Gezeichneter Entwurf eines Theaterneubaus in grau/weiß/gelb gehalten. © Architekturbüro Hascher & Jehle/dpa

Volkstheater Rostock: Ehrgeiziger Terminplan vorgestellt

Stand: 10.11.2021 12:59 Uhr

Jahrzehntelang ist in Rostock nach einer Lösung für den Neubau des Volkstheaters gesucht worden. Seit Juli 2020 gibt es einen Entwurf für den neuen Standort unweit vom Stadthafen. Nun wurde der Stand der Planungen vorgestellt. 

Baubeginn 2023, Fertigstellung Ende 2027: Das sind die ehrgeizigen Pläne für den Neubau des Rostocker Volkstheaters. Die Diskussion darum beschäftigt die Hansestadt schon seit Jahrzehnten. Am Dienstag wurde erstmals der Stand der Planungen öffentlich vorgestellt.

Neues Wahrzeichen und Begegnungsort

Das "neue Wohnzimmer für die Stadt" solle ein Haus werden, in das alle 200.000 Rostocker kommen könnten, sagte die Chefin des für die kommunalen Immobilien zuständigen Betriebs KOE, Sigrid Hecht. Es werde nicht nur Theater gespielt. Der Neubau solle neues Wahrzeichen und Begegnungsort werden.

Sieger-Entwurf stammt aus Berlin

Seit Juli vergangenen Jahres gibt es einen Entwurf für das Gelände zwischen Langer Straße und Stadthafen. Er stammt vom Berliner Architektenbüro Hascher Jehle, das als Sieger aus dem Architekturwettbewerb hervorgegangen ist. Geplant ist ein repräsentatives Haus auf acht Etagen mit zwei großen Sälen, Probenräumen für alle Sparten, Tiefgarage und einem Panoramarestaurant mit Blick auf die Warnow. Rund 100 Interessierte nahmen an der Informationsveranstaltung teil.

Erste Vorstellungen im Jahr 2028

Bis zur ersten Premiere im dann neuen Großen Haus werden noch mindestens sieben Jahre vergehen und mehr als 110 Millionen Euro verbaut. Nach aktuellem Stand könnte es 2023 die Baugenehmigung geben und wenig später den ersten Spatenstich, informierte Sigrid Hecht am Dienstag.

Moderne Technik für die nächsten Jahrzehnte

Olaf Grambow, technischer Berater für den Neubau, verwies auf die technische Entwicklung: Es gelte jetzt vorausschauend zu denken. "Wir bauen so ein Haus ja für 30, 40, 50 Jahre und wenn wir das berücksichtigen und auch mit Mut angehen, dann sind wir auch zur Eröffnung des Hauses ganz weit vorn", sagte Grambow im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

Skeptiker: Zu viele Projekte in Rostock

Am geplanten Theaterneubau gab es über die Jahre hinweg immer wieder Kritik. Grund dafür sind die vielen anderen Millionen-Baustellen, die in Rostock anstehen. Der Stadthafen beispielsweise soll bis zur Bundesgartenschau (BUGA) 2025 grundlegend umgestaltet werden. Skeptiker quer durch die Parteienlandschaft bemängelten mehrfach: Alles könne man sich nicht leisten.

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In diesem Zusammenhang tauchte auch immer wieder die Frage auf, ob so ein großes Theater überhaupt notwendig sei. Als problematisch angesehen wurden hierbei die möglicherweise hohen Baukosten. Denn: Das neue Haus wird deutlich größer sein als das alte Theater.

Umgebautes Provisorium als Hauptspielstätte

Der letzte echte Theaterneubau wurde im Jahr 1895 eingeweiht - nach 15 Monaten Bauzeit und für 600.000 Mark. Seit 1942, als das Volkstheater durch Bomben zerstört wurde, muss sich Rostock mit dem zum Theater umgebauten Provisorium als Hauptspielstätte begnügen. Das Gebäude könne nicht die heutigen Ansprüche an ein modernes Theater erfüllen, heißt es seit vielen Jahren. Das Große Haus war Ende Februar 2011 wegen erheblicher Mängel beim Brandschutz sogar vorübergehend geschlossen worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Kulturjournal | 10.11.2021 | 11:00 Uhr