Stand: 18.11.2018 07:31 Uhr

Psychedelisches Märchen: Bowie-Musical in Hamburg

von Katja Weise

"Der Mann, der vom Himmel fiel" - 1976 kam dieser Film heraus, mit David Bowie in der Rolle eines Außerirdischen, der auf der Erde landet. 40 Jahre später griff der Künstler die Geschichte wieder auf und schrieb zusammen mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh eine Fortsetzung: "Lazarus". Die Uraufführung des Musicals im Dezember 2015 in New York erlebte Bowie noch, er steuerte viele Hits und auch neue Songs bei. Inzwischen wird "Lazarus" auch an deutschen Bühnen gespielt, am Sonnabend war Premiere am Hamburger Schauspielhaus.

Bunt geht es zu, sehr bunt. Schrille Kostüme, eine fantastische Insel mit bunten Bäumen und schroffen Felsen mitten auf der Bühne, flimmernde Bildschirme, groß und klein - an der Seite eine schlichte, dunkle Bar. Dorthin geht Newton, wenn ihm alles zu viel wird und schenkt sich einen Drink ein, er geht oft hin. Der Mann, der einst vom Himmel fiel, ist irre geworden am Planeten Erde, hängt lethargisch im Plexiglas-Liegestuhl und lässt die Welt an sich vorbeirauschen: Reagan, Kennedy, die Tagesschau, Hühner ...

Aufführung des Bowie-Musical "Lazarus" im Schauspielhaus

Schauspielhaus zeigt Bowie-Musical "Lazarus"

Hamburg Journal -

Kurz vor seinem Tod schrieb Pop-Ikone David Bowie sein erstes und einziges Musical "Lazarus". Im Schauspielhaus feiert die Geschichte um einen Außerirdischen nun Premiere.

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Extra ans Schauspielhaus geholt

Die Geschichte von "Lazarus" ist einigermaßen wirr, es geht um eine große Liebe und deren Verlust, Einsamkeit und Fremdheit. Gestalten tauchen auf, Mädchen, Frauen, echte und fantastische, ein teuflisches Alter Ego, das auf Zerstörung aus ist. Fast alles spielt sich allein in Newtons Kopf ab.

Alexander Scheer ist extra für diese Produktion ans Schauspielhaus Hamburg geholt worden. Er ist dieser Mann, lang und schmal, ist David Bowie, dem er noch mit rot gefärbten Haaren zum Verwechseln ähnlich sieht. Und singen kann Scheer auch.

Szene aus der Inszenierung "Lazarus" im Schauspielhaus Hamburg. © Arno Declair Foto: Arno Declair

"Lazarus" feiert Premiere in Hamburg

NDR Info - Echo am Morgen -

Kurz vor seinem Tod schrieb David Bowie sein einziges Musical "Lazarus". Im Schauspielhaus Hamburg feierte die Geschichte um einen Außerirdischen Premiere - es war vor allem: bunt.

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Eine Art psychedelisches Märchen

Falk Richter inszeniert Newtons Fantasien als eine Art psychedelisches Märchen. Dazu sind auf den Bildschirmen wild geschnittene Aufnahmen zu sehen, etwa von den G20-Krawallen in Hamburg, von Feuersbrünsten, Bombenangriffen, Sturmfluten oder von Rinderherden und Cowboys.

Doch einen klaren Zugriff lässt Richter vermissen. Bei ihm ist alles vor allem: bunt. Vielleicht müsste man die zugegeben eher eindimensionale Vorlage subtiler oder abstrakter umsetzen. Und nicht in erster Linie auf überwältigende Effekte setzen. Überwältigend gut ist hingegen Alexander Scheer, so ein Bowie ist ein Geschenk. Für ihn und das insgesamt überzeugende Ensemble gab es viel Beifall.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassikboulevard | 18.11.2018 | 13:20 Uhr

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