Tag gegen Gewalt an Frauen: Niedersachsen färbt sich orange

Stand: 25.11.2021 21:55 Uhr

Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Aus diesem Grund erleuchteten am Donnerstag in Niedersachsen viele Gebäude in Orange - für mehr Aufmerksamkeit.

Denn gut ein Drittel aller Frauen erlebe mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt, teilt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mit. Und das sei unabhängig von Herkunft, Alter, Bildung oder Religion. Die Täter würden meist aus dem sozialen Umfeld stammen, seien häufig eigene Partner oder Ex-Partner. "Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit. Es ist davon auszugehen, dass polizeilich nur ein Bruchteil der Gewalt im häuslichen Umfeld erfasst wird", sagt LKA-Präsident Friedo de Vries. "Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für das Thema, damit die Menschen genau hinschauen und Hilfe anbieten."

Auch die Polizei zeigt Flagge

In Niedersachsen beteiligten sich neben einigen Polizeiinspektionen wie etwa Harburg, Hannover und Cloppenburg/Vechta auch Kommunen. In Wolfsburg erstrahlen während einer Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen und Mädchen seit Montag gleich mehrere Gebäude. Am Tag gegen Gewalt an Frauen gab es einen digitalen Vortrag zum Thema "Digitale Gewalt" der Journalistin Chris Köver.

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Stiller Konvoi in Hannover

Wie im vergangenen Jahr leuchteten auch das Neue Rathaus, der Beginenturm am Hohen Ufer und einige andere Gebäude in Hannover. Um 19 Uhr zog ein stiller Konvoi vom Schützenplatz zum Platz vor dem Landtag. Vor dem Landtag fand auch die Abschlusskundgebung statt. Anwesend waren die Schirmherrin und Landtags-Präsidentin Gabriele Andretta und Daniela Behrens (SPD), Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung.

Beratung und Hilfe für Frauen

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 erhalten Betroffene 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr Beratung. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte erhalten anonym und kostenfrei Hilfe. In Notfällen hilft die Polizei unter 110.

Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen bietet eine Online-Suchmaske an, mit der sich schnell eine örtliche Beratungsstelle finden lässt.

Frauenhäuser regelmäßig genutzt

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen weist die Diakonie Oldenburg ebenfalls auf den notwendigen Schutz durch Frauenhäuser hin. Etwa jede vierte Frau werde mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Wie groß der Schutzbedarf ist, zeige sich am diakonischen Frauen- und Kinderschutzhaus der Landkreise Ammerland und Wesermarsch. Die Plätze der Häuser seien dort seit seiner Eröffnung im Juli 2020 durchgehend genutzt worden. "Es kommt vor, dass wir Frauen an andere Schutzeinrichtungen vermitteln müssen, weil bei uns alle Plätze belegt sind", so die Leiterin des Frauen- und Kinderschutzhauses.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.11.2021 | 08:00 Uhr

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