Stand: 30.05.2018 16:23 Uhr

Gurken in Beet und Kübel anbauen

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Salatgurken wachsen überwiegend in Gewächshäusern, können aber auch im Freiland angebaut werden.

Gurken zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten. Der Anbau ist sowohl im Gewächshaus, im Beet als auch in einem Kübel auf dem Balkon möglich. Beim Kauf von Saatgut oder Jungpflanzen sollte man unbedingt darauf achten, dass die gewünschte Sorte mit den heimischen Bedingungen zurechtkommt. Klassische Salatgurken, auch bekannt als Schlangengurken, werden überwiegend im Gewächshaus angebaut. Es gibt jedoch Züchtungen, die sich für eine Pflanzung im Freiland eignen. Dort werden üblicherweise vor allem Einlegegurken angebaut. Deren Früchte wachsen - vergleichbar mit Kürbissen - auf dem Boden, während Salatgurken Rankhilfen benötigen.

Robuste Pflanzen durch Veredelung mit Kürbis

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Bei modernen Gurkenzüchtungen müssen die Blüten nicht von Insekten bestäubt werden.

Bei der Auswahl der passenden Sorte gibt es ein weiteres Kriterium: Im Normalfall bilden Gurken sowohl männliche als auch weibliche Blüten, erst nach der Bestäubung durch Insekten wachsen die Früchte. Es gibt aber moderne Züchtungen, bei denen eine Bestäubung nicht nötig ist, die Pflanzen bilden rein weibliche Früchte. Dazu zählen etwa die Sorten "Bella", "Dominica", "Futura", "Isnik" und "Paska". Wer besonders robuste Gurkenpflanzen haben möchte, kauft mit Kürbis veredelte Jungpflanzen im Fachhandel oder veredelt die Gurken selbst. Viele alte Gurkensorten sind ebenfalls robust, weil sie sich an regionale klimatische Bedingungen angepasst haben.

Gurken ab Mitte April drinnen aussäen und vorziehen

Wer Gurken selbst aussäen und später ohne Gewächshaus kultivieren will, kann ab etwa Mitte April mit dem Vorziehen auf der Fensterbank oder im Frühbeet beginnen. Dafür einen Topf mit Anzuchterde füllen und je nach Topfgröße zwei bis drei Samen rund zwei Zentimeter tief (genaue Angaben stehen auf der Saatgutverpackung) einpflanzen. Den Topf an einen mindestens 20 Grad warmen und hellen Standort stellen und die Erde gleichmäßig feucht halten. Die Keimdauer beträgt etwa ein bis zwei Wochen. Es hat sich bewährt, nur die kräftigste Pflanze weiterwachsen zu lassen.

Mitte Mai Gurken nach draußen pflanzen

Ins Beet oder in einen Kübel mit mindestens 20 Liter Fassungsvermögen können gekaufte oder selbst gezogene Jungpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai. Es ist außerdem möglich, zu diesem Zeitpunkt Gurken draußen auszusäen. Die vorgezogenen Pflanzen so tief setzen, dass die Keimblätter mit Erde bedeckt sind. Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein, der Boden nährstoffreich, locker und durchlässig. Vor dem Einpflanzen die Erde mit reichlich Kompost anreichern, Gurken sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Aus diesem Grund sollte im Beet auch die Fruchtfolge eingehalten werden, damit der Gartenboden nicht einseitig ausgelaugt wird.

Ausreichend düngen und gießen

Gurken benötigen regelmäßig Dünger, beispielsweise einen im Handel erhältlichen organischen Gemüsedünger oder selbst hergestellte Pflanzenjauche. Die Pflanzen müssen regelmäßig gegossen werden. Eine Schicht Mulch rund um die Gurken verhindert, dass der Boden zu schnell austrocknet. Gute zwei Monate nach der Aussaat können die ersten Gurken geerntet werden. Um die Pflanze nicht zu verletzten, sollten die Früchte mit einem Messer abgeschnitten werden. Wer regelmäßig erntet, fördert die Folgeblüte.

Gurken sind anfällig für Pilzerkrankungen

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Gurken sind anfälig für Pilzerkrankungen wie Mehltau.

Für Pilzerkrankungen wie Mehltau sind Gurken besonders anfällig. Wer dieses Risiko minimieren möchte, kann schon beim Kauf auf bestimmte Züchtungen achten, die gegenüber Mehltau resistent oder tolerant sind. Sind die Pflanzen dennoch betroffen, befallene Blätter unbedingt im Müll entsorgen, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. Ein Sud aus Ackerschachtelhalm kann vor dem Befall schützen - dennoch kann es passieren, dass die Gurkenpflanzen eingehen.

Gerade junge Gurkengewächse sind bei Schnecken äußerst beliebt und sollten vor ihnen so gut es geht geschützt werden.

Vorsicht bei selbst gewonnenem Saatgut

Der Verzehr von Kürbisgewächsen wie Gurken, Zucchini, Melonen und Speisekürbissen aus selbst gewonnenem Saatgut kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Wuchsen die Pflanzen im vorangegangenen Jahr beispielsweise neben Zierkürbissen, können Insekten die Pollen der bitteren Zierkürbisse auf die Pflanze übertragen haben. Die Früchte der Pflanzen können dann Bitterstoffe aus dem Zierkürbis enthalten - giftige sogenannte Cucurbitacine. Ein Geschmackstest gibt Auskunft, ob die Frucht genießbar ist.

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Dieses Thema im Programm:

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