Auf dem Boden liegen Pferdeäpfel © picture-alliance/dpa Foto: Fredrik Von Erichsen

Herbizid in Pferdemist: Vorsicht beim Düngen

Stand: 07.09.2021 17:13 Uhr

Viele Gärtner nutzen Pferdemist als natürlichen Dünger. Doch der Mist kann Spuren eines Unkrautvernichtungsmittels enthalten. Kulturpflanzen wie Tomaten verkümmern.

Pferdemist gilt als natürlicher, preiswerter Dünger. Pferdebesitzer sind oftmals froh, wenn sie einen Abnehmer für die Hinterlassenschaften ihrer Tiere haben. Und Gartenliebhaber freuen sich über den nährstoffhaltigen Mist, der als bodenverbessender Langzeitdünger eingesetzt wird. Doch in diesem organischen Dünger können Rückstände eines Herbizids, also Unkrautvernichtungsmittels, enthalten sein.

Achtung: Herbizid im Pferdemist

Geschädigte Tomate mit verkrüppelten Blättern © NDR
Chemie statt Bio? Pferdemist kann Herbizid enthalten.

Auf Weiden und Wiesen wird das Herbizid Simplex® mit dem Wirkstoff Aminopyralid unter anderem gegen giftige Kreuzkraut-Arten eingesetzt. Über das Futter wird der Wirkstoff beispielsweise von Kühen und Pferden aufgenommen. Für die Tiere ist das kein Problem, sie scheiden ihn wieder aus. Doch so gelangt Aminopyralid in den Pferdemist - und am Ende in die Nutzpflanzen. Einige Kulturpflanzen wie Kartoffeln, Möhren, Tomaten oder Salat reagieren auf geringste Wirkstoffmengen und werden in ihrer Entwicklung stark beeinträchtigt.

Geschädigte Pflanzen im Restmüll entsorgen

Die Schädigungen durch das Herbizid zeigen sich beispielsweise bei Tomaten an verkrüppelten Blättern und Früchten, die zudem nicht reifen. Davon können sich die Pflanzen nicht erholen, solange das Herbizid über den Pferdemist im Boden ist. Im Prinzip müssen in einem solchen Fall sowohl die Pflanzen als auch die Erde entsorgt werden - aber auf keinen Fall im Kompost, sondern in der Restmülltonne.

Frischen Mist nicht direkt ans Gemüse

Mit einer Harke wird die Erde zwischen Tomatenpfanzen aufgelockert. © NDR
Pferdemist gehört erst ins Gemüsebeet, wenn nicht mehr geerntet wird.

Wer frischen Pferdemist ohne Herbizid-Rückstände bekommt, kann diesen zum Beispiel direkt für Blumen, Beerensträucher und Obstbäume einsetzen. Am besten im Spätherbst eine dünne Schicht frischen Mist ausbringen.

Ganz anders ist es bei Gemüsepflanzen: Der Mist darf nur in den Beeten verwendet werden, in denen kein Gemüse mehr wächst - also am besten in abgeernteten Beeten. Dazu den Mist maximal spatentief in die Erde einarbeiten. In den folgenden zwei Jahren werden auf diese Weise nach und nach Nährstoffe freigesetzt, bis der Pferdemist verrottet ist. Pferdemist eignet sich als Dünger für Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf, sogenannte Starkzehrer wie Kürbis, Sellerie und Zucchini.

Pferdemist gesondert kompostieren

Alternativ kann der Pferdemist kompostiert und ungefähr nach einem Jahr verwendet werden. Das sollte in einem separaten Kompost erfolgen.

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Dieses Thema im Programm:

Garten-Docs | 18.09.2021 | 17:35 Uhr

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