Stand: 11.02.2020 12:48 Uhr  - Die Ernährungs-Docs

Ernährung bei Rheuma: entzündungshemmend essen

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Seefisch und viel Gemüse sollten bei Rheuma regelmäßig auf den Tisch kommen.

Die rheumatoide Arthritis, oft kurz "Rheuma" genannt, ist eine fortschreitende Gelenkentzündung, die die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden oder Schleimbeuteln angreift. Es handelt sich um einen Autoimmunprozess: Das Immunsystem der Betroffenen bekämpft durch eine Fehlsteuerung körpereigenes Gewebe. Die Erkrankung muss mit modernen Medikamenten behandelt werden. Mit antientzündlicher Ernährung können Betroffene zusätzlich versuchen, das Entzündungsgeschehen einzudämmen und so Schmerzen und Steifigkeit zu lindern.

Die wichtigsten Fakten

  • Die Basis der Ernährung sollte aus Gemüse, gutem Eiweiß - etwa aus Nüssen und Hülsenfrüchten - und hochwertigen pflanzlichen Ölen - etwa Lein- und Weizenkeimöl*), Olivenöl extra vergine - sowie zuckerarmen Obstsorten bestehen.
  • Antioxidantien in Gemüse, Gewürzen und Kräutern können die Aktivität der entzündlichen Schübe mindern.
  • Antientzündlich wirken außerdem die Omega-3-Fettsäuren ALA, EPA und DHA. ALA findet man insbesondere in Leinöl (wichtig: schonende Verarbeitung: omega-safe oder Oxyguard), die beiden anderen in fettem Seefisch wie Lachs, Hering und Makrele sowie in Algenöl und Krillöl. Algenöl ist normalerweise anderen Produkten zugesetzt und gekennzeichnet: "Enthält DHA-reiches Öl aus der Mikroalge Schizochytrium sp." (bzw. "Ulkenia Sp.").
  • Mahlzeitenbeispiele: Frühstück: Quark mit Früchten und Leinöl/Weizenkeimöl oder Vollkornbrot mit Frischkäse und Rohkost; oder grüner (Gemüse-)Smoothie.
  • Mittagessen: Mischkost, z. B. zwei Handvoll Dinkel-Pasta oder Naturreis mit drei Handvoll Gemüse nach Wahl.
  • Abendessen: z. B. Gemüsesuppe oder gedünsteter Fisch mit Gemüse. Rohkost ist für viele Menschen abends schlechter verträglich, ihre Verdauung verlangt Höchstleistungen vom Darm.
  • Ein Tag pro Woche kann als Smoothie-Fastentag geplant werden: Frühstücksquark plus 2 x grüner Smoothie als Mahlzeitenersatz. Für mehr Vitalstoffe kann man 1 TL Weizengraspulver oder morgens ggf. 1 TL Matcha-Tee-Pulver hinzugeben.
  • Längeres, darüber hinausgehendes Fasten nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen!
  • Rheumatikern fehlen häufig B-Vitamine, vor allem B1 und B6, sowie Vitamin E und die Mineralstoffe Magnesium, Kupfer und Selen. Diese Vitalstoffe stecken in grünem Tee, Nüssen, Weizenkeimen, Vollkorngetreide, Linsen und Cashewkernen. Zwei Paranüsse täglich reichen zur Stabilisierung des Selenhaushalts - bitte nicht überdosieren.

Lebensmittel im Überblick

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot und Backwaren,
Beilagen
(nicht mehr
als 2 Handvoll pro Tag)
Vollkornbrot;
Haferflocken, Müsli ohne Zucker;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln
Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Knäckebrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Laugengebäck;
Hartweizennudeln, geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer
Snacks und Knabberkram
(max. 1 kleine Handvoll am Tag)
ab und zu: mind. 70%-ige ZartbitterschokoladeSüßigkeiten, süße Backwaren,
süße Milchprodukte (s. u.),
Eiscreme, Chips, Salzgebäck
Obst
(1-2 Handvoll/Tag)
alle zuckerarmen Obstsorten;
in Maßen zuckerreiche Sorten: Banane, Kaki (Sharon), Weintrauben, Süßkirsche, Ananas, Mango, Honigmelone und Birne
gezuckerte Obstkonserven, kandiertes Trockenobst und Obstmus
Gemüse
(3 Handvoll/Tag)
alle Salatsorten, gern mit Bitterstoffen (Chicoree, Löwenzahn), Blätter von roter Bete, Kohlrabi, Möhrengrün in Smoothies, Gurke, Fenchel, Artischocken, Hülsenfrüchte, Möhren, Spinat, Zucchini, alle Kohlarten, Radieschen, Spargel, Sauerkraut und alle Pilzarten; Kräuterin Maßen: Gemüsemischungen mit Butter oder Sahne
Nüsse und Samen
(ca. 20 g/Tag)
Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne, Leinsamen, Chia-Samen;
in Maßen: Sonnenblumenkerne
Erdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 2 EL/Tag)
Leinöl*), Weizenkeimöl*), Chia-Öl*), Hanföl*); Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl;
wenig Butter;
zum Braten: Kokosöl
Schweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(1,5-2 Liter/Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee - besonders grüner Tee und Kräutertee; bis zu drei Tassen Kaffee ohne MilchSojadrink, Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke (s. u.);
in Maßen: Wein
Fisch und Meeresfrüchte
(2 Portionen/Woche)
Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardine/Sardellen, Scholle, Seezunge, Steinbutt; Schalentiere wie Flusskrebs, Garnele, Hummer, Shrimps, KrabbenFisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt, panierter Fisch
Wurstwaren und Fleisch
(max. 1-2 Portionen/Woche, bis je 100 g Rohgewicht)
Putenbrustaufschnitt, Hühnerfleisch;
seltener:
Rinderfilet, Kalbfleisch, Wild; Corned Beef
Alle übrigen Wurstwaren, generell Schweinefleisch (wegen des hohen Gehalts an Arachidonsäure) - ob Aufschnitt, Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst;
paniertes Fleisch
Eier,
Milch und Milchprodukte,
Käse
Eier (max. 2-3 pro Woche);
in Maßen (bis 300 ml tägl.):
Milch 1,5 % Fett, Buttermilch, Speisequark bis 20 % Fett, Naturjoghurt 1,5 % Fett
selten:
Sahne, saure Sahne, Créme fraîche;
Käse bis 45 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Mozzarella, Harzer Käse, körniger Frischkäse; Sahne, Schmand und Crème fraîche
gesüßte Fertigprodukte wie Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch

*) Herstellung unter Ausschluss von Sauerstoff, Hitze und Licht ("Oxyguard"/"Omega-safe"-Verfahren). Optimal wirken Leinöl und Weizenkeimöl kombiniert.

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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 10.02.2020 | 21:00 Uhr

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