmal

Rund 30 Meter hoch, bis zu drei Meter dicke Wände und vier Meter dicke Decken: Der ehemalige Flakbunker an der Neuhöfer Straße ist eines der auffälligsten historischen Bauten Wilhelmsburgs. Die Internationale Bauausstellung rückte die Kriegsruine 2013 in den Mittelpunkt eines ihrer spektakulärsten Umbauprojekte. Seither produziert der mächtige Bau als Öko-Kraftwerk Energie und versorgt mittlerweile bis zu 3.000 Haushalte mit Wärme und 1.000 Haushalte mit Strom.

Herz des Energiebunkers: Ein riesiger Wärmespeicher

In dem seit Kriegsende ungenutzten Bauwerk wurde ein riesiger Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 2.000 Kubikmetern Wasser eingebaut - das sind zwei Millionen Liter. Die dort gespeicherte Wärme stammt zu einem bedeutenden Teil aus der Abwärme eines benachbarten Industriebetriebs, der sie zuvor ungenutzt abführte. Weitere Wärme erzeugen eine Holzfeuerungsanlage und ein Biogas-Blockheizkraftwerk sowie eine solarthermische Anlage auf dem Bunkerdach. Eine Photovoltaikanlage produziert zusätzlich fast 3.000 Megawattstunden Strom.

Von den Nazis erbaut, von den Briten gesprengt

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Über Jahrzehnte prägte der riesige Bunker den Stadtteil Wilhelmsburg. Doch niemand durfte die baufällige Ruine betreten.

Den Bunker hatten die Nazis 1943 während des Zweiten Weltkriegs erbaut. Mit seinen vier runden Flaktürmen sollte er ein weithin sichtbares Zeichen für die Wehrhaftigkeit der Stadt setzen. Während der Bombenangriffe auf Hamburg suchten bis zu 30.000 Menschen Schutz im Bunker. Gleichzeitig beschossen Soldaten die alliierten Flieger aus den Türmen mit Flugabwehrkanonen.

Nach dem Krieg ließen die Briten den Bunker 1947 durch eine gezielte Sprengung im Inneren zerstören. Sechs der ursprünglich acht Etagen stürzten ein, nur die äußere Hülle blieb stehen. Das gesamte Gebäude war fortan einsturzgefährdet, mehr als 60 Jahre lang durfte niemand es betreten. Bei den Umbaumaßnahmen zum Energiebunker ging es zunächst darum, den Bunker statisch zu sichern und von Grund auf zu sanieren. 40.000 Tonnen Schutt mussten ausgeräumt werden. Die Fassade wurde möglichst originalgetreu wieder hergestellt, um den Charakter eines Mahnmals zu erhalten.

Der Energiebunker

Neuhöfer Straße 7
21107 Hamburg
Anfahrt per Bus mit der Linie 13 bis Veringstraße

Öffnungszeiten Café und Ausstellung:
Fr 12-18 Uhr
Sa-So jeweils 10-18 Uhr

weitere Informationen auf der Website des Café-Betreibers

Kaffee trinken auf dem Bunkerdach

Auf dem Bunkerdach bietet eine Aussichtsterrasse in 30 Metern Höhe einen eindrucksvollen Blick über Wilhelmsburg und den Hafen. Dort befindet sich auch ein Café. Wer den Bunker besichtigen möchte, kann an einem Rundgang der Geschichtswerkstatt (jeden 2. Sonntag im Monat um 14.30 Uhr, 5 Euro) oder einer Führung des städtischen Energieversorgers Hamburg Energie (Sa und So jeweils 14, 15 und 16 Uhr, 3 Euro, Tickets erhältlich im Café) teilnehmen.

Montage: Bunker mit Dynamit auf dem Dach.

Heimatkunde: Bunker

Hamburg Journal -

In keiner Stadt wurden so viele Bunker errichtet wie in Hamburg. Ab 1940 entstanden rund 1050 Anlagen, heute stehen noch etwa 650 - einige Fakten über Hamburgs Bunker.

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Karte: Hier steht der Energiebunker
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal Spezial | 16.03.2013 | 19:05 Uhr

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