Corona-Testpflicht an Schulen? Tonne wartet mit Entscheidung
In knapp zwei Wochen geht die Schule in Niedersachsen wieder los. Offen ist, ob es in der ersten Zeit nach den Ferien verpflichtende Corona-Tests geben wird. Die Lehrergewerkschaft GEW ist dafür.
Das Kultusministerium will Anfang kommender Woche entscheiden und bekannt geben, in welcher Form getestet wird. Das Ministerium will bis dahin noch beobachten, wie sich die Infektionslage entwickelt. Außerdem will es auf Erfahrungen aus anderen Bundesländern mit Reiserückkehrenden zurückgreifen. In Nordrhein-Westfalen hat das neue Schuljahr beispielsweise diese Woche begonnen. "Es wäre unklug, sich zu früh festzulegen", heißt es aus dem Ministerium.
Schulen haben sieben Millionen Tests vorrätig
Egal, ob die Tests auf freiwilliger Basis durchgeführt werden oder ob es eine zeitweise Testpflicht gibt, Niedersachsen sieht sich gut gerüstet: Sieben Millionen Tests hätten die Schulen landesweit vorrätig, die seien in Teilen auch schon ausgegeben. "Wie auch immer die Entscheidung ausfällt", sagte ein Ministeriumssprecher, "wir und die Schulen sind auf alles vorbereitet."
GEW plädiert auf Testpflicht nach den Ferien
Aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind Corona-Tests zum Start des neuen Schuljahrs notwendig. Es sei zu erwarten, dass das Infektionsgeschehen nach zahlreichen Urlaubskontakten und mit Blick auf den Herbst vermutlich hoch sein werde. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollte es deshalb eine Pflicht von zwei bis drei Tests pro Woche für alle geben. Zu dem Thema hätte man sich allerdings bereits vor den Sommerferien eine entsprechende Aussage des Kultusministeriums gewünscht, sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Holger Westphal.
Grüne: Testpflicht für zwei Wochen an Schulen
In der Politik gehen die Meinungen zu einer erneuten Testpflicht nach den Ferien derweil auseinander. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Julia Willie Hamburg sprach sich für eine zweiwöchige Testpflicht für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus. Nach diesen beiden Wochen müssten der Schülerschaft weiterhin Tests zur Verfügung gestellt werden. "Bei hohen Inzidenzen muss auch eine Maskenpflicht erwogen werden", sagte Hamburg. Dies sei eine "sehr effektive" und mittlerweile in den Schulen eingeübte Maßnahme. Zudem bräuchten die Schulen mehr Lüftungssysteme.
CDU und FDP gegen Pflicht
CDU und FDP sprachen sich gegen eine Testpflicht aus. Laut CDU-Bildungspolitiker Christian Fühner ist sie in der aktuellen Lage nicht notwendig. Stattdessen solle bei aufkommenden kleineren Symptomen vor dem Schulbesuch ein Test erfolgen. Die Maske werde zum eigenen Schutz allerdings empfohlen, so Fühner. Auch Björn Försterling (FDP) betonte, die Notwendigkeit einer Testpflicht sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben. Die Testpflicht sei erst die nächste Stufe. Für SPD-Bildungspolitiker Stefan Politze ist es angesichts des dynamischen Infektionsgeschehens noch zu früh für eine Entscheidung.
