VIDEO: Tipps zu Staudenbeeten und weiteren Gartenthemen (7 Min)

Staudenbeet anlegen: Die besten Tipps fürs Pflanzen

Stand: 08.01.2021 11:40 Uhr

Herrlich blühende Stauden verleiten schnell dazu, beim Pflanzen planlos vorzugehen. Doch die Gestaltung eines Beets erfordert eine sorgfältige Planung. Umso schöner ist dann das Ergebnis.

Wer träumt nicht von einem Beet, in dem es fast das ganze Jahr hindurch blüht? Mit der richtigen Kombination aus verschiedenen Stauden, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr blühen, kann dieser Traum in Erfüllung gehen.

Pflanzplan hilft bei der Gestaltung

Insbesondere bei größeren Beeten lohnt es sich, die Bepflanzung zu planen. Wichtige Leitfragen dabei sind:

  • Liegt der geplante Standort eher in der Sonne oder im Halbschatten?
  • Wie ist die Beschaffenheit des Gartenbodens? Neigt er zu Staunässe oder speichert er kaum Wasser?
  • Soll ein bestimmter Gartenstil vorherrschen? Oder eine bestimmte Farbe oder Farbkombination?
  • Wie viel Zeit steht für die Pflege zur Verfügung?

Grundsätzlich gilt: Je besser die Pflanzen an Standort und Boden angepasst sind, desto weniger Arbeit macht das Beet und die Pflanzen entwickeln sich optimal. Für einen harmonischen Gesamteindruck ist es empfehlenswert, niedriger oder höher wachsende Pflanzen geschickt miteinander zu kombinieren.

Das Einpflanzen in Ruhe planen

Rotblühende Pflanzen in einem Beet. © NDR Foto: Anja Deuble
Ein gut geplantes Staudenbeet erweckt einen harmonischen Gesamteindruck.

Die Stauden sollten am besten an einem trüben Tag eingepflanzt werden. Starke Sonnenstrahlung kann die jungen Pflanzen verbrennen. Arrangieren Sie die Pflanzen auf dem Beet, bis Ihnen der Gesamteindruck gefällt. Als Blickfang können neben Prachtstauden auch sogenannte Solitärpflanzen wie etwa Flieder, Schneeball oder Felsenbirne gepflanzt werden. Für Abwechslung sorgen zusätzlich einjährige Sommerblumen wie Löwenmaul, Ringelblume und Kornblume sowie zweijährige Pflanzen.

Prüfen: Wie viel Platz benötigen die Pflanzen im Beet?

Es gibt unzählige Arten und Sorten von Stauden, die für die Gestaltung des Gartens zur Verfügung stehen. In puncto Ausdehnung kann man sie in zwei Kategorien unterteilen.

Horstbildende Stauden wachsen recht kompakt und breiten sich nur gering aus. Dazu gehören unter anderem Päonien, Taglilien, Astilben, Funkien, Rittersporn und Phlox. Sie können mit den auf den Pflanzetiketten angegebenen Abständen zueinander gepflanzt werden und kommen sich nicht so schnell ins Gehege.

Ausläufertreibende Stauden bilden ober- oder unterirdische Ausläufer und sogenannte Rhizome. Diese Stauden bedecken mit der Zeit größere Flächen. Es besteht die Gefahr, dass sie andere Pflanzen überwuchern. Typische Beispiele sind klassische Bodendecker wie Waldsteinie, Schwertlilie, Immergrün, Maiglöckchen, Astern, dauerhafte Sonnenblumen und viele Storchschnabel-Sorten. Die Goldnessel wuchert besonders stark, kann aber ungeliebte Gartenecken überwachsen und auf großen Flächen tolle Akzente setzen.

Wuchernde Stauden - was tun?

Damit Stauden nicht übermäßig im Beet wuchern, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie können durch Beeteinfassungen, Betonringe oder Wurzelsperren im Wachstum begrenzt werden. Dies ist allerdings gegen den natürlichen Wuchs der Pflanzen und sie entwickeln sich oft nicht gut, blühen weniger oder werden krank. Die Alternative ist, einen Standort zu wählen, an dem sie sich ungestört entwickeln und somit ausbreiten können. Oft geht das aber zu Lasten der Vielfalt im Beet.

Beim Kauf auf kräftige Wurzeln achten

Beim Kauf sollte man besonderes Augenmerk auf die Wurzeln der Pflanzen legen. Gute Qualität erkennt man an kräftigen, festen Wurzeln, die den Topfrand berühren, und an harmonischem Wuchs mit gesundem Laub. Sonderangebote sind nicht zu empfehlen, diese Pflanzen werden oft mit viel Kunstdünger zum Erblühen "gezwungen". Eine gut entwickelte Pflanze findet sich an ihrem neuen Standort viel besser zurecht.

Pflanzen im Staudenbeet richtig anordnen

Beet mit blühenden Stauden und Gräsern. © NDR Foto: Irene Altenmüller
Verschiedene Blattstrukturen und Wuchshöhen der Pflanzen ergeben ein harmonisches Bild.

Stauden sollten nach Höhe und Breite räumlich gestaffelt werden. Diese Höhenabstufungen sind entscheidend für das gute Aussehen des Beetes. Zuerst sollten Sie die sogenannten Gerüststauden (Leitstauden) wie Rittersporn, Zierlauch, Geißbart und Lupinen einzeln, in Zweier- oder Dreiergruppen im Beet verteilen. Am besten in den hinteren Teil des Beetes pflanzen. Um diese Stauden herum werden die halbhohen Gruppenstauden (Begleitstauden) gruppiert. Sie werden die Blickfänger, um die herum sich farblich passende Begleitstauden gruppieren lassen.

Am Ende die Lücken mit Füllstauden wie Storchschnabel und anderen Bodendeckern schließen. Auch wenn es schwerfällt: Für ein harmonische Gesamtbild sollte man sich auf einige wenige Arten beschränken. Dabei am besten auf die unterschiedlichen Blühzeiten achten, damit das Beet über einen langen Zeitraum hinweg attraktiv ist. Wichtig ist, dass kleine Pflanzen nicht von großen verdeckt werden. Bei guter Planung verschwindet Verblühtes später im Jahr hinter anderen Stauden.

Auf den Pflanzabstand achten

Wer sein Beet neu bepflanzen möchte, sollte auf den richtigen Pflanzabstand achten, der je nach Art der Staude variiert.

  • Gerüststauden wie Eisenhut, Silberkerze, Stauden-Sonnenblume mit einer Höhe von circa 90 bis 300 Zentimeter: circa 60 Zentimeter Abstand
  • Gruppenstauden wie Berg-Aster, Fette Henne, Katzenminze mit einer Höhe von 20 bis 30 Zentimeter: circa 45 Zentimeter Abstand
  • Bodendecker wie Waldsteinie, Echter Waldmeister und Felsen-Storchschnabel: circa 30 Zentimeter Abstand

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So gelingt das Einpflanzen

Den Boden gut auflockern, das Unkraut entfernen und im Beet eine Extraportion Kompost verteilen. Die Stauden sollten vor dem Einpflanzen ausgiebig gewässert werden: Am besten einen Eimer mit Wasser füllen, die Staude samt altem Topf hineinstellen und warten, bis keine Luftbläschen mehr auftauchen. Beim Einpflanzen den künftigen Platzbedarf der Staude beachten. Das Pflanzloch muss etwa doppelt so tief und breit sein wie der Ballen.

Nach dem Einsetzen der Pflanze den Rand mit Erde auffüllen und die Erde rund um die Staude herum gut andrücken. Zuletzt kräftig angießen, damit sich die Erde mit den feinen Wurzeln verbindet. Damit die Stauden lange blühen, ist die Verwendung von phosphatreichem Dünger ratsam.

Unkraut stoppen und Wasser sparen

In trockenen Sommerwochen muss besonders bei Neupflanzungen regelmäßig gewässert werden. Wassersparend wirkt sich eine Mulchschicht aus organischem Material aus. Der abgedeckte Boden trocknet bei direkter Sonnenbestrahlung nicht so schnell aus. Eine Schicht aus Rindenmulch unterdrückt zudem weitgehend unerwünschtes Wildkraut.

Tulpen, Narzissen, Stiefmütterchen und Kaiserkronen in einem Beet.  Foto: Anja Deuble

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