Stand: 13.03.2019 11:43 Uhr

Leibniz-Preis: Niedersächsische Forscher geehrt

Die Göttinger Biochemikerin Melina Schuh ist eine von drei Leibniz-Preisträgerinnen aus Niedersachsen - der Forschungspreis ist mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert. (Archivbild)

In Berlin ist am Mittwoch Deutschlands wichtigster Forschungsförderpreis verliehen worden: Vier Wissenschaftlerinnen und sechs Wissenschaftler wurden in diesem Jahr mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis geehrt. Unter ihnen sind zwei Wissenschaftlerinnen des Max-Plack-Instituts in Göttingen: die Biochemikerin Melina Schuh und die Politik- und Rechtswissenschaftlerin Ayelet Shachar. Ein weiterer Leibniz-Preis ging an den aus Neustadt bei Hannover stammenden Robotik-Experten Sami Haddadin, der bis 2017 das Institut für Regelungstechnik an der Leibniz Universität Hannover geleitet hat. Jeder Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Die Forscherinnen und Forscher dürfen das Budget bis zu sieben Jahre lang im Rahmen ihrer Arbeiten einsetzen.

Forscherin Schuh: Methode entwickelt, um in Eizellen zu schauen

Die 38-jährige Melina Schuh ist Direktorin des Göttinger Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie. Mit ihrem Team erforscht sie, wie neues Leben entsteht und entwickelte eine Methode, mit der sie zum ersten Mal in die menschliche Eizelle untersuchen konnte. Schuh verglich die Eizellen junger Frauen mit denen von älteren. "Interessanterweise haben wir beobachtet, dass die Chromosomen mit der Zeit langsam auseinanderfallen", sagte die Biochemikerin. Das könne daran liegen, dass Eizellen bei einer Frau bereits bei der Geburt im Körper vorhanden sind. Dementsprechend habe eine 40-jährige Frau auch 40 Jahre alte Eizellen. Im Laufe der Zeit, so die Wissenschaftlerin, würden die Chromosomen lockerer und fingen an auseinanderfallen, bevor sie getrennt werden. "Und so entstehen Eizellen mit falschen Chromosomenzahlen", schildert Schuh. Das könne bei älteren Frauen zu Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit führen, bei Kindern zum sogenannten Downsyndrom.

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Juristin Shachar: Einsatz für Chancengleichheit

Die gebürtige Israelin Ayelet Shachar leitet seit knapp vier Jahren in Göttingen das Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften. Sie erforscht, wie die Menschen weltweit gleiche Entwicklungschancen bekommen können. Die 52-Jährige sei eine der führenden Expertinnen auf ihrem Gebiet, begründet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihre Entscheidung, Shachar mit dem Leibniz-Preis zu ehren. "Ich freue mich sehr und bin begeistert, dass die DFG mich als preiswürdig erachtet", sagte die Rechtswissenschaftlerin. Die Auszeichnung sei auch für das Institut sehr wichtig. Sie bedeute zum einen Anerkennung zum anderen die Finanzierung der Forschung.

Ingenieur Haddadin: Arbeit an der Schnittstelle Roboter-Mensch

Sami Haddadin erhielt den Leibniz-Preis für seine wegweisenden Forschungen auf den Gebieten der Robotik. Der 38-Jährige wird insbesondere für seine Arbeiten zu den Grundlagen einer sicheren, intuitiven und zuverlässigen physikalischen Mensch-Roboter-Interaktion geehrt. 2017 erhielt der Ingenieur mit seinem Team der Leibniz-Universität Hannover bereits den Deutschen Zukunftspreis für den innovativen Roboter "Franka-Emika". Inzwischen ist er an der Technischen Universität München Direktor der Munich School of Robotics and Machine Intelligence.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 13.03.2019 | 13:30 Uhr

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