Stand: 05.12.2014 10:25 Uhr  | Archiv

Eine Reise in die Tiefen der Höhlen

von Peter Jagla

Man sieht die Hand vor den eigenen Augen nicht - so dunkel ist es zurzeit in der Sonderausstellung des Paläon in Schöningen (Landkreis Helmstedt). Und das ist gewollt. Nur, wer die kleine Taschenlampe in der Hand anstellt, erkennt sie: Malereien aus alten Höhlen - fotografiert und auf Leinwänden ausgestellt. Idee von "Bilder im Dunkeln - Höhlenkunst der Eiszeit" ist es, sich auf eine gefühlte Reise in alte Höhlen zu begeben, um die 12.000 bis 35.000 Jahre alten Malereien zu entdecken. Man kann dabei nur erahnen, wie die ältesten Kunstwerke der Menschheit damals in absoluter Kälte, Dunkelheit und Feuchtigkeit entstanden sind.

Zeitreise: 270.000 Jahre in die Zukunft

Eigentlich dreht sich im Paläon alles um eine viel ältere Zeit. Die Speere, die in der Region um Schöningen gefunden wurden und wegen denen das Paläon gebaut wurde, sind 300.000 Jahre alt. Die Sonderausstellung spielt 270.000 Jahre später, passt aber trotzdem in das Konzept, denn auch sie beschäftigt sich mit dem altsteinzeitlichen Jäger und Sammler. Auf den Malereien werden vorwiegend Tiere dargestellt, einige mit Speeren und Wunden. Es gibt aber auch Handabdrücke, geheimnisvolle Zeichen und Darstellungen von Menschen.

Solche Fotos könnte man heute nicht mehr schießen

Dass es so gute Bilder der Malereien in den Höhlen gibt, liegt am Deutschen Heinrich Wendel. Der Bühnenbildner aus Düsseldorf war zwischen 1964 und 1970 in mehr als 50 spanischen und französischen Höhlen unterwegs und schoss etwa 3.000 Bilder. Heute wäre das aus konservatorischer Sicht nicht mehr möglich, denn die Höhlen sind nur für Wissenschaftler begehbar. Im Paläon hingegen kann man sich zumindest die Abbilder der Wandmalereien anschauen. Die Ausstellung "Bilder im Dunkeln - Höhlenkunst der Eiszeit" ist eine Leihgabe des Neanderthal Museums aus Mettmann.

Eine Reise in die Tiefen der Höhlen

Das Paläon zeigt Fotos von Höhlenmalereien aus der Eiszeit. Das Besondere: In der Ausstellung ist es so dunkel wie in den Höhlen. Nur mit einer Taschenlampe wird die Kunst sichtbar.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Paläon
Paläon 1
38364Schöningen
Telefon:
(05352) 96 914-0
E-Mail:
info@palaeon.de
Preis:
4,50 Euro (12 Euro inkl. reguläre Ausstellung)
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9 bis 17 Uhr
Donnerstags 9 bis 20 Uhr
Wochenende und Feiertage 10 bis 18 Uhr

ab 2015:
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 07.12.2014 | 16:20 Uhr

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