Ein Mann steht mit einem roten Rollkoffer vor einer Holzwand. © Fotolia/contrastwerkstatt

Ohne Probleme durch die Gepäckkontrolle

Stand: 21.07.2021 12:39 Uhr

Wer mit dem Flugzeug reist, sollte die Zoll- und Sicherheitsvorschriften kennen. Was darf ins Handgepäck? Wie sind die Regeln bei Flüssigkeiten? Welche Souvenirs und wie viel Alkohol sind erlaubt?

Wer Urlaub im Ausland macht, hat persönliche Dinge im Gepäck, viele nehmen auf der Rückreise ein Andenken mit nach Hause. Das führt oft zu Problemen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen oder beim Zoll. Welche Waren dürfen steuer- und zollfrei eingeführt werden? Auf welche Mitbringsel sollte man besser verzichten?

Was darf bei Flügen nicht ins Handgepäck?

Kosmetikartikel in einem durchsichtigen Plastikbeutel mit Verschluss. © dpa - Report Foto: Holger Hollemann
Flüssigkeiten im Handgepäck von Flugreisenden müssen in Plastikbeuteln verpackt sein.

Flugreisende dürfen im Handgepäck nur Flüssigkeiten in Behältern mit jeweils maximal 100 Millilitern mit ins Flugzeug nehmen. Dazu gehören auch Cremes, Zahnpasta, Frischkäse oder Lipgloss. Alle Behältnisse müssen in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren Plastikbeutel mit einem maximalen Fassungsvermögen von einem Liter verpackt werden. Diese Beutel sind beispielsweise in Drogeriemärkten erhältlich. Pro Passagier ist jeweils nur ein Beutel erlaubt. Medikamente für den persönlichen Gebrauch sind von dieser Regel ausgenommen.

Tabu sind im Handgepäck neben Waffen aller Art Taschenmesser und andere Messer mit einer Klingenlänge von mehr als sechs Zentimetern, spitze Gegenstände wie Nagelfeilen, Scheren, Stricknadeln und Flaschenöffner. Sie gehören ebenso wie größere Mengen Flüssigkeiten in den Koffer, der aufgegeben wird. Grundsätzlich verboten sind Gasbehälter für Campingkocher, Spielzeugwaffen, Feuerwerkskörper, Benzinfeuerzeuge, Nassbatterien oder Bleichmittel. Ein Gas- oder Einwegfeuerzeug beziehungsweise eine Packung Streichhölzer sind im Handgepäck erlaubt.

Wie viel Alkohol und Tabak sind erlaubt?

Bei Alkohol und Tabak geben sich die Länder der Europäischen Union untereinander kulant. Bis zu 800 Zigaretten, 10 Liter Spirituosen, 60 Liter Schaumwein und 110 Liter Bier dürfen für den persönlichen Bedarf mitgebracht werden. Bei Kaffee sind es 10 Kilo. Für Wein gibt es keine Höchstmenge. Kehrt man aus einem Nicht-EU-Land zurück, dürfen es lediglich 200 Zigaretten sein sowie 1 Liter Spirituosen mit mehr als 22 Prozent Alkohol oder 2 Liter mit einem Alkoholgehalt unter 22 Prozent, außerdem 4 Liter Wein und 16 Liter Bier. Für einige Gebiete wie die Kanarischen Inseln oder Frankreichs Überseedepartements gelten Sonderregelungen.

Welche Mitbringsel sind verboten?

Die Einfuhr von Korallen, Elfenbein oder gar ausgestopften Wildtieren wie Greifvögeln oder Krokodilen ist strikt verboten. Wer artengeschützte Tiere oder Pflanzen mit nach Hause nimmt - egal ob tot oder lebendig - dem drohen hohe Bußgelder. Da Laien den Unterschied nicht erkennen, rät der Zoll: Finger weg von Tieren und Pflanzen! Auch manch harmlos anmutendes Mitbringsel kann zu Problemen führen: So benötigen Reisende etwa für die Einfuhr von Orchideen und Kakteen eine Genehmigung. Kartoffeln und Weinreben dürfen aus Nicht-EU-Staaten grundsätzlich nicht nach Deutschland eingeführt werden. Mit den Pflanzen können gefährliche Krankheiten und Schädlinge eingeschleppt werden, die hier große Schäden verursachen können.

Problematisch können zudem Fossilien und bearbeitete Steine sein. In einigen Ländern, wie etwa Ägypten, herrschen strenge Richtlinien, um die eigenen Natur- und Kulturgüter zu schützen. Es ist daher ratsam, sich beispielsweise auf der Website des Auswärtigen Amtes über die jeweiligen Einreise- und Zollbestimmungen im Urlaubsland näher zu informieren.

App des Zolls verschafft Überblick

Darüber hinaus müssen Waren aus Nicht-EU-Ländern bei der Einreise beim Zoll angemeldet werden, sofern ihr Wert über 300 Euro liegt. Bei See- und Flugreisen liegt die Grenze bei einem Warenwert von 430 Euro. Für Großbritannien gelten seit Januar 2021 die Bestimmungen für den Warenverkehr mit Drittstaaten. Alle Regelungen hat der Deutsche Zoll zusammengefasst. Desweiteren bietet er eine Smartphone-App an, die genau anzeigt, welche Waren in welchen Mengen eingeführt werden dürfen - und welche Waren etwa aus Gründen des Artenschutzes komplett verboten sind.

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