Stand: 04.06.2019 17:19 Uhr  | Archiv

Den Garten pflegeleicht und naturnah gestalten

Zwei Stühle und ein Tisch im Garten, davor wild wachsende Blumen © imago images / blickwinkel
Ein naturnaher Garten macht weniger Arbeit - und lädt zum Verweilen ein.

Viele Gartenbesitzer wünschen sich zwar eine üppige Pflanzenpracht, möchten aber möglichst wenig Zeit in die Pflege stecken. Schließlich soll der Garten für die meisten vor allem ein Ort der Erholung sein. Im Trend liegen deshalb seit einiger Zeit Schottergärten, in denen große Flächen von Steinen bedeckt sind. Solche Flächen sehen meist nicht nur trist aus, sondern sind auch aus ökologischer Sicht wertlos, denn sie nehmen bedrohten Insekten den Lebensraum. Dabei lässt sich der Garten so anlegen, dass er wenig Arbeit macht und gleichzeitig attraktiv und naturnah ist.

Pflanzen nach Standortbedingungen auswählen

Rosfarbenes Sonnenröschen im Steingarten © picture alliance / Arco Images GmbH Foto: J. de Cuveland
Steingartenpflanzen wie Sonnenröschen brauchen kaum Wasser und Pflege.

Wichtig ist die Auswahl passender Pflanzen: Sie sollten optimal zum Standort passen. Schon beim Kauf sollten sich Gartenbesitzer fragen: Ist der Gartenboden eher sandig oder lehmig? Wie nährstoffreich ist die Erde? Wie viel Sonne steht am zu bepflanzenden Standort zu Verfügung? Decken sich die Ansprüche der Pflanzen mit den örtlichen Licht- und Bodenverhältnissen, haben sie beste Voraussetzungen für üppiges Wachstum und sind zudem weniger krankheitsanfällig.

Ideal sind heimische Pflanzen, sie sind robuster als Exoten aus wärmeren Gefilden. Für sehr sonnige und trockene Standorte eignet sich ein Steingarten. Im Gegensatz zum Schottergarten wirkt er sehr lebendig, ist aber dennoch pflegeleicht.

Richtig wässern

Rotblühende Pflanzen in einem Beet. © NDR Foto: Anja Deuble
Heimische Stauden sind robust. Als Bodendecker gepflanzt, unterdrücken sie Unkraut.

Am richtigen Standort gepflanzt, müssen Pflanzen in heißen Sommern viel weniger gegossen werden, das spart Zeit und Ressourcen. Hilfreich sind zudem sogenannte Perl- oder Sprühschläuche, sie bewässern Beete sparsam und trotzdem effektiv. Generell ist es sinnvoll, direkt nach dem Pflanzen einmal gründlich zu wässern. Danach dürfen Stauden zwischenzeitlich auch trocken stehen, denn dann bilden sie tiefere Wurzeln, wachsen schneller an und sind resistenter gegenüber Trockenheit. Je länger die Pflanzung steht, desto größer dürfen die Gießintervalle sein. Wer oft und eher wenig gießt, verschwendet kostbares Nass, da es den Pflanzen meist nicht zugutekommt.

Wildrosen sind anspruchslos

Wer Rosen liebt, kann sich für robuste Wildrosen entscheiden. Sie benötigen weder Dünger noch einen regelmäßigen Rückschnitt und stellen kaum Ansprüche an ihren Standort. Aus den verblühten Blüten bilden sich bis zum Herbst Hagebutten, die heimischen Vögeln als Nahrungsquelle dienen.

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Stauden und Bodendecker gegen Unkraut pflanzen

Statt einjährige Sommerblumen zu pflanzen, sind mehrjährige winterfeste Stauden empfehlenswert. Beispielsweise breiten sich viele Storchschnabel-Arten über die Jahre immer weiter aus und benötigen kaum Pflege. Sie können gruppenweise als Bodendecker gepflanzt werden und sorgen darüber hinaus dafür, dass sich weniger Unkraut ausbreitet. Das Mulchen von Beeten mit Rasenschnitt sorgt ebenfalls für weniger Unkraut. Bei der Planung eines Staudenbeets unbedingt den benötigten Platz und die verschiedenen Wuchshöhen bedenken.

Pflegeleichte Hecken und Sträucher

Wer einen Sichtschutz um das Grundstück haben möchte, aber keine Zeit in den Heckenschnitt investieren möchte, kann statt typischer Gehölze wie Koniferen blühende Wildsträucher und Wildbeeren pflanzen. Der Pflegeaufwand ist deutlich geringer. Außerdem tragen die Pflanzen zum Naturschutz bei, da Vögel und Insekten von Früchten und Blüten profitieren. Wenig Arbeit macht auch Bambus. Soll sich die Pflanze nicht im gesamten Garten ausbreiten, benötigt Flachrohrbambus jedoch unbedingt eine sogenannte Rhizomsperre.

Zahlreiche Sträucher setzen optische Akzente im Garten, benötigen aber kaum Pflege oder Rückschnitt. Dazu zählen beispielsweise Rhododendron, Schneeball und Zaubernuss.

Wildblumenwiese statt englischer Rasen

Schafgarbe und Kornblumen in einer Wildblumenwiese © NDR Foto: Udo Tanske
Bunte Blumen statt perfekter Rasen: Davon profitieren viele Insekten.

Damit Rasen kräftig und dicht wächst, muss er regelmäßig gemäht, gedüngt und vertikutiert werden. Deutlich weniger aufwendig ist eine Wildblumenwiese. Sie wird nur im Juli mit einer (Motor-)Sense gemäht. Zu diesem Zeitpunkt sind die Samenstände früh blühender Blumen bereits ausgereift und gelangen mit dem Mähen auf die Erde und wachsen im folgenden Jahr erneut.

Wer genügend Platz hat und über eine nicht ganz ordentliche Ecke im Garten hinwegsehen kann, lässt einfach einen Teil des Grundstücks verwildern. Laub kann - ausgenommen sind Rasenflächen - im Herbst einfach liegen gelassen werden und dient gleichermaßen als Kälteschutz und Dünger. Die meisten Stauden müssen ebenfalls nicht im Herbst zurückgeschnitten werden.

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Indianernessel mit roten Blüten © picture-alliance / OKAPIA KG

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 04.06.2019 | 16:20 Uhr

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