Stand: 15.01.2018 17:40 Uhr

Was gegen Entzündungen hilft

von Britta Probol

Jeder kennt das: gerötete Stellen, Schmerz, Abgeschlagenheit - ob akut bei einer Halsentzündung oder lang anhaltend und unterschwellig zum Beispiel in einem Gelenk. "Entzündliche Prozesse spielen eine Rolle bei unglaublich vielen Erkrankungen - von Arterienverengung über Diabetes bis zu Rheuma", sagt der Ernährungsmediziner Matthias Riedl. Auch fast alle der rund 80 bekannten Autoimmunkrankheiten, ergänzt Internist Jörn Klasen, münden in eine chronische Entzündung.

Ernährung und Lebensstil sind dabei entscheidende Einflussfaktoren. "Gefährdet sind vor allem Menschen mit einer Veranlagung zu entzündlichen Erkrankungen im 'genetischen Rucksack'", sagt Rheumatologin Anne Fleck. Bestimmte Lebensmittel feuern aber aufflackernde Entzündungen erst so richtig an: "Süßes, Weizenprodukte und übermäßiger Fleischkonsum - vor allem Schweinefleisch, das besonders viele entzündungsfördernde Substanzen enthält", zählt Anne Fleck die "Hauptschuldigen" auf. Ein Grundübel ist zudem nach ihrer Erfahrung der Mangel an Entzündungshemmern in unserer Ernährung.

Arznei mit Aroma

Bauchfett befeuert Entzündungen

Ein verbreitetes Problem heutzutage seien zudem niedriggradige Entzündungen, die schleichend beginnen und sich kaum laborchemisch fassen lassen, sagt Fleck: "Letztlich münden sie in Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und des Stoffwechsels." Gerade Übergewichtige sind häufig betroffen, denn das körpereigene Bauchfett produziert entzündungsfördernde Hormone. "Daher sollte alles vermieden werden, was den Bauchumfang steigert", rät Matthias Riedl. Umgekehrt hilft eine Gewichtsreduktion, die Entzündungsprozesse im Körper zu stoppen.

Was die Ernährungs-Docs empfehlen

Die richtige Ernährung kann viel dazu beitragen, um Entzündungen einzudämmen - zum Beispiel bei Rheuma. Täglich drei Hände voll Gemüse - gegart und als Rohkost oder Salat - empfiehlt Anne Fleck, dazu eine Handvoll gemischtes Obst. Denn in Gemüse, Beeren, Nüssen und Obst gibt es Tausende sekundäre Pflanzenstoffe, viele davon noch kaum erforscht. Klar ist jedoch: Sie wirken insgesamt entzündungshemmend. Jörn Klasen hebt insbesondere Brokkoli, Spinat und Portulak hervor. Auch Gewürze sind durch ihre ätherischen Öle und Scharfstoffe wie Medizin: Kurkuma etwa, ein Bestandteil von Currys, hat sich als hoch wirksam gegen Arthrose erwiesen, ebenso Ingwer und Chili. Omega-3-Fettsäuren in pflanzlichen Ölen und Kaltwasserfischen haben ebenfalls einen antientzündlichen Effekt - besonders bei rheumatischen Erkrankungen.

Wie können wir uns also wappnen?

"Wer sich abwechslungsreich mit viel Gemüse, Obst, Gewürzen, guten Fetten, Nüssen und Kräutern ernährt, der führt sich ausreichend sekundäre Pflanzenstoffe und wichtige Mineralien wie Zink zu", fasst Matthias Riedl zusammen und ergänzt: "Sport wirkt immer entzündungslindernd!"

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