Stand: 24.10.2018 21:34 Uhr

KKH-Studie: Immer mehr Schüler sind depressiv

Immer mehr Schülerinnen und Schüler fühlen sich gestresst, sind überfordert und verzweifelt - oder gar depressiv. Das ist das Fazit einer Analyse der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), die sie am Mittwoch in Hannover vorgestellt hat. Sie kommt demnach zu dem Ergebnis, dass Schule und Eltern immer mehr von den Schülern verlangten. Dieser Druck mache viele Schüler krank.

Mindestens eine Million Schüler psychisch krank

Die Daten der KKH zeigen: Im letzten Jahr hatten mehr als 8.000 der 6- bis 18-Jährigen KKH-Versicherten depressive Anzeichen, waren mutlos oder frustriert. Nach Ansicht der Krankenkasse alarmierende Zahlen, besonders bei den 13- bis 18-Jährigen. Denn im Vergleich zu einer Studie von vor zehn Jahren hat sich die Zahl der psychisch Erkrankten in dieser Altersgruppe fast verdoppelt. Die Krankenkasse hat ihre eigenen Patientendaten auch auf ganz Deutschland hochgerechnet. Nach dieser Rechnung sind bundesweit über eine Million Kinder und Jugendliche psychisch krank. Einer Studie des Robert-Koch-Instituts vom März dieses Jahres zufolge waren zuletzt sogar etwa 16,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychisch auffällig, was einer Zahl von mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland entspricht.

Lehrer sollten Gesprächsangebote machen

Problematisch dabei ist laut Schulpsychologin Annika Fitzen, dass die Krankheit in der Schule häufig lange Zeit gar nicht auffalle. "Dann passiert es ganz oft, dass Lehrkräfte gar nicht bemerken, dass sich da eine Veränderung gezeigt hat", so Fitzen, die bei der Landesschulbehörde angestellt ist, im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. Wichtig sei die Atmosphäre in der Klasse, die Lehrkraft müsse offen auf die Schüler zugehen und Gesprächsangebote machen - gerade bei Schülern, traurig wirken und von sich aus häufig gar nicht kommen, um zu sagen was ihnen fehlt. Zuständig für psychische Erkrankungen seien Lehrer zwar nicht. Aber wenn sie Auffälligkeiten bemerken, sollten sie sich auf jeden Fall Unterstützung holen, so Fitzen.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 24.10.2018 | 18:00 Uhr

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