Corona-Krisenstab: "Freedom Day" ist noch nicht in Sicht

Stand: 12.10.2021 14:33 Uhr

Die niedersächsische Landesregierung will bis auf Weiteres an den Corona-Maßnahmen festhalten. Eine völlige Aufhebung wie in anderen Ländern sei noch nicht angebracht.

"Für einen 'Freedom Day' ist es derzeit viel zu früh", sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Kathrin Riggert am Dienstag in der Landespressekonferenz. "Wir starten erst in die kalte Jahreszeit und niemand mag wirklich prognostizieren, wie sich die Infektionszahlen und Hospitalisierungsraten entwickeln." Außerdem sei es eines der obersten Ziele der Landesregierung, den Präsenzbetrieb an den Schulen und Kitas sicherzustellen, betonte Riggert. Da es für Hunderttausende unter Zwölfjährige noch keinen Impfstoff gibt, gehe es nun vor allem auch darum, diese Ungeimpften zu schützen.

"Stabile Corona-Lage" in Niedersachsen

Krisenstabsleiter Heiger Scholz bezeichnete die aktuelle Corona-Situation in Niedersachsen als "stabil". Der Inzidenzwert bewege sich seit einer Woche fast unverändert in einem Bereich von 42 und auch bei Hospitalisierung und Intensivbetten-Belegung läge man noch unter den Grenzwerten für die erste Warnstufe. Die Abschaffung der kostenlosen Schnelltests seit Wochenbeginn verteidigte Scholz. "Jeder kann sich jetzt kurzfristig impfen lassen, daher ist es richtig, dass der Steuerzahler nicht weiter die Kosten übernimmt." Die viele Tests in den vergangenen Monaten hätten allerdings dazu beigetragen, dass die dritte Welle gebrochen werden konnte, so Scholz. Er kündigte an, dass alle niedersächsischen Gesundheitsämter noch in dieser Woche mit mindestens einem mobilen Impfteam am Start sein werden.

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Der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabs Heiger Scholz (SPD) und die Pressesprecherin Stefanie Geisler sitzen während der Landespressekonferenz nebeneinander. © NDR
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Impfdurchbrüche nicht vermeidbar

Dass es auch in Niedersachsen immer wieder zu Impfdurchbrüchen kommt, hält Scholz nicht für besorgniserregend. "Das ist nichts Besonderes, das ist ein Restrisiko, mit dem wir leben müssen." Er betonte allerdings, dass sich durch eine Impfung das Risiko einer Hospitalisierung, einer Intensivbehandlung und des Todes auf ein Minimum reduzieren lasse. Wie viele Impfdurchbrüche es in Niedersachsen bislang gegeben hat, konnte Scholz nicht sagen. Dazu gebe es vom Robert Koch-Institut (RKI) keine länderspezifischen Zahlen. Deutschlandweit seien bislang rund 67.000 Impfdurchbrüche registriert worden.

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Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen ab 7. Oktober

Bei Veranstaltungen mit 2G fällt die Besuchergrenze. Zudem werden die Bedingungen für Weihnachtsmärkte festgelegt. Download (289 KB)

Weitere Lockerungen in neuer Corona-Verordnung

In der neuen Corona-Verordnung, die seit vergangenem Freitag gilt, hatte das Land zuletzt weitere Freiheiten für geimpfte und genesene Personen beschlossen. So fällt unter anderem bei Veranstaltungen, die im 2G-Modell durchgeführt werden, die Besucher-Obergrenze weg. Außerdem hat das Land die Regelungen für Weihnachtsmarkt-Besuche im 3G-Modell aufgestellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 12.10.2021 | 19:30 Uhr

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