Am Morgen vorgelesen

Die Sonnabend-Story: Die linkshändige Frau

Samstag, 07. Dezember 2019, 08:30 bis 09:00 Uhr

Peter Handke © Picture alliance/APA/picturedesk.com Foto: Barbara Gindl
Der österreichische Autor Peter Handke.

Am kommenden Dienstag, dem 10. Dezember, erhält der österreichische Autor Peter Handke den Nobelpreis für Literatur 2019, zusammen mit Olga Tokarczuk, die ihn für das Jahr 2018 erhält. Die Vergabe dieser höchsten Auszeichnung ist international hoch umstritten, weil Peter Handke die Relativierung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien vorgeworfen wird , seine Parteinahme für die Serben sowie insbesondere seine Rede bei der Trauerfeier für Slobodan Milosevic.

Nichtsdestotrotz ist Peter Handke Autor eines umfangreichen und beeindruckenden Werks, das die europäische Literatur seit den sechziger Jahren maßgeblich beeinflusste. Die Nobelpreisjury würdigt es mit dieser Preisvergabe als "eines, das mit sprachlichen Einfallsreichtum Randbereiche und die Spezifizität menschlicher Erfahrungen ausgelotet" habe. Und weiter heißt es: "Die besondere Kunst von Peter Handke ist die außergewöhnliche Aufmerksamkeit für Landschaften und die materielle Präsenz der Welt, die Kino und Malerei zu zwei seiner größten Quellen der Aufmerksamkeit werden ließen."

Peter Handke wurde 1942 in Kärnten geboren und entstammt einer deutsch-slowenischen Familie. Frühe Werke wie "Publikumsbeschimpfung" aus dem Jahr 1967, "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" von 1970 sowie "Wunschloses Unglück" von 1972 machten ihn bekannt. Die Erzählung "Die linkshändige Frau" erschien 1976 und wurde mit Edith Clever in der Hauptrolle vom Autor als Regisseur und nach eigenem Drehbuch verfilmt. Es entstand ein umfangreiches Werk von Gedichtbänden, Schauspielen und Essays und Prosaerzählungen. Dann erschien 1996 sein‚ "Sommerlicher Nachtrag zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien", und seitdem lässt Handke das Serbien-Thema nicht los. "Der Literaturnobelpreis ist das Größte, was einem Schriftsteller passieren kann. Meistens ist das verbunden mit der größten Hochachtung. Manchmal, und das ist bei Peter Handke so, verkehrt sich die Anerkennung in ihr Gegenteil", schreibt Thomas Kaspar in der Frankfurter Rundschau.

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