Ein Glühweinstand auf dem Weihnachtsmarkt. © imago/Roland Mühlenanger Foto: Roland Mühlenanger

Trotz Kritik: Land will Weihnachtsmarkt-Regeln nicht ändern

Stand: 13.10.2021 10:46 Uhr

Mit der neuesten Corona-Verordnung hat das Land die Regeln für Niedersachsens Weihnachtsmärkte festgelegt - mit Spielraum für die Kommunen. Dennoch gibt es erhebliche Einwände.

Zuletzt äußerte sich der Niedersächsische Städtetag: Er beklagte, die Regelungen seien zu kompliziert, zu personalintensiv und zu kostenintensiv. Der niedersächsische Corona-Krisenstab hat die Entscheidung der Landesregierung daraufhin verteidigt. Krisenstabschef Heiger Scholz nannte es überraschend, dass der Städtetag die Regeln für nicht praktikabel hält. Diese seien auf Basis der Konzepte der Schausteller erarbeitet worden. Scholz sagte, es gebe keinen aktuellen Anlass, die Verordnung daraufhin zu überarbeiten.

Was bedeutet die 3G-Regel?

Nur Geimpfte, Genesene oder Getestete (3G) erhalten Zutritt zu Innenräumen von Behörden und anderen Einrichtungen wie Restaurants, Kinos, Fitnessstudios oder Krankenhäusern. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig getestet werden. Bei einem niedrigen Corona-Risiko kann die Regelung ausgesetzt werden. Antigen-Schnelltests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein, PCR-Tests nicht älter als 48 Stunden. Gäste von Beherbergungseinrichtungen müssen bei der Anreise einen negativen Test vorweisen und diesen alle 72 Stunden wiederholen. Bei der 2G-Regel reicht ein Test nicht aus, hier haben nur Geimpfte oder Genesene Zutritt.

3G-Modell für Fahrgeschäfte und Gastronomie

Weihnachtsmärkte sollen in diesem Jahr unter 3G-Auflagen möglich sein - beispielsweise mit Zäunen und Zugangskontrollen oder mit Armbändern für Gäste. Die Art und Weise der Kontrollen sollen die Betreiber sicherstellen. 3G gilt allerdings nur für Fahrgeschäfte und gastronomische Betriebe. Der Besuch an sich soll nicht an 3G geknüpft werden.

Städtetag sieht Konfliktpotenzial

Der Städtetag hatte die Verordnung kritisiert. "Eine Einzäunung des Marktes mit Zugangskontrollen widerspricht dem Charakter der Weihnachtsmärkte. Die alternativ vorgeschlagene Bändchen-Ausgabe ist organisatorisch aufwendig, personal- und damit sehr kostenintensiv", sagte Städtetagspräsident Ulrich Mädge (SPD) in einer am Montag verbreiteten Mitteilung. Man befürchte zudem Konflikte zwischen Betreibern und Besuchern, wenn an Buden 3G durchgesetzt werden müsse.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.10.2021 | 10:00 Uhr

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