CD-Cover ”SuperBlue" von Kurt Elling © Edition Records

Kurt Elling macht blau

Stand: 29.10.2021 12:48 Uhr

Vier Musiker aus zwei Generationen fanden mit Abstand zusammen. Dabei herausgekommen ist eine verrückte Covid-Blume, die Kurt Ellings weites Spektrum groovig unterstreicht.

von Sarah Seidel

Noch so ein Album aus der Pandemie. Eines, das unter normalen Bedingungen wahrscheinlich ganz anders zustande gekommen wäre - wenn überhaupt. Kurt Elling hat also zunächst seine musikalischen Ideen für "SuperBlue" zuhause in Chicago aufgezeichnet, danach trafen sich der Gitarrist Charlie Hunter, der Keyboarder DJ Harrison und der Schlagzeuger Corey Fonville in Richmond, Virginia, um dazu ihre Grooves im Studio einzuspielen. Erst dann kamen Kurt Elling und Co-Produzent Charlie Hunter in einer Scheune zusammen, um die Gesangs- und Gitarrenspuren aufzunehmen und schließlich alles abzumischen. Kurt Elling nennt das Ergebnis "eine verrückte, seltsame Covid-Blume". Zu hören: vier Musiker aus zwei Generationen. Während Elling und Hunter die alten Hasen im Team sind, sind Harrison und Fonville die jungen Gewächse einer funky Soul-Jazz-HipHop-Rap-Band namens "Butcher Brown".

Mehr Groove geht nicht

Der Sänger Kurt Elling also knietief in blauen, ja geradezu superblauen Gewässern. Damit hat er mal wieder sein musikalisches Spektrum erweitert, das sich ja schon lange zwischen Jazz, Blues, Pop und Soul spannt. Mehr Groove geht übrigens nicht, dafür sorgen alle vier gemeinsam. Das musikalische Material, das hier zu hören ist, stammt nicht nur aus der Feder von Kurt Elling und seinen Mitstreitern.

Auf "SuperBlue" finden sich Songs wie "Circus" von Tom Waits, "The Seed" von Cody Chestnutt oder "Where To Find It" von Wayne Shorter, allesamt in neuem Gewand. Songs, die in Kurt Ellings Version weit von den Originalen entfernt sind, weil er die Melodien verändert hat und auch die Tempi. Weil er grundsätzlich Texte gern anders anfasst, als man sie kennt - und wenn keine dabei sind, gleich selbst welche schreibt. Wie für das Aufmacher-Stück "SuperBlue". Das leitet sich von einer Platte des Jazztrompeters Freddie Hubbard ab, die Ende der 1970er Jahre erschienen ist. Damals mit dabei: Joe Henderson, Ron Carter und George Benson. Einfach super. So wie auch Kurt Ellings neues Album.

 

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Saxophone mit CD © fotolia.com Foto: ThorstenSchmitt, jasoncphoto

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SuperBlue

Genre:
Jazz
Zusatzinfo:
Label:
Edition Records
Veröffentlichungsdatum:
08.10.2021
Preis:
CD 15,99 - LP 22,99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Play Jazz! | 01.11.2021 | 22:35 Uhr