Stand: 30.04.2019 10:14 Uhr

Ein Gemüsebeet planen: Darauf kommt es an

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Insbesondere alte Gemüsesorten sind sehr robust, sie haben sich an die heimischen klimatischen Bedingungen angepasst.

Immer mehr Menschen haben Spaß daran, ihr eigenes Gemüse anzubauen. Wer Gemüse selbst aussät oder Jungpflanzen im Handel kauft, sollte sich für möglichst robuste Gemüsesorten entscheiden. Auf der Saatgutpackung stehen genaue Hinweise, ob das Gemüse für bestimmte Krankheiten und Schädlinge besonders anfällig ist. Bei der Wahl der Sorten sollte man zudem darauf achten, dass sie zu den heimischen klimatischen Bedingungen passen. Besonders empfehlenswert sind deshalb alte Gemüsesorten. Sie haben sich über Generationen an die Bedingungen einer Region angepasst.

Gärtner Ole Beeker pflanzt Gemüse im Beet.

Ran ans Gemüsebeet: So gelingt der Anbau

Mein Nachmittag -

Wer eigenes Gemüse anbauen möchte, sollte sich vorher unbedingt einen Plan machen, rät Gärtner Ole Beeker. Denn eine gewisse Ordnung und Fruchtfolge muss eingehalten werden.

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Unkomplizierter Anbau: Gemüsesorten für Anfänger

Wer kein besonderes Vorwissen hat und nicht übermäßig viel Aufwand beim Gemüseanbau betreiben will, kann sich beispielsweise für diese Sorten entscheiden:

Planung des Gemüsebeets: Größe und Wege bedenken

Bei der Beetplanung vergessen viele, dass sie das gepflanzte Gemüse zum Pflegen und Ernten erreichen können müssen. Das Beet sollte so breit sein, dass man die Mitte bequem von einer Seite aus erreichen kann. Das Standardmaß beträgt 1,2 Meter. In größeren Gemüsegärten ist in jedem Fall ein etwa 80 bis 100 Zentimeter breiter Hauptweg empfehlenswert, auf dem bequem eine Schubkarre Platz findet. Für die restlichen Wege genügt eine Breite von etwa 30 bis 50 Zentimetern.

Tipp

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Mischkultur für gesunde Pflanzen

Wer mehrere Gemüsesorten anbauen möchte, etwa im Gartenbeet oder in einem Hochbeet, sollte sich für eine sogenannte Mischkultur entscheiden. Werden die richtigen Pflanzen im Beet miteinander kombiniert, profitieren sie hinsichtlich Wachstum und Gesundheit. Zudem sollte die Kulturzeit unterschiedlich sein, damit innerhalb eines Gartenjahres am selben Standort unterschiedliche Pflanzen wachsen können.

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Gute Beetnachbarn von Zucchini sind zum Beispiel Rote Bete und Zwiebeln.

Die Pflanzen sollten unterschiedlichen Pflanzenfamilien angehören. Dem Gartenboden werden sonst einseitig Nährstoffe entzogen. Pflanzen einer Familie sind zudem für dieselben oder ähnliche Krankheiten anfällig. Erreger können sich so für längere Zeit in der Erde ansiedeln, die Pflanzen schwächen und die Ernte beeinträchtigen. Möhren sollten beispielsweise nicht neben Petersilie angebaut werden, sie stammen beide aus der Familie der Doldenblütler.

Gute und schlechte Beetnachbarn im Gemüsebeet:

  • Kohlarten

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kopfsalat, Möhre, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomate
    Schlechte Nachbarn: Kartoffel, Zwiebel

  • Buschbohne

    Gute Nachbarn: Kartoffel, Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomate
    Schlechte Nachbarn: Erbsen, Möhren, Porree/Lauch, Zwiebel

  • Erbse

    Gute Nachbarn: Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhre, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, Spinat, Tomate
    Schlechte Nachbarn: Buschbohne, Kartoffel, Porree/Lauch, Tomate, Zwiebel

  • Kartoffel

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Kohlrabi, Spinat, Zuckermais
    Schlechte Nachbarn: Erbse, Kohlarten, Rote Bete, Sellerie, Tomate

  • Kopfsalat

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kohlarten, Kohlrabi, Porree/Lauch, Radieschen, Tomate, Zwiebel
    Schlechte Nachbarn: Sellerie

  • Möhre

    Gute Nachbarn: Erbse, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Porree/Lauch, Radieschen, Sellerie, Spinat, Tomate, Zwiebel
    Schlechte Nachbarn: -

  • Porree/Lauch

    Gute Nachbarn: Kopfsalat, Möhre, Radieschen, Sellerie, Spinat, Tomate, Zwiebel
    Schlechte Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Rote Bete

  • Radieschen

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kohlrabi, Kopfsalat, Möhre, Porree/Lauch, Spinat, Tomate
    Schlechte Nachbarn: Zwiebel

  • Rote Bete

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Radieschen, Zwiebel
    Schlechte Nachbarn: Kartoffel, Möhre, Porree/Lauch, Spinat, Tomate, Zuckermais

  • Sellerie

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kohlarten, Kohlrabi, Möhre, Porree/Lauch, Spinat
    Schlechte Nachbarn: Kartoffel, Zuckermais

  • Spinat

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Kartoffel, Kohlarten, Kohlrabi, Möhre, Porree/Lauch, Radieschen, Sellerie, Tomate
    Schlechte Nachbarn: Rote Bete, Zwiebel

  • Tomate

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Porree/Lauch, Radieschen, Sellerie, Spinat, Zwiebel
    Schlechte Nachbarn: Erbse, Kartoffel, Möhre, Rote Bete, Zuckermais

  • Zuckermais

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Erbse, Kopfsalat, Spinat
    Schlechte Nachbarn: Sellerie

  • Zwiebel

    Gute Nachbarn: Buschbohne, Kohlrabi, Kopfsalat
    Schlechte Nachbarn: Erbse, Kartoffel, Kohlarten, Möhre, Radieschen

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Kräuter und Blumen ideal für Mischkultur

Wer zusätzlich Kräuter ins Gemüsebeet pflanzt, profitiert von einer natürlichen Schädlingsabwehr: So vertreiben Salbei, Rosmarin, Thymian und Minze mithilfe ätherischer Öle den gefürchteten Kohlweißling. Bohnenkraut schreckt die Bohnenblattlaus ab. Schnittlauch reduziert zwischen Erdbeeren gepflanzt die Gefahr, dass Grauschimmel die Früchte befällt. Blumen im Gemüsebeet halten ebenfalls manche Schädlinge fern und ziehen außerdem nützliche Insekten an, die die Pflanzen bestäuben.

Auf die Fruchtfolge achten

Wer über mehrere Jahre Gemüse im selben Beet anbauen möchte, sollte auf die Einhaltung der richtigen Fruchtfolge achten. Dabei handelt es sich um eine Abfolge, in der Nutzpflanzen gemäß ihrem Nährstoffbedarf angebaut werden. Am einfachsten ist es, ein Beet in vier Flächen zu unterteilen und die Kulturen jeder Gruppe jährlich ein Bett weiterwandern zu lassen.

Diese Gruppen unterscheidet man:

  • Starkzehrer: große Kohlsorten, Zucchini, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie und Kürbis
  • Mittelzehrer: Zwiebeln, Möhren Rote Bete, Fenchel, Salate, Spinat, Radieschen, Kohlrabi
  • Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen und die meisten Kräuter
  • Gründüngung: beispielsweise aus Tagetes- oder Senf-Saat

Der Vorteil: Die Pflanzen werden ausreichend mit Nährstoffen versorgt und der Boden wird, anders als bei Monokulturen, nicht einseitig ausgelaugt. Um über die Jahre den Überblick zu behalten, ist es empfehlenswert, einen Gartenplan anzulegen, auf dem die Bepflanzung notiert wird.

Gemüse auf dem Balkon anbauen

Viele Gemüsesorten können auch problemlos auf dem Balkon angebaut werden. Dafür eignen sich sowohl ausreichend große Kübel als auch Pflanzbeutel. Von Tomaten, Gurken, Paprika über Sellerie, Möhren, Salat und Radieschen bis hin zur Süßkartoffel ist alles möglich.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 30.04.2019 | 16:20 Uhr

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