Ein Schwein im Stall eines Mastbetriebes blickt in die Kamera. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder

Schweinepest: Schlachtstau im Sperrbezirk

Stand: 22.07.2022 14:18 Uhr

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Landkreis Emsland bildet sich im Sperrbezirk zunehmend ein Schlachtstau. 200.000 Schweine gibt es dort.

Pro Woche müssten eigentlich gut 8.000 geschlachtet werden. Die Schweine werden immer fetter, sie haben immer weniger Platz in den Ställen. Aber die Suche nach Schlachthöfen ist schwierig: In Niedersachsen hat sich laut Landwirtschaftsministerium noch kein Unternehmen gefunden, das Schweine aus dem Sperrbezirk, der rund um den betroffenen Hof eingerichtet wurde, schlachten will. Die Tiere dürften nur mit Sondererlaubnis aus dem Zehn-Kilometer-Radius transportiert werden. Das Landvolk wartet jetzt auf konkrete Zusagen, damit sich der Schweinestau löst.

Veterinäramt: Tierschutzprobleme können schnell entstehen

"Im Moment haben wir noch keine Meldungen, dass durch die Seuche bedingt irgendwo Tierschutzproblematiken entstanden sind", sagte der Grafschafter Kreisveterinär Hermann Kramer dem NDR in Niedersachsen. Ein Teil der Sperrzone liegt im Landkreis Grafschaft Bentheim. "Aber wenn jetzt keine Schweine rausgehen, wird sich dieses Problem ganz schnell zeigen."

Weitere Informationen
Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) im Interview. © NDR

Otte-Kinast: Schweinepest-Ausbruch Weckruf für alle Betriebe

Wie das Virus in die Stallungen gelangen konnte, ist weiter unklar. 1.800 Schweine eines Kontaktbetriebs wurden getötet. (06.07.2022) mehr

Landvolk: Bauern können froh sein, wenn sie die Tiere loswerden

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium führt deshalb Gespräche mit der Schlachtbranche. Aber noch gebe es keine Termine für Schweinetransporte raus aus der Sperrzone, sagte Lambert Hurink vom emsländischen Landvolk. "Das ist leider nicht der Fall, diese feste Zusage, die wir dringend, dringend brauchen." Auch steht noch nicht fest, wie viel Geld die betroffenen Schweinebauern am Ende für ihre Tiere bekommen. "In erster Linie ist es im Moment so, dass die froh sein können, wenn sie die Tiere loswerden", sagte Hurink.

Fleisch aus Sperrzone kann nur gekocht verarbeitet werden

Das Schweinefleisch aus der Sperrzone muss erhitzt werden und kann nur in Produkten wie Kochschinken auf den Markt kommen. Für die Landwirte ist das ein großes Verlustgeschäft - gegen das sie nur bedingt versichert sind, so Hurink, der ergänzt: "Ich bin mir sicher, dass wir über Schäden reden, die in die Millionen gehen." Das Landvolk fordert deshalb Beihilfen für die Bauern im betroffenen Gebiet.

Weitere Informationen
Ein Schild weist auf die Afrikanische Schweinepest hin. © picture alliance Foto: Torsten Sukrow

Schweinepest in Emsbüren: Herkunft des Virus bleibt rätselhaft

18 Landwirte beantragen Ausnahmen für Sperrzone. Der Nationalpark Harz warnt vor dem Einschleppen des ASP-Erregers. (12.07.2022) mehr

Ein Schwein streckt die Schnauze aus einem Tiertransport-Anhänger. © Lars Klemmer/dpa Foto: Lars Klemmer/dpa

Afrikanische Schweinepest: Kontaktbetrieb ist negativ

Trotzdem werden alle Tiere des Hofs getötet. Das Ministerium hofft, dass der Ausbruch in Emsbüren ein Einzelfall bleibt. (01.07.2022) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.07.2022 | 15:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Tiere

Landwirtschaft

Massentierhaltung

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Eine rote Ampel leuchtet vor dem Wort "Asyl" auf einem Wegweiser zur Erstaufnahme-Einrichtung (EAE) in Eisenhüttenstadt des Landes Brandenburg. © picture alliance/dpa | Patrick Pleul Foto: Patrick Pleul

MPK: Wie kann irreguläre Zuwanderung begrenzt werden?

Vor der Ministerpräsidentenkonferenz hat Innenministerin Daniela Behrens ein Migrationsabkommen mit Herkunftsländern angemahnt. mehr