Aus einer Duschbrause läuft Wasser. © picture alliance/dpa Foto: Silas Stein

So wollen Kommunen in Niedersachsen Gas und Strom einsparen

Stand: 15.08.2022 10:05 Uhr

Kalte Duschen, weniger Licht, Abschaltung von Brunnen: Mehrere große Städte in Niedersachsen möchten Energie einsparen. NDR.de gibt einen Überblick über bereits umgesetzte und geplante Maßnahmen.

Angesichts des drohenden Gasmangels und hoher Energiepreise sehen viele Städte Einsparpotenziale bei der Beleuchtung. Etwa Hannover, Osnabrück und Wolfsburg haben oder wollen in den Nächten auf das Anstrahlen von städtischen Gebäuden verzichten. Zudem planen mehrere Städte, die Raumtemperaturen in Verwaltungsgebäuden abzusenken. Darüber hinaus soll auch Energie durch technische Hilfsmittel eingespart werden, etwa durch den Einsatz von Bewegungsmeldern. Konkret erfolgt sind bislang wenige Maßnahmen - oft laufen noch Beratungen über die genaue Umsetzung.

VIDEO: Landesregierung will Bürger bei Energiekosten entlasten (09.08.2022) (2 Min)

Hannover

  • Bereits umgesetzt: Keine Gas-Beheizung von städtischen Bädern
  • Geplant: Nur kaltes Duschen in Schwimm- und Freibädern sowie in Sport- und Turnhallen
  • Geplant: Abschaltung aller öffentlichen Brunnen
  • Geplant: Raumtemperatur in städtischen Büros auf maximal 20 Grad begrenzen
  • Geplant: Keine Beleuchtung von Neuem Rathaus, Museen und andere Sehenswürdigkeiten im Dunkeln
  • Ziel: Stadt will Energieverbrauch um 15 Prozent senken

Oldenburg

  • Bereits umgesetzt: Stadtteil-Hallenbäder bis Ende August dicht
  • Bereits umgesetzt: Während Schulferien nur kaltes Wasser in Waschräumen der Sportstätten
  • Geplant: Kühlere Raumtemperaturen in Verwaltungsbüros
  • Geplant: Durchlauferhitzer an Waschbecken werden abgeschaltet
  • Geplant: Verzicht auf Einsatz von Klimageräten und Heizlüftern
  • Geplant: Bewegungsmelder für städtische Beleuchtung
  • Im Gespräch: Zusammenlegung von Verwaltungsbüros

Osnabrück

  • Bereits umgesetzt: Keine Beleuchtung von öffentlichen Gebäuden in der Nacht
  • In der Umsetzung: Großteil der städtischen Brunnen wird abgestellt
  • Geplant: Bewegungsmelder für Innenbeleuchtung
  • Geplant: Straßenbeleuchtung um 30 Minuten verkürzen
  • Geplant: Nur noch kaltes Wasser in öffentlichen Gebäuden, Sporthallen und Umkleidegebäuden an Sportplätzen / Ausnahme für Kitas
  • Im Gespräch: Absenken der Raumtemperaturen in städtischen Gebäuden

Braunschweig

  • Bereits umgesetzt: Kein Freibad-Beheizung mehr mit fossiler Energie
  • Geplant: Weitere Maßnahmen werden geprüft

Wolfsburg

  • Bereits umgesetzt: Niedrigere Wassertemperaturen in städtischen Bädern
  • In der Umsetzung: Öffentliche Brunnen werden nach und nach abgeschaltet
  • Im Gespräch: Abschaltung einzelner Straßenbeleuchtungen und der Gebäudebeleuchtung von Rathaus und Schloss, Absenkung der Raumtemperatur in den Sport- und Turnhallen

Hildesheim

  • Bereits umgesetzt: Heizungsanlagen in Schulen bleiben voraussichtlich bis Ende der Herbstferien aus - Ausnahme für Anlagen, bei denen auch die Warmwasserbereitung über die Heizungsanlage läuft
  • Geplant: Durchlauferhitzer in Verwaltungsgebäuden sollen abgestellt werden
  • Weitere Maßnahmen werden geprüft

Göttingen

  • Geplant: Effektbeleuchtung des Alten Rathauses wird ausgeschaltet
  • Im Gespräch: Heizung im Neuen Rathaus zeitweise herunterfahren, Optimierung der Heizungsanlagen, Umrüstung der Beleuchtung auf LED

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.08.2022 | 12:00 Uhr

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