Claudia Johanna Kalisch (Grüne) schaut für ein Porträt in die Kamera. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Nach drei Jahrzehnten: Neues Stadtoberhaupt für Lüneburg

Stand: 27.09.2021 20:00 Uhr

Im Nordosten Niedersachsens haben sich bei der Landratswahl in Lüchow-Dannenberg und bei der OB-Wahl in Lüneburg zwei Frauen durchgesetzt. Weitere Stichwahlen gab es etwa in Seevetal und Munster.

In Lüneburg sorgt die Wahl von Claudia Kalisch für gleich zwei Premieren: Die 49-Jährige ist einerseits die erste Oberbürgermeisterin in der Geschichte der Hansestadt. Zum anderen stellen die Grünen mit ihrer Wahl zum ersten Mal die Stadtspitze. Lüneburg ist damit zudem neben Hannover die zweite große Stadt in Niedersachsen mit einem grün-geführten Rathaus. In der Stichwahl hatte sich Kalisch mit 55,5 Prozent der Stimmen gegen den parteilosen Kandidaten Heiko Meyer (44,5 Prozent) durchgesetzt. Im ersten Wahlgang waren die parteilose Pia Steinrücke und CDU-Bewerberin Monika Scherf ausgeschieden. Ulrich Mädge (SPD), ab 1991 Oberbürgermeister der Stadt mit 70.000 Einwohnern, war aus Altersgründen nicht mehr bei der Wahl angetreten.

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Claudia Johanna Kalisch (Grüne) schaut für ein Porträt in die Kamera. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

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Kalisch: Meinungsverschiedenheiten helfen

Ab dem 1. November sitzt Kalisch auf dem Chefsessel im Lüneburger Rathaus. Bislang war sie Verwaltungschefin in der Samtgemeinde Amelinghausen. Kalisch will nach eigenen Angaben in ihrer Arbeit vereinen und die Stadt für die Zukunft fit machen. Dazu gehören etwa die Schaffung von neuem bezahlbaren Wohnraum und die Realisierung umweltfreundlicher Verkehrskonzepte. Meinungsverschiedenheiten dürfe es dabei geben. Das sei befruchtend, sagte sie dem NDR in Niedersachsen.

Lüchow-Dannenberg: Schulz überholt Jahn

Ebenfalls in der Stichwahl fiel in die Entscheidung über die Landratswahl im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Hier setzte sich Dagmar Schulz (parteilos) durch. Die von den Grünen und der Bürgerliste unterstützte Kandidatin erhielt 57,02 Prozent der Stimmen - und ist nun die erste Landrätin in der Geschichte von Lüchow-Dannenberg. Mitbewerber Hanno Jahn (parteilos), der von der CDU unterstützt wurde, erhielt 42,98 Prozent. Den ersten Wahlgang hatte Jahn noch mit mehr als zehn Prozent Vorsprung für sich entschieden. Die beiden ausgeschiedenen Kandidaten hatten sich danach für Schulz ausgesprochen. Jahn zeigte sich nach der Wahl enttäuscht. Verloren habe nicht er, sondern der Landkreis, sagte er dem NDR in Niedersachsen.

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Die Vorsitzende des Vereins Wassermühle Karoxbostel, Emily Weede. © NDR Foto: Kerstin Geisel

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Emily Weede setzte sich gegen Manfred Eertmoed (SPD) durch. Vorgängerin Martina Oertzen (SPD) war nicht mehr angetreten. mehr

Neue Bürgermeisterin für Seevetal

Auch eine der bevölkerungsreichsten Gemeinden Deutschlands hat ein neues Oberhaupt: Emily Weede (CDU) setzte sich in Seevetal (Landkreis Harburg) in der Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters gegen Manfred Eertmoed (SPD) durch. Auf Weede entfielen 57,0 Prozent der Stimmen, Eertmoed kam auf 43,0 Prozent. Im ersten Wahlgang am 12. September hatte Weede mehr als 20 Prozent Vorsprung auf Eertmoed.

99 Stimmen Vorsprung in Munster

Ganz knapp ging es bei der Entscheidung um das Bürgermeisteramt in Munster (Heidekreis) zu. Die bis jetzt amtierende Bürgermeisterin Christina Fleckenstein (SPD) wurde abgewählt. Sie kam in der Stichwahl auf 49,31 Prozent der Stimmen. Ihr Herausforderer und nun neuer Bürgermeister, Ulf-Marcus Grube von der CDU, kam auf 50,69 Prozent der Stimmen. Am Ende machten 99 Stimmen den Unterschied. Die unterlegene Fleckenstein führt ihre Niederlage unter anderem auf eine Entscheidung im Rat für einen Bebauungsplan zurück, bei dem auch ein Stück Wald gerodet werden muss. Genau in diesem Wahlbezirk habe sie viele Stimmen verloren, sagte Fleckenstein dem NDR in Niedersachsen.

Frühe Entscheidungen in Landkreisen Stade und Osterholz

Andere Entscheidungen waren bereits im ersten Wahlgang gefallen. So etwa im Landkreis Stade: Dort ist der frühere Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Kai Seefried, zum neuen Landrat gewählt worden. Der gelernte Tischlermeister setzte sich im ersten Wahlgang mit knapp 55,9 Prozent der Stimmen gegen den SPD-Bewerber Björn Protze durch. Der amtierende Landrat Michael Roesberg (parteilos), der den Posten seit 15 Jahren innehatte, war nicht mehr angetreten. Auch im Landkreis Osterholz war keine Stichwahl nötig: Bernd Lütjen (SPD) bleibt Landrat. Lütjen, der den Posten seit acht Jahren innehat, kam im ersten Wahlgang auf 87,1 Prozent der Stimmen. Herausforderin Sabine Leidig von den Linken kam auf 12,9 Prozent.

Auch Landratswahl im Heidekreis war schon entschieden

Neuer Landrat im Heidekreis wird Jens Grote. Der für CDU, SPD, Grüne, BürgerUnionSoltau sowie Bürgerlisten aus Bad Fallingbostel und Walsrode angetretene Grote erhielt im ersten Wahldurchgang 52,8 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer, der amtierende Landrat Manfred Ostermann (parteilos), erhielt 47,2 Prozent. Jens Grote ist seit 2016 Präsident der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen. Ostermann hatte den Posten seit 14 Jahren inne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 27.09.2021 | 15:00 Uhr

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