Stand: 13.07.2020 15:17 Uhr

Brahms-Institut digitalisiert über 40.000 Dokumente

von Elisabeth Richter

Das Brahms-Institut Lübeck existiert seit 1991. Hier wird eine der größten Dokumenten-Sammlungen weltweit rund um den Hamburger Komponisten Johannes Brahms aufbewahrt. Sie ist bei der Gründung aus der umfangreichen privaten Sammlung des Forscher- und Sammler-Ehepaars Renate und Kurt Hofmann hervorgegangen und wächst beständig an. Früh wurden hier Wert und Möglichkeiten der Digitalisierung erkannt. Seit 2003 werden systematisch die Bestände erfasst und vernetzt, seit 2018 arbeitet man an einer digitalen, online verfügbaren Datenbank. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einem großen digitalen "Brahms Portal" ist jetzt das "Findbuch Brahms", ein Recherche-Werkzeug, mit dem die Bestände komfortabel durchsucht werden können.

Schon mancher Pianist hat sich bei Brahms die Hände wundgeübt. Der Komponist, selbst ein Virtuose, schonte seine Interpreten nicht. Wie spielt man knifflige Stellen mit welchem Fingersatz? Das Brahms-Institut Lübeck kann dabei helfen. "Ein Pianist des Smith College in den USA schreibt in einer Mail", so Institutsleiter Wolfgang Sandberger, "dass er gemeinsam mit einem Cellisten die Cellosonate op. 99 von Brahms studiert. Und er ist in unserer Sammlung auf den Erstdruck mit interessanten Fingersätzen gestoßen."

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Findbuch Brahms

Hier geht es zum Findbuch Brahms, einer Datenbank über den Gesamtbestand des Brahms-Instituts in Lübeck. extern

Über 41.000 digitalisierte Dokumente

Fotos, Briefe, Noten, Handschriften, Programmzettel und viel mehr: 12.000 Einheiten und über 41.000 digitalisierte Dokumente hat das Brahms-Institut Lübeck in seinem Bestand. Da wird die Lage schnell unübersichtlich und ohne eine kompetente Suchmaschine ist man verloren.

"Mit dem Findbuch Brahms sind alle erschlossenen Segmente der Sondersammlungen in einem Findwerkzeug zusammengefasst und verlinkt", erklärt Fabian Bergener, Musikwissenschaftler und Bibliothekar. Er arbeitet seit 2018 am Aufbau der digitalen Bestandsdatenbank für das Brahms-Institut. "Etwas mehr als bei Google muss man schon machen. Man wählt zwischen einfacher und erweiterter Suche, bestimmt eine 'Objektart'- Notendruck, Fotografie, Konzertprogramm usw. - und grenzt die Suche durch Angabe von Personen, Werktitel, Jahreszahlen ein."

Ein Kopfhörer liegt auf einem Mischpult.

Der Beitrag zum Hören.

NDR Kultur

Das Brahms Institut Lübeck bewahrt eine der größten Dokumenten-Sammlungen weltweit rund um den Hamburger Komponisten auf. Nun hat es ein neues Recherchewerkzeug freigeschaltet.

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Von Brahms persönlich beschriebene Seiten

Und wenn man beispielsweise nach handschriftlichen Quellen zum Deutschen Requiem von Brahms suchen möchte? "Da würden wir zunächst in der Objektart 'Musikmanuskript' eingeben", sagt Bergener und fügt hinzu: "Und dann in der erweiterten Suche den Komponisten-Namen Brahms als Komponist eingrenzen, ebenso die Werknummer op. 45. Die Suche führt uns dann auf den Eintrag einer Kopistenabschrift eines Klavierauszugs des Deutschen Requiems und einer eigenhändigen Ergänzung des 5. Satzes von Johannes Brahms."

Der Clou des Findbuches ist nun, dass die 124 von Brahms beschriebenen Noten-Seiten digitalisiert vorliegen. Ein Klick auf "Digitalisat" öffnet das Manuskript. Und es gibt eine Menge solcher und anderer Dokumente im Lübecker Institut. Wer sucht, der findet - sogar manches, das er vorher nicht ahnte. Und all dies weltweit kostenlos für jedermann, ein fantastisches Angebot für alle Brahms-Kenner und -Liebhaber.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 13.07.2020 | 14:40 Uhr