Stand: 12.12.2019 10:29 Uhr

Celles weißes Schloss auf dem grünen Hügel

Idyllischer kann ein Schloss mitten in einer Stadt kaum liegen. Schloss Celle thront auf einer kleinen Anhöhe am Rand der idyllischen Altstadt. Ein Wassergraben und mächtige alte Bäume umgeben den Bau, der weiß durch die Zweige leuchtet. Das repräsentativste Bauwerk der Stadt Celle geht auf eine Burganlage aus dem späten 13. Jahrhundert zurück. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde das Ensemble umfassend aus- und umgebaut. Seitdem hat es sich sein barockes Äußeres weitgehend bewahrt.

VIDEO: Ausflugstipp: Besuch im Celler Schloss (7 Min)

Residenz der Welfen

Über Jahrhunderte diente das Schloss dem Adelsgeschlecht der Welfen als Residenz. Bereits 1292, als Herzog Otto der Strenge Celle gründete, stand an dieser Stelle ein Wehrturm, später eine kleine Burganlage. Im 14. Jahrhundert wurde sie zu einer Wasserburg ausgebaut. Noch heute sind die Kellergewölbe aus dieser Zeit erhalten. In einer Urkunde von 1315 wurde das Castell erstmals erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten ließen verschiedene Herrscher das Schloss erweitern. Entscheidenden Anteil daran hatten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, die ihre Residenz 1378 von Lüneburg nach Celle verlegten.

Venezianische Fassade und barockes Theater

Besucher-Ränge im Schlosstheater Celle © NDR / Axel Franz Foto: Axel Franz
In der Fürstenloge des Theaters (rechts im Bild) sitzen heute bürgerliche Besucher.

Erst als Georg Wilhelm 1705 als letzter Herzog verstarb, gaben die Welfen das Schloss als Residenz auf. Georg Wilhelm, dessen Wappen noch an einem Portal im Innenhof prangt, gab dem Anwesen sein heutiges Äußeres. Er ließ die Fassaden der nahezu quadratischen, vierflügligen Anlage mit großem Innenhof im venezianischen Stil umgestalten. Der Herzog sorgte auch für das barocke Schlosstheater, heute eines der ältesten erhaltenen Hoftheater, das mit eigenem Ensemble spielt. Regelmäßig finden in dem prunkvollen Theater Aufführungen statt - von Klassik bis Moderne.

Einzigartige Kapelle

Sehenswert ist auch die Schlosskapelle. Sie gilt als das einzige Gotteshaus in Deutschland aus frühprotestantischer Zeit, das komplett im Stil der Renaissance erhalten ist. Die reich verzierte Kapelle mit Bildern und Malereien aus der Zeit um 1570 wird zum Schutz der Kunstwerke nur selten geöffnet. Besucher können durch eine Glasscheibe einen Blick ins Innere werfen.

Museum zur Geschichte als Residenzstadt

Besucher stehen während einer Führung im Celler Schloss © Celle Tourismus und Marketing
Fremdenführer in historischen Kostümen führen die Besucher durch die Gemäuer des Celler Schlosses.

Wer all diese Kulturschätze sowie die historischen Schlossräume mit den restaurierten barocken Staatsgemächern und dem Königssaal besichtigen möchte, kann an einer Schlossführung teilnehmen, teilweise mit historischer Kostümierung. Dabei lässt sich die Entwicklung des Schlosses nachvollziehen - vom mittelalterlichen Sitz der Herzöge bis zur Sommerresidenz der Könige von Hannover im 19. Jahrhundert. Elemente aus allen Epochen haben die Zeit im Celler Schloss überdauert. Zur Schlossführung gehört auch ein Besuch im Residenzmuseum.

Der Park gehört dem Volk

Das Schloss steht in einer kleinen Parkanlage mit altem Baumbestand, Rasenflächen und einem knapp sieben Meter breiten Wassergraben. Der Garten wurde erst ab dem späten 18. Jahrhundert angelegt. Später kamen Flächen außerhalb des Schlossgrabens hinzu. Der gepflegte Park ist frei zugänglich und eine beliebte Grünfläche in der Celler Innenstadt.

Karte: Die Innenstadt von Celle

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