Ein Rasen wird bewässert © picture-alliance/dpa Foto: Roland Weihrauch

Bewässerungs-Systeme im Garten: Was ist sinnvoll?

Stand: 15.08.2021 18:39 Uhr

Gerade in heißen und trockenen Sommern benötigen die Pflanzen im Garten ausreichend Wasser. Welche Bewässerungs-Systeme sind sinnvoll und welche Hilfsmittel gibt es?

Gartenpflanzen brauchen im Sommer zusätzlich Wasser. Doch die richtige Bewässerung ist gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Besonders wichtig ist, dass das Gießwasser tief in die Erde gelangt. So können die Pflanzen tiefreichende Wurzeln bilden und werden resistenter gegen Trockenheit. Viele Beete können selbst nach einem Regenschauer noch zusätzliches Wasser vertragen.

Tipp: Regenwasser zum Gießen verwenden

Am besten ist es, für das Gießen und Bewässern des Gartens Regenwasser zu verwenden. Im Gegensatz zu Leitungswasser ist es besonders weich und für die Pflanzen ideal. Zusätzlich spart Regenwasser Kosten und schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Zum Sammeln des Wassers bieten sich Regentonnen und Zisternen an.

Schlagregner: zuverlässig und langlebig

Für die Bewässerung des Gartens eignet sich noch immer der althergebrachte Schlagregner, auch Rundsprenger genannt. Er hat einen einzelnen Strahl und funktioniert zuverlässig. Dabei verteilt er eine Menge Wasser. Da er aus massivem Messing ist, hat er in der Regel eine lange Lebensdauer. Allerdings gibt es ein paar Nachteile. Für einen Gemüsegarten eignet er sich weniger, da viele Kulturen nicht so gerne von oben Wasser erhalten. Der Wasserstrahl ist zudem sehr windanfällig und driftet bei starken Böen ab. Außerdem ist es schwer abzuschätzen, wie viel Wasser am Boden angekommen ist. Deshalb ist es sinnvoll, einen Regenmesser mit hinzustellen.

Automatische Bewässerung mit Wassersprengern

Wer bestimmte Bereiche, etwa ein Gemüsebeet, regelmäßig bewässern möchte, kann mithilfe einer Zeitschaltuhr, einem Schlauch und mehrerer Wassersprenger leicht eine zuverlässige Bewässerungsanlage installieren. Für kleinere Beete reichen dazu Startersets, die alles Notwendige beinhalten: unter anderem einen flexiblen Kunststoffschlauch, Steckverbindungen, Winkel und Sprinkler.

Ein automatischer Wassersprinkler bewässert einen Rasen. © Colourbox Foto: ifeelstock
Wassersprinkler verteilen das Nass gleichmäßig.

Um mit möglichst wenig Schlauch auszukommen, in die Mitte des Beetes einen zentralen Wassersprenger setzen. Dieser ist mit den weiteren Sprengern an den Seiten verbunden, sodass das komplette Beet abgedeckt ist. Die Art der Wassersprenger hängt von der Größe des Beetes ab. Bei überschaubaren Flächen sollten es mehrere Sprühdüsen sein. Diese sollten flach sein, damit nicht so viel Wasser verdunstet, bevor es am Boden ankommt.

Viereck- und Kreisregner für den Rasen

Um Rasenflächen zu bewässern, kommen oft Viereck- oder moderne Kreisregner zum Einsatz. Den standsicheren Viereckregner gibt es mit verschiedenen Flächen-Einstellungen: etwa für die Menge oder wie weit er rechts und links schwenken soll. Ein Filtereinsatz für den Regner ist zudem dann sinnvoll, wenn das Wasser aus der Regentonne kommt. Ansonsten können kleine Teilchen schnell die Düsen verstopfen. Auch Kreisregnern sind mittlerweile gut einstellbar, so dass nicht eine Pflasterfläche statt dem Rasen bewässert wird.

Versenkregner sind nur beim Einsatz sichtbar

Wer nicht immer wieder mit Schlauch und Wassersprenger auf seinem Rasen hantieren möchte, kann eine Bewässerungsanlage fest verbauen. Die Wasserschläuche verlaufen unterirdisch und die Rassensprenger kommen nur dann an die Rasenoberfläche, wenn der Rasen Wasser bekommt. Stoppt der Wasserfluss, gehen sie wieder zurück in ihre Versenkung. Zusammen mit einem Bewässerungscomputer ist das eine praktische Angelegenheit.

Zeitschaltuhr und die beste Zeit für die Bewässerung

Jemand befestigt eine Zeitschaltuhr an einem Wasserhahn. © NDR
Die Zeitschaltuhr für eine Bewässerungsanlage wird direkt am Wasserhahn befestigt.

Zeitschaltuhren für Wasserhähne gibt es von verschiedenen Herstellern. Im Prinzip reicht eine einfache Uhr aus, in der man Zeiten und Wochentage programmieren kann. Für technikaffine Menschen gibt es auch Modelle, die mit dem Smartphone steuerbar sind.

Am besten sollten Beete und Pflanzen einmal früh morgens Wasser bekommen - etwa in der Zeit des Sonnenaufgangs, damit die Blätter noch abtrocknen können, bevor die Sonne richtig brennt. Die Wassertropfen wirken sonst wie Brenngläser und die Blätter werden beschädigt.

Ein zweiter guter Zeitpunkt ist am Abend, wenn die Sonne schon niedriger steht und nicht mehr die volle Kraft hat. Dann sollte die Bewässerungszeit so eingestellt sein, dass die Pflanzen nicht zu nass in die Nacht gehen. Das würde Pilzbefall begünstigen.

Micro-Drip-Systeme für einzelne Pflanzen

Im Gegensatz zu Wassersprengern sind sogenannte Micro-Drip-Systeme eher etwas für die Bewässerung einzelner Pflanzen. Mit diesen wassersparenden Tropfsystemen können Pflanzen zum Beispiel in Blumenkästen oder Rabatten gezielt gegossen werden. Natürlich können die Tropfer auch über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden.

In einem Gemüsebeet sind Micro-Drip-Systeme nicht so ideal, weil die Pflanzen dort - sofern die sogenannte Fruchtfolge eingehalten wird - an wechselnden Standorten gepflanzt werden. Die Tropfsysteme müssten dann jedes Mal angepasst werden.

Tropfschlauch für Hecken und Stauden

Eine ähnliche Lösung ist ein unscheinbarer schwarzer, relativ steifer Schlauch, der einfach ins Bett gelegt wird. Er gehört auch zu den Micro-Drip-Systemen. Der Schlauch hat viele winzige Löcher, über die er Wassertropfen an die Umgebung abgibt. Ein Tropfschlauch ist sehr effizient, es gibt keine Verdunstung und empfindliche Kulturen bleiben oben schön trocken. Das einzige Problem ist, dass der Schlauch neu verlegt werden muss, sobald sich im Beet etwas ändert. Für mehrjähige Pflanzen wie Hecken und Stauden ist er ideal. Bei dauerhaften Kulturen lohnt es sich, solche Schläuche fest zu verlegen. 15 Meter kosten ungefähr 20 Eure. Diesen kann man zudem mit einem Bewässerungscomputer kombinieren.

Wasserspender für Tomaten

Ein Tontopf ist neben einer Tomatenpflanze eingegraben. © NDR Foto: Udo Tanske
Ein mit Wasser gefüllter Tontopf versorgt eine Tomatenpflanze mehrere Tage mit Wasser.

Einzelne Pflanzen lassen sich auch mit einfachen Tricks gezielt und über mehrere Tage bewässern - ohne Einsatz von Technik. Zum Bewässern von Tomaten empfiehlt sich ein Tontopf mit einem Loch im Boden. Dieser wird dicht neben der Pflanze eingegraben und mit Wasser gefüllt. So gelangt das Wasser an tiefere Wurzeln.

Wasserspeicher für Blumenkästen und Hochbeete

Um ein paar Tage für gleichmäßige Feuchtigkeit zu sorgen, gibt es weitere Bewässerungs-Hilfsmittel: Geschlossene Gefäße aus Ton oder Plastikflaschen, die als Wasserspeicher dienen und leicht aufzufüllen sind.

  • Wasserspeicher aus Ton kann man kaufen oder aus zwei Tontöpfen selbst machen. Die Tongefäße wurden bei niedrigen Temperaturen gebrannt und sind deswegen großporig. Sie werden in die Erde eingegraben, nur die Öffnung zum Wassereinfüllen schaut aus dem Boden heraus. Über die Poren geben die Töpfe Wasser langsam an die Umgebung ab. Sie sind allerdings nicht frostsicher und müssen im Herbst aus der Erde herausgeholt werden.

  • Alternativ kann man eine Flasche aus Plastik verwenden: Löcher in den unteren Teil des Plastiks stechen, die Flasche senkrecht eingraben und über die obere Öffnung immer wieder Wasser einfüllen.

  • Um übers Wochenende für Bewässerung zu sorgen, eignen sich kleine Tontrüllen. Diese werden zum Beispiel in einem Blumenkasten in die Erde gedrückt. Als Wasserspeicher dient eine einfache Flasche, die kopfüber in der Tülle steht. Über den Ton wird das Wasser langsam an die Erde abgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

Rasch durch den Garten | 16.08.2021 | 21:00 Uhr

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