Jemand hält eine Gurkenpflanze im Anzuchttopf in der Hand. © NDR Foto: Udo Tanske

Reiche Ernte: Gurke mit Kürbis veredeln

Stand: 30.04.2020 11:29 Uhr

Damit die eher empfindliche Gurke robust wächst und eine reiche Ernte abwirft, kann man sie mit einem Kürbis veredeln. Aus zwei Pflanzen wird mit dieser Methode eine.

Wer schöne große Schlangengurken ernten möchte und davon möglichst viele, kann seine Gurken veredeln: Der obere Teil der Gurkenpflanze verwächst dabei mit dem unteren Teil eines Kürbisses samt Wurzelwerk. Gurkenwurzeln sind oft schwach, empfindlich und anfällig gegenüber Pilzerkrankungen wie Mehltau. Die Pflanze wird robuster und der Ertrag reicher, wenn man die Gurke auf einen Kürbis aufsetzt. Mit solch einer Pflanze kann man ohne Weiteres bis zu 100 Gurken von einer Pflanze ernten.

Gurke zeitlich vor Kürbis aussäen

Für die Veredelung benötigt man möglichst gleich große Pflanzen. Da der Kürbis schneller wächst, werden die Gurken etwa eine Woche früher ausgesät. Wenn die Gurkenpflänzchen den Kopf aus der Erde stecken, ist es Zeit, den Kürbis zu säen. Nach etwa drei bis vier Wochen sind beide Pflanzen sieben bis zehn Zentimeter groß und reif zum Veredeln.

Stiele von Gurke und Kürbis längs einschneiden

Der Stiel einer Gurke wird mit einem Rasiermesser eingeritzt © NDR
Mit einem sauberen Rasiermesser den Stiel der Pflanze der Länge nach einritzen.

Beide Jungpflanzen aus den Anzuchttöpfen nehmen und möglichst viel alte Erde entfernen, sie sollen im neuen Topf möglichst nah beieinander stehen. Die sicherste Methode ist, die Pflanzenstiele unterhalb des Keimblattes ein Stück mit einem sauberen Rasiermesser der Länge nach schräg einzuschneiden: Bei einer der Pflanzen wird der Stiel von unten nach oben, bei der anderen von oben nach unten eingeschnitten. Dann die beiden Teile zusammenstecken.

Veredelungsphase dauert etwa eine Woche

Gurkenpflanze mit Plastiktüte  Foto: Udo Tanske
Ein Minifolienzelt hält die Feuchtigkeit während der Veredelungsphase.

Die frische Veredelungsstelle mit einer Klammer sichern und die Pflanze neu eintopfen. Die Veredelungsstelle darf nicht mit eingepflanzt werden. Weil Gurken viel Feuchtigkeit brauchen, empfiehlt sich eine durchsichtige Plastiktüte als Minifolienzelt. Eine Woche dürfen die Pflänzchen "kuscheln", dann sollte die Veredelungsstelle verwachsen sein. Jetzt einfach die Wurzel der Gurke und die Spitze des Kürbisses abschneiden.

Eine unkompliziertere, dafür aber weniger zuverlässige Methode ist, die oberen Teile beider Pflanzen abzuschneiden und das obere Ende der Gurke samt Blatt auf den Stiel des Kürbisses zu setzen. Auch bei dieser Methode beide Pflanzenteile mit einer Klammer fixieren und eine Woche warten.

Gurke und Kürbis farbig markieren

Tipp: Weil sich Gurke und Kürbis als Jungpflanzen sehr ähnlich sehen, am besten die beiden Töpfe markieren oder unterschiedlich farbige Töpfe verwenden. Auch vor dem Veredeln kann man die untere Hälfte der Gurke und die Spitze des Kürbisses mit einem unterschiedlich farbigen Wollfaden markieren. So besteht nicht die Gefahr, das Falsche abzuschneiden.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 30.04.2020 | 19:30 Uhr

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