Reaktionen aus Niedersachsen zum Tod der Queen

Stand: 09.09.2022 15:05 Uhr

Nach dem Tod von Queen Elizabeth II. haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft der königlichen Familie und dem britischen Volk ihr Beileid ausgesprochen.

"Sie war eine beeindruckende Frau und sie wird fehlen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstagabend. Das Land Niedersachsen und Großbritannien seien seit langer Zeit eng freundschaftlich verbunden. "Gerade deshalb sind unsere Gedanken heute Abend bei den Menschen in UK." Die Queen sei eine historische Persönlichkeit gewesen, habe aber auch besonders große Zuneigung und Sympathie bei den Menschen in Niedersachsen genossen. "Bei ihrem letzten Besuch im Jahr 2015 haben ihr viele Tausend Menschen auf ihrem Weg von Celle nach Bergen-Belsen am Straßenrand zugejubelt und ihre Verbundenheit zum Ausdruck gebracht", sagte Weil. Die Queen war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren gestorben.

Landesbischof würdigt Queen als "große Versöhnerin"

In einem Kondolenzschreiben brachte der hannoversche Landesbischof Ralf Meister sein Mitgefühl zum Ausdruck. Er betonte, dass Elizabeth II. ihr langes Leben in den Dienst ihrer Aufgabe als Königin gestellt habe. "Das hat ihr auch in Deutschland viel Sympathie und Vertrauen eingebracht." Der Geistliche verwies auch auf den Glauben der Queen, die in ihrem Amt zugleich das Oberhaupt der anglikanischen Kirche war. Sie sei zeitlebens von ihrem Glauben getragen worden. "In diesem Glauben und dieser Zuversicht hat sie Menschen Mut gemacht, hat selbst Hoffnung gebracht", heißt es weiter. Mit Blick auf die Nachkriegszeit nannte Meister die Queen eine "große Versöhnerin". Ihrem Wirken sei es maßgeblich zu verdanken, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in die europäische Staatengemeinschaft aufgenommen wurde.

Landtagspräsidentin: "Fühlen uns eng verbunden"

Die Fahnen vor der Staatskanzlei stehen auf Halbmast. © NDR Foto: NDR
Auch vor der Staatskanzlei in Hannover wehen die Flaggen auf Halbmast.

Ähnlich äußerte sich die niedersächsische Landtagspräsidentin Gabriele Andretta zum Tod der britischen Monarchin. Andretta würdigte die Rolle Großbritanniens nach Ende des Zweiten Weltkriegs: "Großbritannien hat uns in Niedersachsen einen demokratischen Neubeginn ermöglicht", sagte die SPD-Politikerin am Freitag. "Auch deshalb fühlen wir uns in dieser schweren Zeit eng verbunden." Die Niedersachsen trauerten mit den Menschen im Vereinigten Königreich um die Königin, besondere Anteilnahme gelte ihrer Familie.

Trauer auf Schloss Bückeburg: Flaggen stehen auf Halbmast

Auf Schloss Bückeburg wehen die Flaggen auf Initiative von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe auf Halbmast. Dem NDR sagte er, gestern sei das 20. Jahrhundert zu Ende gegangen - der Tod der Queen schließe eine Epoche ab. Sie habe ihrem Land mit Disziplin und Humor bis zum letzten Tag unermüdlich gedient. Die 200 Mitglieder der Hannoversch-Britischen Gesellschaft halten am Sonnabend eine Gedenkstunde ab. Das Welfenhaus in Hannover wollte sich zum Tod der Queen nicht äußern.

Queen hatte Wurzeln in Hannover

Elizabeth II. war eine direkte Nachfahrin von Georg I., der 1714 als Kurfürst von Hannover auch den Königsthron in London bestieg. 123 Jahre hielt die enge Verbindung zwischen dem Welfenhaus und Großbritannien. Sie endete erst 1837 mit Queen Victoria und dem Tod von Wilhelm IV. Denn die Erbfolgeregeln in Hannover sahen eine weibliche Thronfolge nicht vor. Auf der Insel erbte Wilhelms Nichte Victoria die Krone, da keiner ihrer drei Onkel männliche Nachfahren vorweisen konnte. Bis 1837 stellten die Hannoveraner insgesamt fünf britische Regenten: nachfolgend auf Georg I. die Könige Georg II., Georg III., Georg IV. und Wilhelm IV. In dieser Zeit gab es eine staatsrechtliche Trennung vom britischen Königreich und dem Kurfürstentum Hannover. Sie waren nur in der Person des Monarchen verbunden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2022 | 13:30 Uhr

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