Stand: 25.10.2018 12:02 Uhr

Landtag: Wie viele Wölfe verträgt Niedersachsen?

Das Thema Wolf hat am Donnerstag im Niedersächsischen Landtag erneut eine emotionale Debatte ausgelöst. Ausgangspunkt war ein Antrag in der Aktuellen Stunde, in dem die CDU-Fraktion einen "neuen Umgang mit dem Wolf" forderte. Zu dem neuen Umgang gehört der CDU zufolge auch, dass der Wolf ins Bundesjagdrecht aufgenommen wird. Martin Bäumer (CDU) beklagte, dass der Schutz der Menschen nicht im Vordergrund stehe. Viele Weidetierhalter gäben auf, weil sie ständig vom Wolf gerissene Tiere zu beklagen hätten, sagte er.

Olaf Lies spricht im Landtag.

Landtag debattiert über Umgang mit Wölfen

Hallo Niedersachsen -

Beim Thema Wolf werden ermüdende Landtagsdebatten plötzlich hitzig. Umweltminister Lies forderte eine klare Grenze für die Wolfspopulation auf Bundesebene.

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Naturschutzgesetz gibt Spielraum beim Abschuss

Umweltminister Olaf Lies (SPD) bezeichnete die Forderung als "Scheindebatte", die bei den Menschen für Unsicherheit sorge. Das Jagdrecht sei keine Lösung, weil dadurch der Wolf das ganze Jahr über geschützt wäre und eben nicht abgeschossen werden darf. Stattdessen müssten die Spielräume des Bundesnaturschutzgesetzes genutzt werden. Demnach könnten einzelne Tiere schon jetzt getötet werden, wenn sie Menschen zu nahe kämen oder ein großes Problem für Weidetierhalter seien, so Lies.

Lies: Bund muss Grenze für Wolfspopulation festlegen

Er setze sich dafür ein, dass es im Umgang mit Wölfen klare Regelungen auf Bundesebene gibt. Ziel sei, einen sogenannten günstigen Erhaltungszustand festzulegen - dieser regelt, wie hoch die Wolfspopulation für die Arterhaltung sein muss. Der Bund müsse dann jedes Jahr prüfen, ob dieser Erhaltungszustand erreicht ist. Erst dann sei auch das Jagdrecht sinnvoll. Im Interview mit NDR 1 Niedersachsen hatte der Umweltminister im Vorfeld gesagt, dass Niedersachsen keinen weiteren Populationszuwachs mehr vertrage. "Ich glaube, die Grenze dessen, was möglich ist, ist erreicht."

FDP und AfD sorgen sich um Weidetierhaltung

Ebenso wie die CDU sehen die FDP und AfD die Weidewirtschaft in Niedersachsen bedroht. Hermann Grupe von der FDP forderte wolfsfreie Zonen, um die Weidetierhaltung zu retten. Der Wolfsbestand müsse reguliert und der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, so Grupe. Stefan Wirtz von der AfD forderte von der Landesregierung, eine Grenze für die Wolfspopulation festzulegen. "Das zieht dann auch Abschüsse nach sich."

Chronologie: Wölfe in Niedersachsen (ab 2015)

Grüne fordern Prämie für Weidetiere

Christian Meyer von den Grünen warf der Landesregierung vor, kein Konzept für das Wolfsmanagement zu haben. Anstatt Weidetierhalter für Wolfsrisse zu entschädigen, streiche das Landwirtschaftsministerium ihnen sogar Agrarsubventionen, wenn sie ihre Weide nicht nach geltendem Standard geschützt hätten. Deshalb würden viele Tierhalter inzwischen auch keine Risse mehr anzeigen. Meyer forderte, eine Prämie für jedes registrierte Weidetier einzuführen anstelle von Entschädigungszahlungen und Subventionen für Präventionsmaßnahmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.10.2018 | 12:00 Uhr

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