Die US-Schauspielerin Anne Heche im Porträt © Monika Skolimowska/dpa

Anne Heche: Todesursache nach Obduktion bekannt gegeben

Stand: 17.08.2022 15:56 Uhr

Zum Zeitpunkt ihres Unfalls hatte Anne Heche zwar offenbar Drogen im Blut. Als Todesursache gelten aber eine Rauchvergiftung und Verbrennungen durch den schweren Unfall.

von Katharina Wilhelm

Der Tod der US-Schauspielerin Anne Heche wird als Unfall eingestuft. Das geht aus einer Mitteilung der Rechtsmediziner im Los Angeles County hervor. Danach ist Heche an Rauchinhalation und Verbrennungen gestorben. Eine Blutuntersuchung hatte zudem ergeben, dass die Schauspielerin Drogen im Körper hatte. Es soll sich um Kokain und Fentanyl handeln. Außerdem habe sich die 53-Jährige das Brustbein durch ein "stumpfes Trauma" gebrochen. Eine typische Verletzung bei frontalen, schweren Autounfällen. Durch den Autounfall hatte Heche ein schweres Hirntrauma erlitten und wurde kurz danach für hirntot erklärt. Am Montag wurden dann alle lebenserhaltenden Maßnahmen beendet. Die Künstlerin wurde 53 Jahre alt und hinterlässt zwei Söhne aus zwei Beziehungen.

Heches Auto war nach Angaben der Feuerwehr am 5. August in Los Angeles mit hoher Geschwindigkeit in ein Haus gerast und hatte Feuer gefangen. Nach Angaben der Rettungskräfte dauerte es fast eine Stunde, bis sie aus dem brennenden Wagen befreit werden konnte. Anne Heche war mit schweren Hirnverletzungen ins Krankenhaus gekommen und lag seitdem im Koma. Am Freitag berichteten US-Medien, sei sie für tot erklärt worden. In einem Statement hatte Anne Heches Familie mitgeteilt, dass Heche durch den Unfall so schwerwiegende Gehirnverletzungen habe, dass sie nicht überleben werde. Man wolle ihre Organe spenden, das sei ihr Wunsch gewesen, dann werde man sie von den lebenserhaltenden Maschinen nehmen.

Mehrere Organe gespendet

Ein Sprecher von Heches Familie erklärte nun, dass tatsächlich Organe der 53-Jährigen gespendet werden konnten. Es sei ein passender Empfänger gefunden worden, zitiert ihn das "People"-Magazin. Welche Organe von Heche gespendet wurden und um wen es sich bei dem Empfänger handelt, ist nicht bekannt. Die Polizei teilte inzwischen mit, dass mit dem Tod der Schauspielerin sämtliche Ermittlungen eingestellt würden.

Erfolge mit "Sechs Tage, sieben Nächte", "Volcano" und "Psycho"

Die 53-Jährige feierte vor allem in den 90er-Jahren Erfolge in Hollywood, unter anderem an der Seite von Harrison Ford in "Sechs Tage, sieben Nächte". Des Weiteren war sie im Actionfilm "Volcano" zu sehen oder im Horror-Teeniefilm "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast". Später spielte sie in einer Neuverfilmung des Hitchcock-Klassikers "Psycho".

Über ihre Rolle in Hollywood sagte sie kürzlich in der Talkshow "The Real": "Sie sagten mir, ich sei wie ein wildes Tier, das aus dem Käfig gelassen wurde." In Hollywood macht sich die blonde Schauspielerin einen Namen, auch mit unterschiedlichsten Schlagzeilen aus ihrem Privatleben. 

Anne Heche: Schwere Kindheit in Ohio 

Die in Ohio geborene Heche wuchs als jüngstes von vier Kindern in armen Verhältnissen auf. Sie hat unter sexuellen Übergriffen des Vaters gelitten, erzählte sie in einer Autobiografie und in diversen Talkshows, unter anderem bei Barbara Walters im Jahr 2001: "Ich wuchs in einer verrückten Familie auf. Es dauerte 31 Jahre, das Verrückte zu verlieren. Ich lebte in einer Fantasiewelt, hatte eine andere Persönlichkeit namens Celestia und entwickelte für mich eine vierte Dimension."

Anne Heche über ihre Bisexualität: "Ich wurde gecancelt!"

Von 1997 bis 2000 war sie mit Moderatorin und Schauspielerin Ellen DeGeneres zusammen. Als deren Beziehung kaputt ging und Heche den Kameramann Coleman Laffoon heiratete, habe sie in Hollywood kaum mehr Rollenangebote bekommen, sei wegen ihrer Bisexualität gemieden worden: "Ich wurde gecancelt! Man fragte mich: Bist du lesbisch oder heterosexuell? Heute wird das alles besser verstanden, damals hieß es: Es gibt nur das eine oder das andere."

"The Girl in Room 13": Voraussichtlich letzter Film mit Anne Heche 

Heche ist geschieden; aus der Ehe und einer weiteren Beziehung hat sie zwei Söhne im Alter von 13 und 20 Jahren. In den vergangenen Jahren war die Schauspielerin immer wieder am Broadway zu sehen und in verschiedenen TV-Rollen. Im September läuft in den USA noch ein Film im TV: In "The Girl in Room 13" spielt sie eine Mutter, die ihre entführte Tochter sucht.

 

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Szene aus dem Ruben-Östlund Film "Triangle of Sadness" mit einem Model und einem Oligarchen auf einer Luxusyacht - Der Film läuft im Wettbewerb von Cannes © Fredrik-Wenzel ©Plattform Foto: Fredrik-Wenzel

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 13.08.2022 | 07:30 Uhr

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