Stand: 14.08.2017 15:52 Uhr

Wenn Weizen krank macht

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Einige Menschen vertragen keine Weizenprodukte.

Weizen bindet gut und ist billig - und wird deshalb in der Lebensmittelindustrie gern verwendet. Doch viele Menschen vertragen keinen Weizen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien widmen sich dem Thema. Die Erkenntnisse sind in ein Empfehlungspapier eingeflossen, das drei verschiedene Krankheitsbilder beschreibt:

  • die Autoimmunerkrankung Zöliakie,
  • die Weizenallergie und
  • die Weizensensitivität.

Für Menschen ohne diese Erkrankungen sind Weizenprodukte unbedenklich. Allerdings enthalten sie viele Kohlenhydrate und sollten daher nur in Maßen gegessen werden, vorzugsweise aus Vollkorn.

Zöliakie: Antikörper gegen Gluten greifen den Darm an

Es sind verschiedene Bestandteile des Weizens, auf die einige Menschen reagieren. Vor allem die Eiweiße können krank machen, besonders das Klebereiweiß Gluten. Bei einer Zöliakie produziert das Immunsystem Antikörper, die das Gluten angreifen - aber leider auch den Darm, wo sie empfindliche Zellen zerstören. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist betroffen.

Meist leiden Zöliakiepatienten unter Verdauungsbeschwerden und Nährstoffmangel, werden immer dünner und schwächer. Andere Symptome wie Müdigkeit und verminderte Fruchtbarkeit, psychiatrische Erkrankungen oder Migräne lassen sich ebenfalls mit der Zöliakie in Verbindung bringen. Eine Heilung gibt es nicht. Die Betroffenen müssen lebenslang auf Weizen und andere glutenhaltige Lebensmittel verzichten. Bereits kleinste Spuren von Gluten sind schädlich.

Weizenallergie: Vor allem Bäcker betroffen

Gluten und andere Eiweiße aus dem Weizen sind auch für eine zweite Krankheit verantwortlich: die Weizenallergie. Sie ist selten, trifft aber auffällig viele Bäcker. Je nachdem, wo der Weizen hingelangt, löst er Reaktionen aus: an der Haut, in der Lunge ("Bäckerasthma") oder im Bauch. Die Allergie lässt sich meist durch eine Antikörperbestimmung im Blut und einen sogenannten Pricktest eindeutig nachweisen.

Weizensensitivität: Erschöpfung und Müdigkeit

Bis zu fünf Prozent der Deutschen sind weizensensitiv. Sie leiden an Erschöpfung, Müdigkeit und Überlastung. Früher nannte man das Krankheitsbild auch Glutensensitivität. Doch neue Studien lassen vermuten, dass auch andere Eiweiße aus dem Weizen die Sensitivität auslösen könnten - sogenannte ATIs zum Beispiel, das sind natürliche Insektenabwehrstoffe der Pflanze.

Aber auch Kohlenhydrate stehen im Verdacht, Entzündungen auszulösen: spezielle Zuckerverbindungen (FODMAPs). Verdauungsprobleme sind die Folge, nicht selten aber auch andere Beschwerden wie Gelenk- oder Kopfschmerzen. Die Diagnostik ist schwierig, denn nachweisen lässt sich die Erkrankung nur durch Weglassen weizenhaltiger Produkte.

Kleine Mengen sind für Menschen mit Weizensensitivität meist kein Problem. Doch wenn sie weitgehend auf Weizen verzichten, geht es ihnen besser.

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