Stand: 01.08.2019 20:06 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Pegelstände in Flüssen sinken auf Rekordniveau

Nach der extremen Hitzewelle haben in Niedersachsen die Wasserstände in den Flüssen zum Teil historisch niedrige Pegel erreicht. Das zeigt sich beim Blick auf die Übersichtskarte des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). "Wir bewegen uns im ganzen Land ähnlich wie im Vorjahr auf einem sehr niedrigen Niveau", sagte NLWKN-Sprecher Achim Stolz NDR.de. Trotzdem lägen die Sauerstoffwerte überall noch im unkritischen Bereich.

Bauern und Waldbesitzer streiten ums Wasser

Hallo Niedersachsen -

Dem zweiten Dürresommer in Folge sind viele Bäume in den Wäldern nicht gewachsen, sie verdursten. Waldbesitzer kritisieren, dass Landwirte dem Boden zu viel Wasser entnähmen.

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Hase: Nur noch wenige Zentimeter Wasser

Wie extrem die Situation ist, lässt sich zum Beispiel an der Hase bei Haselünne (Landkreis Emsland) erkennen. Hier betrug der Wasserstand am Mittwochmittag lediglich sechs Zentimeter - das sind zehn Zentimeter weniger als vor einem Jahr und 83 Zentimeter weniger als im Mittel. Zur Einordnung: Der niedrigste Wert zwischen 2008 und 2017 lag bei zehn Zentimetern, der Höchstwert bei 370 Zentimetern. Ähnlich sieht es auch an der Hunte aus: Am Pegel Huntlosen II im Landkreis Oldenburg wurden am Mittwoch 281 Zentimeter gemeldet, sieben Zentimeter weniger als der Tiefstwert zwischen 2007 und 2017.

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Trocknet das Steinhuder Meer aus?

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Rekordwerte bei Neu Darchau in Sicht

Auch an der Elbe bei Neu Darchau (Landkreis Lüchow-Dannenberg) wird das Wasser immer knapper. Laut einer Vorhersage des Wasser- und Schifffahrtamtes könnte der Pegelstand in den kommenden Tagen erneut das historische Tief von 63 Zentimetern erreichen. Aktuell ist der Fluss in Neu Darchau noch 70 Zentimeter tief. Nach Angaben von NLWKN-Sprecher Stolz wurde an der Elbe aufgrund der aktuellen Lage das Sondermessprogramm "Extreme" in Gang gesetzt. Es sieht eine verstärkte Gewässergüteüberwachung bei extremen Hoch- und Niedrigwasserlagen an zehn ausgesuchten Messstandorten entlang des Flusses vor.

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Auch Leine und Oker führen wenig Wasser

Ebenfalls noch etwas von den Rekord-Tiefständen entfernt sind die Wasserstände der Leine am Pegel Herrenhausen und der Oker am Pegel Groß Schwülper (Landkreis Gifhorn). Für die Leine meldet das NLWKN 75 Zentimeter (Vorjahr: 81 Zentimeter), für die Oker 211 Zentimeter (Vorjahr: 227 Zentimeter). Beide Werte liegen rund 15 Zentimeter über den historischen Tiefständen.

Landkreis verbietet Abpumpen von Wasser

Der Landkreis Wolfenbüttel hat als Konsequenz das Abpumpen von Wasser aus Flüssen und Bächen verboten. Das gelte auch für Privathaushalte oder Gewerbe, die derzeit eine gültige Erlaubnis hätten, teilte der Landkreis mit. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Die Behörde teilte mit, aufgrund der Trockenheit könne abgepumptes Wasser derzeit auch durch Regen oder Grundwasser nicht wieder aufgefüllt werden.

Dümmer See: 1.500 Liter verdunsten pro Sekunde

Täglich sinkt auch der Wasserstand des Dümmer im Landkreis Diepholz um ein bis zwei Zentimeter. Pro Sekunde verdunsten zurzeit rund 1.500 Liter Wasser in Niedersachsens zweitgrößtem See, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Außerdem muss zumindest ein Teil des einfließenden Wasser auch wieder hinaus, damit die abfließenden Flüsse nicht trockenfallen. Das Wasser des Dümmer steht momentan rund 30 Zentimeter unter dem normalen Sommerpegelstand. Die zuständigen Behörden, der Landesbetrieb NLWKN und der Hunte-Wasserverband, haben darüber bereits die örtlichen Segler informiert. Denn die bekommen Probleme. In einigen Teilen des Sees werde es langsam zu flach, sagte Lembruchs Ortsbürgermeisterin Margarete Schlick (Wählergemeinschaft Lembruch, WGL), die auch eine Segelschule betreibt. Noch aber sei der Wasserstand etwa zehn Zentimeter höher als im Vorjahr. Deshalb hofft Schlick jetzt vor allem auf eines: ergiebigen Regen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 01.08.2019 | 17:00 Uhr

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