Stand: 06.05.2019 16:39 Uhr

Was hilft bei chronischen Knieschmerzen?

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Bei Knie-Arthrose kann gezielte Bewegung die Beschwerden lindern.

Naturgemäß versucht man, ein schmerzendes Gelenk zu schonen. Das empfiehlt sich aber lediglich im akuten Entzündungsstadium, wenn es gerötet und geschwollen ist. Auf die Dauer macht fehlende Bewegung kranke Gelenke noch steifer und schmerzhafter, denn der umgebende Bandapparat verkürzt sich und wird unflexibel. Bewegung dagegen stärkt die stützende Muskulatur und fördert die Durchblutung. Außerdem wird nur bei Belastung die wichtige Gelenkflüssigkeit durch den Gelenkknorpel gepumpt, die ihn ernährt und das Gelenk "schmiert".

Frau macht Knie-Übungen an einem waagerechten Trampolin

Knie-Arthrose: Was hilft bei Schmerzen?

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Bei chronischen Schmerzen im Knie kann eine sogenannte multimodale Therapie helfen - mit gezielter Bewegung, Physiotherapie und Psychotherapie.

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Wie Bewegung die Knieschmerzen lindert

Die Knie-Bewegung wird durch vier Muskeln am Oberschenkel gesteuert. Sind die das Gelenk umgebenden Muskeln kräftig und ausbalanciert, dann kann die Bewegung optimal funktionieren. Sind die Muskeln zu schwach oder nicht in Balance, dann droht früher Verschleiß durch erhöhte oder falsche Belastung der Gelenkknorpel.

Im Gespräch
05:45
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Multimodale Therapie bei Knieschmerzen

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Bei chronischen Knieschmerzen kann eine multimodale Therapie helfen. Worauf dabei zu achten ist, erklärt Orthopäde Dr. Oliver Bachmann. Video (05:45 min)

Chat-Protokoll: Knieschmerzen

Schmerzende Gelenke zu schonen kann sie auf Dauer noch steifer machen. Der Orthopäde Oliver Bachmann hat im Visite Chat Fragen zum Thema Knieschmerzen beantwortet. mehr

Knorpel passt sich unter Belastung an

Durch Training können Betroffene viel erreichen. Wenn sie eine bestimmte Bewegung vermissen, sollten sie genau diese trainieren und auftretende Schmerzen ignorieren. Nur wenn eine Schwellung auftritt, zeigt das eine Überlastung an. Dabei kommt es zur Produktion von Entzündungsbotenstoffen und zur Flüssigkeitseinlagerung. In diesem Fall sollten Betroffene mit leichter Belastung beginnen und sie schrittweise steigern. Kommt es zu einer Schwellung helfen Kühlung und Kohlwickel über Nacht. Nachdem das Gelenk wieder abgeschwollen ist, kann das Training fortgesetzt werden.

Das optimale Training

Mit geeigneten Übungen lässt sich das Knie stabilisieren. Gleichgewichtsübungen auf dem Wackelbrett verbessern die Steuerung des Kniegelenks, die sogenannte Propriozeption (Eigenempfindung). Das Knie lernt dabei wahrzunehmen, wo es sich im Raum befindet und welche Muskeln angespannt werden müssen. Krafttraining festigt das Knie zusätzlich.

Es hilft, tägliche Rituale mit den Übungen zu verknüpfen - zum Beispiel morgens beim Nachrichtenhören oder abends beim Fernsehschauen das Wackelbrett hervorholen. Auch beim Zähneputzen kann man wunderbar auf einem Bein balancieren.

Immer mehr Wassersportvereine (zum Beispiel Surf- oder Kanuklubs) bieten Stand-up-Paddling (SUP) an. Auch in manchen Hallenbädern kann man Ausrüstung leihen und/oder Kurse machen.

Multimodale Schmerztherapie bei chronischen Knieschmerzen

Mit einem fachübergreifenden Behandlungsprogramm lassen sich chronische Knieschmerzen in vielen Fällen in den Griff bekommen. Dabei trainieren Ärzte, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten mit den Betroffenen Alltagsaktivitäten und tasten sich an die individuellen körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen heran.

In der vierwöchigen Intensivtherapie erfahren die Teilnehmer viel über typische Merkmale chronischer Schmerzen, wo diese herkommen und wie sie damit umgehen können. Am Ende kennen die Betroffenen die Unterschiede zwischen akuten und chronischen Schmerzen, können die Schäden auf dem Röntgenbild besser einschätzen und wissen, wie Schmerzmittel funktionieren und richtig eingesetzt werden. Die Erfolgsrate ist sehr hoch: 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer berichten über anhaltende Linderung ihrer Beschwerden.

Ganzheitliche Therapie behandelt auch die Psyche

In psychotherapeutischen Einzelgesprächen lernen die Betroffenen, ihrem Körper wieder zu vertrauen und die Schmerzen zu ignorieren. Denn in der ganzheitlichen Therapie geht es nicht nur um das Knie. Auch die Seele leidet unter den Schmerzen: Ängste, depressive Verstimmungen, Rückzug und Einsamkeit können Spuren sein, die der Schmerz in der Psyche hinterlassen hat.

Oft hat der Schmerz eine Schutzfunktion: So lässt sich zum Beispiel ein Konflikt am Arbeitsplatz mit einer Krankschreibung vermeiden, oder bei Beziehungsproblemen bekommt der Partner möglicherweise Mitleid und wendet sich dem Betroffenen wieder zu. Hier kann eine Verbesserung der Problemlösungsfähigkeit viel bewirken.

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Experten zum Thema

Dr. Oliver Bachmann, Facharzt für Chirurgie/Unfallchirurgie, Arzt für physikalische Medizin und Balneologie
Karolin von Korn, Physiotherapeutin
Dipl.-Psych. Franziska Winkel, Psychologische Psychotherapeutin
Rückenzentrum St. Georg
Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
(040) 18 18 85-26 10
www.asklepios.com

Weitere Informationen
Deutsche Arthrose-Hilfe e. V.
Postfach 11 05 51, 60040 Frankfurt/Main
www.arthrose.de

Dieses Thema im Programm:

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