Stand: 02.01.2019 00:01 Uhr

Influencer: Wie arbeiten eigentlich Blogger?

von Elise Landschek

Wenn Teenager gefragt werden, was sie mal werden wollen, lautet die Antwort immer häufiger: Youtuber, Blogger oder Instagram-Star. Es scheint verlockend, mit kleinen Videos und Blogeinträgen viel Geld zu verdienen und in kürzester Zeit von vielen Tausend Nutzern bewundert zu werden. Für Werbekunden sind die sogenannten Influencer besonders interessant.  Aber wie arbeiten sie eigentlich wirklich, wie verdienen sie ihr Geld? Wir stellen drei Influencer vor. Teil 1: die Bloggerin.

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Bloggerin Michaela Fuchs schreibt in ihrem Blog von Skandinavien: Rezepte, Reisen und Design.

Wenn es etwas gibt, das Michaela Fuchs wirklich hasst, dann ist das: Stress. Auf ihrem Internetblog Mahtava postet sie idyllisch ausgeleuchtete Bilder vom Blaubeerensammeln, vom Zimtschnecken backen und von ihrem verschneiten Ferienhäuschen im finnischen Polar-Winter. Wie die meisten Blogger hat Fuchs einen Schwerpunkt gewählt, um eine bestimmte Fangruppe anzusprechen. Bei ihr heißt er: Skandinavien. Rezepte, Reisen und Design. Michaela Fuchs ist hauptberuflich Grafikdesignerin, ihr Blog ist ihr Hobby, in dem sie sich frei ausleben will. "Ich würde damit gerne Geld verdienen, aber dann wäre man doch wieder eingeschränkt in dem, was man tut", sagt sie. "Man muss sich an Kundenwünsche halten und dann wäre es mit der Freiheit dahin."

 Blogger wirken besonders persönlich und damit glaubwürdig

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Der Blog Mahtava ist für Michaela Fuchs zu einem großen Teil ihres sozialen Lebens geworden.

Sie bekomme regelmäßig Produkte von Firmen zugeschickt, um sie dann auf ihren Fotos zu platzieren und einen kurzen Beitrag darüber zu schreiben, erzählt sie. Vom Gummistiefel bis zum Nudelholz ist alles dabei. Die Produkte könne sie dann behalten, das ist quasi ihr Lohn. Ab und zu wird sie auch zu einer Promo-Reise eingeladen. Die Firmen freuen sich über günstige, zielgruppengerichtete Werbung, denn Blogger wirken besonders persönlich und damit glaubwürdig auf die potentiellen Kunden. Auch so genannte "Nano-" oder "Mikroinfluencer" wie Michaela Fuchs, mit nur 4.000 Followern. Mehr Follower würden auch mehr Stress bedeuten - und Stress mag sie - wie bereits erwähnt - gar nicht.

Fast die gesamte Freizeit steckt im Blog

"Von der Arbeit her ist es so, dass du selbst dein eigener Salesman bist und Akquise machen und Sachen ranschaffen musst", erklärt Michaela Fuchs. "Das ist viel Arbeit: du schreibst, fotografierst, musst irgendwo hingehen, die Social-Media-Kanäle bedienen. Ich will nie andauernd am Handy hängen müssen, ich will es auch mal weglegen." Trotzdem investiert Michaela fast ihre gesamte Freizeit in ihren Blog. Die begeisterten Kommentare unteren ihren Rezepten und Artikeln beflügeln sie. Der Blog ist für sie zu einem großen Teil ihres sozialen Lebens geworden, sagt sie. "Für mich ist das eine richtige Bereicherung!"

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