Stand: 17.07.2019 14:01 Uhr

Chistirrin - Der Clown von Circus Roncalli

von Annette Matz

Wann waren Sie das letzte Mal im Zirkus, haben waghalsige Trapeznummern bewundert und über die Clowns gelacht? Vom 7. Juni bis zum 14. Juli 2019 hatte der Circus Roncalli seine Zelte an der Hamburger Moorweide aufgeschlagen. Mit dabei war ein aufstrebender junger Stern am Clownshimmel: Chistirrin.

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Der Mexikaner Marco Antonio Vega steht seit zwei Jahren als Clown Chistirrin in der Manege des Circus Roncalli.

Clownsnummern haben bei Roncalli Tradition. Schließlich war Direktor und Gründer Bernhard Paul selbst einer. Chistirrin heißt eigentlich Marco Antonio Vega und ist 28 Jahre alt. Sein Vater, sein Urgroßvater und der Ururgroßvater waren auch Clowns. 

Mit drei Jahren stand er zum ersten Mal in der Manege. Und aus der damaligen Zeit stammt auch sein Name: "Chiste" ist spanisch und bedeutet "kleiner Witz" und "Chistirrin" ist ein "ganz kleiner Witz". Nie wollte er etwas anderes werden als ein guter Clown: "Es ist nicht nur ein angemaltes Clownsgesicht, das reicht nicht", sagt Chistirrin. "Der Clown muss im Herzen sein, nur dann ist man ein guter Clown."

Clown Chistirrin: "Ich bin, wie ich bin"

Chistirrin trägt dicke, schwarz angemalte Augenbrauen, Hut und Hosenträger sowie einen roten Tupfer auf der Nase. Schnell, jungenhaft, athletisch macht der Clown seine Witze. Der Mexikaner ist ein Multitalent: Er spielt 18 Instrumente, geht aufs Trapez, macht Pantomime und bringt das Publikum sofort zum Lachen.

Die Manage wirkt wie sein zweites Wohnzimmer er tobt hinein und ist voll da, albern, charismatisch, mit großartigem Timing und ohne Angst. Wie er die Menschen eigentlich zum Lachen bringt? "Das weiß ich nicht", meint Chistirrin. "Ich bin wie, ich bin. Ich liebe es, wenn die Leute lachen, das ist ein Geschenk."

Roncalli-Chef Bernhard Paul entdeckt Chistirrin in Spanien

Bernhard Paul, Direktor vom Circus Roncalli (M.), und die Clowns Carillon (l.) und Chistirrin (r.) während einer Pressekonferenz in Hannover © dpa Foto: Holger Hollemann

Clown Chistirrin - artistisch, albern, authentisch

NDR 90,3 - Kulturjournal -

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Vor zwei Jahren erst hat Roncalli-Chef Bernhard Paul ihn bei einem kleinen Zirkus in Spanien entdeckt. "Es waren viele Sachen dabei, die waren nicht so ganz astrein", sagt Bernhard Paul. Die seien für seinen Geschmack ein bisschen unter der Gürtellinie.

Aber das große Talent des Clowns war für ihn nicht zu übersehen: "Dann habe ich ihn geholt, diesen ungeschliffenen Diamanten, und jetzt wird er immer besser." Gemeinsam feilen sie an Chistirrins Auftritten.

Heimweh nach Mexiko

Chistirrin hat immer wieder Heimweh nach Mexiko - erst im Januar ist er wieder für sechs Wochen zu Hause bei seiner Familie. Jetzt ist zum Glück seine Verlobte dabei, die auch bei Roncalli arbeitet. Der Tag der beiden startet um 10 Uhr morgens: Frühstück, Training, Mittagessen, zwei Filme gucken, Aufführung - schlafen um 2 Uhr nachts. Viel Zeit für Sightseeing bleibt da nicht. Der erste Weg in einer neuen Stadt allerdings führt Chistirrin immer in ein Musikgeschäft. Sachen kaufen für seine Trompete oder das Saxofon. 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 28.06.2019 | 19:00 Uhr

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