"Nosferatu - ein Drehtag des Grauens" auf der Bühne in Wismar. © NDR/ Axel Seitz Foto: Axel Seitz

Abgedrehte Horror-Show: "Nosferatu" spukt in Wismar

Stand: 16.07.2021 14:50 Uhr

In der St.-Georgen-Kirche zu Wismar wird der Dreh zum legenderen Filmklassiker "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" auf der Bühne nachgespielt.

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von Axel Seitz

Der Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau sowie die Schauspieler Greta Schröder, Max Schreck und Gustav von Wangenheim drehen einen Film in Wismar: "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens". Das war im Juli 1921. 100 Jahre später sind alle Künstler wieder zu erleben. Und zwar in der St.-Georgen-Kirche zu Wismar, in einem komödiantischen Horror-Spektakel.

Die Allüren der Stars mit eingewoben

"Ich hoffe, dass uns ein spannender Film gelingt", begrüßt Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, gespielt von Robert Glatzeder, seine Schauspieler zu den Dreharbeiten.

Da dieses spätere Meisterwerk der Filmgeschichte natürlich ein Stummfilm ist, musste Regisseur und Autor Holger Mahlich umdenken: "Man kann ja den Film nicht pur auf der Bühne erzählen. Wir haben es uns so überlegt, dass wir den ersten legendären Drehtag in Wismar bei uns auf die Bühne bringen. Das gibt uns die Möglichkeit, die Stummfilmszenen wirklich zu drehen und mit einer Kamera auf die Leinwand zu werfen, so dass der Zuschauer ein Bild davon hat, das aussieht wie im Film. Und zum anderen gibt es aber die Möglichkeit, lustige Geschichten zu erzählen rund um die ganzen Allüren der Schauspieler, der Diven."

Authentische Dialoge auf die Bühne gebracht

Und so werden die Zuschauer 100 Jahre nach den echten Dreharbeiten Zeuge, wie beispielsweise der "Nosferatu"-Darsteller Max Schreck mit seinem Regisseur um Details feilscht:

"Ach Friedrich, entschuldige. Weißt Du, bei der Stelle 'Wollen wir nicht ein wenig zusammenbleiben, Liebenswertester', solltest Du da nicht ganz groß auf mich gehen?"
"Selbstverständlich, machen wir direkt in der Anschlussszene 'Nosferatus unheimliche Freundlichkeit' - da brauche ich Deine Augen ganz groß."
"Ich glaube, mein Blick ist aus dramaturgischen Gründen an dieser Stelle extrem wichtig."
"Das ist der dramaturgische Höhepunkt der Szene."

"Live zu spielen: das Allerschönste!"

Als Goedeke Michels hatte der Schauspieler sich bei den Störtebeker-Festspielen auf Ralswiek einen Namen gemacht, nun agiert Dietmar Lahaine als Max Schreck in Wismar: "Nosferatu war mir ein Begriff. Ich habe mir aber den Film bestellt und ausgiebigst angeguckt. Ich habe versucht, etwas von der Spielweise zu übernehmen. Und die Maske ist auch sehr gut dem nahegekommen."

"Ich finde es ganz toll, in diesen heiligen Hallen hier zu spielen", sagt Anika Lehmann in der Rolle der Greta Schröder und ergänzt: "Und dass wir eine Band dabei haben. Endlich wieder live - das ist das Allerschönste, egal wo oder wie."

Einblick ins Jahr 1921

Neben sechs Schauspielerinnen und Schauspielern begleiten drei Musiker das Geschehen live auf der Bühne mit Musik zum Stummfilm, zudem ist auch das Ensemble der "Charakterköpfe Wismar", die Theatergruppe der Wismarer Werkstätten dabei. Alle zusammen präsentieren den Zuschauern einen möglichen Einblick in die Dreharbeiten vom Juli 1921.

Holger Mahlich und seinem Ensemble ist ein wunderbarer rund 80-minütiger Theaterabend gelungen. Kurzweilig, schaurig, amüsant, überzeugend. "Nosferatu - ein Drehtag des Grauens" lädt förmlich dazu ein, sich den Originalfilm mal wieder oder erstmals anzusehen und nach Wismar zu kommen zum diesjährigen Theatersommer in der St.-Georgen-Kirche.

Abgedrehte Horror-Show: "Nosferatu" spukt in Wismar

Unter "Nosferatu - ein Drehtag des Grauens" bringt Regisseur Holger Mahlich den Grusel-Klassiker von 1921 neu auf die Bühne.

Art:
Bühne
Datum:
Ort:
St.-Georgen-Kirche
St.-Georgen-Kirchhof 1A
23966  Wismar
Öffnungszeiten:
Die Premiere von "Nosferatu - ein Drehtag des Grauens" am Freitagabend ist bereits ausverkauft, weitere Vorstellungen gibt es - jeweils um 17.30 und 20 Uhr - donnerstags bis sonnabends bis zum 7. August sowie einmalig am Sonntag, den 1. August um 16 Uhr als barrierefreie Vorstellung.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 16.07.2021 | 14:40 Uhr