Stand: 29.05.2018 16:51 Uhr

"Tanz ins Leben": Bittersüßes Großstadtmärchen

Tanz ins Leben
, Regie: Richard Loncraine
Vorgestellt von Bettina Peulecke

Schon in Filmen wie "Spiel, Satz und Sieg" oder "Ruth und Alex" hat der Regisseur Richard Loncraine seine Vorliebe und sein Händchen für smarte Dialoge gezeigt. Mit der Tragikomödie "Tanz ins Leben", einem modernen "Generation 60 plus"-Großstadtmärchen, setzt er diese Reihe fort.

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Ein Tanzkurs in der Turnhalle soll Sandra optimistisch stimmen.

Als Sandra (Imelda Staunton) erfährt, dass ihr gerade geadelter Ehemann sie seit fünf Jahren mit einer anderen Frau betrügt, verlässt sie die gemeinsame Villa und flüchtet in die Sozialwohnung ihrer Schwester Bif (Celia Imrie).

Zwei Welten prallen aufeinander

Dass sie seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr hatte, hat seinen Grund: Sandra ist eine vergrätzte, versnobte Zicke, die sich in Selbstmitleid suhlt. Ihre Schwester Bif ist lebensfroh, unkonventionell und warmherzig. Und sie bemüht sich, Sandra in ihrer Welt zu neuem Optimismus zu verhelfen. Zum Beispiel beim Tanzkurs in der hiesigen Turnhalle.

Es sind die Ironie und die Bodenständigkeit der zahlreichen Freunde ihrer Schwester, die Sandra helfen, langsam aber sicher neues Selbstvertrauen aufzubauen. Und dann ist da noch Sandras bester Freund Charlie (Timothy Spall), mit dem die ersten Tanzschritte erwartungsgemäß mehr als holprig verlaufen.

Das Leben schreibt nicht nur Komödien

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Sandra und Charlie sind ein bezauberndes Paar.

Natürlich entwickelt sich eine zarte Romanze, Imelda Staunton als Sandra und Timothy Spall als Charlie sind wirklich ein zu schönes Paar. Aber das Leben schreibt bekanntlich nicht nur Komödien, und so ist neben vielen wunderbar leichten und sehr lustigen Szenen auch viel Platz für Dramatik. Ohne Taschentücher ist dieser Film schwer durchzustehen.

"Tanz ins Leben" hält nicht immer die Balance zwischen Dramatik und Komik. Und ja, manche Szenen sind geradezu albern und absolut vorhersehbar. Dennoch funktioniert der Film, weil er größtenteils einfach so unglaublich lebensnah und herzergreifend ist, die Schauspieler so großartig sind und weil die Briten einfach ein Händchen für die Mischung aus Lebensfreude und Lebensleid haben.

Tanz ins Leben

Genre:
Tragikomödie
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
GB
Zusatzinfo:
mit Imelda Staunton, Timothy Spall, Joanna Lumley, Celia Imrie, David Hayman
Regie:
Richard Loncraine
Länge:
111 min
FSK:
0
Kinostart:
31.05.2018

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 31.05.2018 | 06:55 Uhr

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