Stand: 21.12.2018 09:37 Uhr

Kassenärzte gegen längere Sprechstunden

In der Debatte über überlastete Notaufnahmen haben Krankenkassen einen neuen Vorschlag unterbreitet: Um die Zahl der Patienten in Notaufnahmen zu verringern, könnten Hausärzte künftig die Sprechzeiten ihrer Praxen deutlich ausweiten, so die Idee. Dies soll demnach auch für die Abendstunden und das Wochenende gelten. In Niedersachsen stößt der Vorschlag auf Widerstand bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN).

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Notaufnahmen lehnen immer öfter Patienten ab

13.04.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Die Notaufnahmen vieler Kliniken sind überlastet und nehmen bestimmte Notfälle nicht mehr an. Ein Problem für die Patienten und die Mitarbeiter der Rettungsdienste. Video (03:31 min)

KVN: Verhalten der Patienten ist das Problem

Das Problem liege nicht an den Öffnungszeiten, sondern am Verhalten der Patienten, sagte Jörg Berling von der KVN. Die Krankenkassen sollten ihre Mitglieder besser anweisen, zu den üblichen Praxisöffnungszeiten nicht in die Notfallambulanzen zu gehen, so Berling gegenüber NDR 1 Niedersachsen.

Fast 100 Bereitschaftspraxen am Wochenende

Die Annahme, dass Ärzte Kapazitäten für eine Ausweitung hätten, sei zudem falsch: Ärzte würden bereits 52 Wochenstunden arbeiten. Das läge weit über dem Schnitt der normalen Wochenarbeitszeit, sagte Berling. Dass am Mittwochnachmittag Arztpraxen traditionell geschlossen blieben, sei dafür, damit Ärzte sich zu diesem Zeitpunkt fortbilden können. Der KVN-Experte nimmt damit indirekt Bezug auf Kritik, die etwa SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geäußert hatte: Dieser hatte im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" die Forderung der Krankenkassen gestützt. "Der ein oder andere Arzt wird ab Mittwochnachmittag auf dem Golfplatz gesehen", sagte Lauterbach, selbst Arzt, der Zeitung.

Berling betonte gegenüber NDR 1 Niedersachsen, dass es am Wochenende längst Alternativen zur Notaufnahme gibt: Landesweit gäbe es 98 Bereitschaftspraxen, davon 65 direkt bei Krankenhäusern. Den Standort der nächsten Bereitschaftsdienstpraxis können Patienten telefonisch unter der bundesweit erreichbaren Rufnummer 116 117 erfahren. Dort können sie auch beraten werden.

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Immer mehr Patienten suchen die Notaufnahme auf. Für die gesetzlichen Krankenversicherungen liegt das auch an den Öffnungszeiten der Praxen. Mehr bei tagesschau.de extern

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.12.2018 | 09:00 Uhr

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