Yoonki Baek (B. F. Pinkerton, Leutnant) und María Fernanda Castillo (Cio-Cio-San) in "Madame Butterfly" © Jochen-Quast Foto: Jochen-Quast

Theater Lübeck zeigt "Madame Butterfly"

Stand: 28.01.2022 11:02 Uhr

In Puccinis Madame Butterfly treffen zwei Kulturen aufeinander: die eines Amerikaners und die einer Geisha. Wer denkt, das Stück zu kennen, der täuscht sich - die Lübecker Inszenierung nimmt ein überraschendes Ende.

von Linda Ebener

Was für eine Stimme: Maria Fernanda Castillo spielt die Cio-Cio San, auch Madame Butterfly genannt. Sie ist 15 Jahre alt, trägt einen bunten Kimono und bunte Blumen im hochgesteckten Haar. Sie kommt aus Japan und soll mit dem amerikanischen Marineleutnant Benjamin Franklin Pinkerton verheiratet werden. Der will nämlich während seiner Zeit in Japan eine Frau und ein Haus haben - möglichst schnell. Und da wird er Cio-Cio San vermittelt, die sich auf die Hochzeit mit einem Amerikaner freut.

Erster Akt der schwerste!

Der erste Akt ist für die gebürtige Mexikanerin Maria Fernanda Castillo der schwerste. Die Stimme muss erst mal warm werden und wenn die erste Nervosität verflogen ist, dann geht alles wie von selbst. Davon merkt man auf der Bühne allerdings nichts.

"Für mich ist es wie ein Crescendo", erzählt die Sängerin und ergänzt: "Weil sie im ersten Akt eine Geisha ist und wenn sie mit dem Amerikaner Pinkerton verheiratet ist, ist sie stolz, selbst Amerikanerin zu sein. Und da können wir dieses Crescendo in der Musik hören und auch im Charakter."

Keine Pinkel-Pause

Das heißt, die Madame Butterfly wird im Stück immer selbstbewusster. Musikalisch ist das ganz deutlich zu hören, sagt der musikalische Leiter Stefan Vladar. Denn die 15-jährige Cio-Cio San verfolgt mit der Hochzeit ein Ziel.

Mit der Hochzeit mit Pinkerton konvertiert sie zur christlichen Religion, um ihrem zukünftigen Mann näher zu kommen. Dafür wird sie allerdings von ihrer ganzen Familie verstoßen. Maria Fernanda Castillo steht die meiste Zeit auf der weißen Bühne, mit dem orangefarbenen Haus. Keine leichte Rolle für die Sopranistin, denn mal eben was trinken oder auf Toilette gehen ist in dem Stück nicht möglich.

"Vielleicht ist diese Rolle für mich die schwierigste Rolle, die ich je gesungen habe", überlegt Castillo und fügt hinzu: "Aber ich denke, für meine Stimme geht das gut."

Maria Fernanda Castillo lebt selbst den Kulturwechsel

Zurück auf der Bühne, verlässt Pinkerton mit seiner blauen Uniform nach ein paar glücklichen Monaten der Ehe Cio-Cio San. Was er nicht weiß: Sie ist schwanger und wartet drei Jahre auf ihn, bis er dann plötzlich wieder auftaucht - mit einer neuen Frau. Zwei Kulturen, die hier aufeinandertreffen und unterschiedliche Vorstellungen vom Leben haben. Darin sieht Maria Fernanda Castillo eine gewisse Ähnlichkeit zu sich und ihrer Rolle der Madame Butterfly: "Ich komme aus Mexiko und ich lebe diesen Kulturwechsel. Ich war anders, als ich hier angekommen bin."

Giacomo Puccinis Oper Madame Butterfly am Theater Lübeck ist eine Oper, die sehr mitfühlend, aber an der ein oder anderen Stelle auch komisch ist. Musikalisch wechselt sie immer wieder zwischen der fernöstlichen und der westlichen Musik.

Theater Lübeck zeigt "Madame Butterfly"

In Puccinis Oper treffen zwei Kulturen aufeinander: die eines Amerikaners und die einer Geisha. Die Lübecker Inszenierung nimmt ein überraschendes Ende.

Art:
Bühne
Datum:
Ort:
Theater Lübeck
Beckergrube 16
23552 Lübeck
Telefon:
(0451) 7 08 80
Kartenverkauf:
Kartenverkauf unter: www.theaterluebeck.de
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 28.01.2022 | 06:20 Uhr

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