Stand: 28.01.2020 14:50 Uhr  - NDR Info

Umweltbewegung auf der Bühne: "fridays. future."

von Irene zu Dohna

Das Klima wandelt sich und weltweit demonstrieren jeden Freitag hunderttausende Schülerinnen und Schüler dagegen. Zur aktuellen Klimabewegung bringt das Junge Theater in Göttingen nun ein Theaterstück auf die Bühne. Titel: "fridays. future. Ein Theaterstück mit Zuschauer*innenworkshop, das alte Bäume bewegen und neue Bäume pflanzen kann."

Auf der Bühne steht eine junge Frau mit Gasmaske und futuristisch anmutender Kleidung in einer großen, durchsichtigen Kugel. Es ist Xara aus dem Jahr 2135, die sich in ihrer Raum-Zeit-Kapsel auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begeben hat. Hier, in unserer Gegenwart, will sie Menschen finden, die ihr helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

Inspiriert von den "Fridays for Future"-Demos

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Plakat des Theaterstücks "fridays. future."

Inspiriert von der Jugendbewegung "Fridays for Future" sind die Autoren auf Demonstrationen gegangen und haben an Schulen mit Jugendlichen gesprochen. Deren Wünsche, Träume und Ängste, die die Zukunft betreffen, hätten die Schreiber in den Theater-Text einfließen lassen, erzählt Nico Dietrich, einer der Autoren.

Heute führe als Kulturschaffender eigentlich kein Weg am Thema Klimawandel vorbei. "Ich kann mich ja noch an Zeiten erinnern, wo große Konzerte stattgefunden haben für den Umweltschutz. Ich wundere mich schon ein bisschen, dass das Thema nicht so stark aufgegriffen wird.

"Wir wollen ein Zeichen setzen und uns damit auseinandersetzen", sagt Dietrich. "Im zweiten Schritt befragen wir uns natürlich auch selbst: Was kann ein Theater praktisch als Betrieb tun - vom To-go-Becher auf der Probe bis hin zur Stromversorgung? Oder wo bestellen wir eigentlich unsere Requisiten? Müssen die immer aus China kommen oder kriegen wir die auch hier vor Ort?"

Der ökologische Kollaps auf der Bühne

Bewusst mischen die Autoren Emotionalität und wissenschaftliche Fakten auf der Bühne. Das apokalyptische Narrativ soll die Zuschauer aufrütteln, nicht schonen. Die Erde heizt sich auf, Hungersnöte nehmen zu aufgrund von Dürren, Wald- und Buschbrände sind die Regel und überschwemmte Küstenregionen, in denen keiner mehr leben kann, sind der Normalfall. "Fridays." will kein Propaganda-Stück sein. Die Autoren hinterfragen die Umweltbewegung auch kritisch und wandeln stets auf dem schmalen Grad des erhobenen Zeigefingers und der Aufklärung. 

Lisa Schreiber spielt die Xara in dem Monologstück. Die 26-jährige Schauspielerin unterstützt die Umweltbewegung. Sie hofft, dass das Stück viele Menschen anspricht - junge wie Erwachsene, Eltern und Großeltern. Und dass damit ein Bewusstsein geschaffen wird, "was wir mit unserer Erde anstellen und wo man anfangen kann, etwas zu bewirken."

So können zum Beispiel am Ende des Stücks die Zuschauer darüber abstimmen, ob ein Teil des Eintritts für Klima-Projekte gespendet wird. Denn die eigentliche Überschrift von "fridays.future." lautet: "Entscheidend ist, dass Du politisch etwas bewegst."

Umweltbewegung auf der Bühne: "fridays. future."

Mit "fridays. future." bringt das Junge Theater Göttingen ein Theaterstück mit Zuschauerwohrkshop auf die Bühne. Bewusst mischen die Autoren Emotionalität und wissenschaftliche Fakten.

Art:
Bühne
Datum:
Ort:
Junges Theater Göttingen
Hospitalstraße 6
37073  Göttingen
Telefon:
0551 - 495015
E-Mail:
kasse@junges-theater.de
Öffnungszeiten:
Mo bis Sa von 11-14 Uhr
Fr und Sa von 17-20 Uhr
Hinweis:
"fridays. future." (ab 10 Jahre)

Text, Inszenierung und Ausstattung Nico Dietrich/Christian Vilmar 
Mit Lisa Schreiber
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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 31.08.2017 | 06:55 Uhr

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